Kondorsee

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Kondorsee

BW

Geographische Lage Peru
Daten
Koordinaten 6° 51′ 0″ S, 77° 42′ 0″ W-6.85-77.72900Koordinaten: 6° 51′ 0″ S, 77° 42′ 0″ W
Kondorsee (Peru)
Kondorsee
Höhe über Meeresspiegel 2900 m
Fläche 1 km²f5

Der Kondorsee (Spanisch: Laguna de los Cóndores, oder auch Laguna de las Momias) ist ein etwa 1 km² großer See in der Region Amazonas im andinen Hochgebirge Nordperus. Er befindet sich auf einer Höhe von 2.900 m, 71 km von der Provinzhauptstadt Chachapoyas und eine Tagesreise zu Fuß und mit dem Maultier von der Kleinstadt Leymebamba (36 km) entfernt. In Leymebamba werden von verschiedenen Führern 3-Tages Touren angeboten mit Besichtigung der Fundstelle.

Mumienfund vom Kondorsee[Bearbeiten]

1997 entdeckten Mitglieder und Angestellte einer Hirtenfamilie in einem Hang einige Grabhäuser, in denen sie, nach Gold und Schmuck suchend, nach Inka-Art bestattete Mumien der Chachapoyas (Sachapuyas) fanden. Dabei zerstörten sie viele der Mumien und ebenso den natürlichen Schutzmantel aus Pflanzen, der die Grabstätten über Jahrhunderte nicht nur vor Plünderern, sondern auch vor Verwesung geschützt hat. Die Behörden erfuhren von der Existenz der Grabstätte erst, als die Hirtenfamilie und ihre Angestellten sich gegenseitig anzeigten, weil sie über den Verkauf von geraubten Grabbeigaben in Streit geraten waren. 1997 wurde eine Notgrabung veranlasst, um die archäologischen Objekte vor weiterer Zerstörung durch Feuchtigkeit und Andenken-jagenden Besuchern zu schützen.

Heute befinden sich alle 219 Mumien aus der Grabstätte des Kondorsees im Museum von Leymebamba, wo sie mittels Röntgengerät erforscht werden und unter ähnlichen Bedingungen wie dem schützenden Vegetationsmantel am Kondorsee aufbewahrt und konserviert werden. Einige Zeit war der Name des Sees umstritten, bis man in der Grabstätte ein Tongefäß fand, das eindeutig einen Kondor darstellt. Dieses Tongefäß ist ebenfalls im Museum von Leymebamba zu sehen. Einige Mumien wurden 2006 in Innsbruck und Wien untersucht. Bis Ende Juli 2006 waren sie im Technischen Museum Wien zu sehen.

Weblinks[Bearbeiten]