Peru

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Piruw Republika (Quechua)
Piruw Suyu (Aimara)
República del Perú (Spanisch)
Republik Peru
Flagge Perus
Wappen Perus
Flagge Wappen
Amtssprache Quechua, Aimara und Spanisch
Hauptstadt Lima
Staatsform Republik
Regierungssystem Semipräsidentielles System
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Ollanta Humala
Regierungschef Premierminister
René Cornejo
Fläche 1.285.220 km²
Einwohnerzahl 29.546.963 (2009)
Bevölkerungsdichte 22 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[1]
  • $ 173,5 Milliarden (54.)
  • $ 301,9 Milliarden (40.)
  • $ 5.782 (86.)
  • $ 10.062 (84.)
Human Development Index 0,741 (77.)[2]
Währung Nuevo Sol (PEN)
Unabhängigkeit 28. Juli 1821 (von Spanien)
Nationalhymne Somos libres, seámoslo siempre
Nationalfeiertag 28. Juli (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC−5
Kfz-Kennzeichen PE
ISO 3166 PE, PER, 604
Internet-TLD .pe
Telefonvorwahl +51
Antarktika Vereinigtes Königreich (Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln) Chile Uruguay Argentinien Paraguay Peru Bolivien Brasilien Ecuador Panama Venezuela Guyana Suriname Kolumbien Trinidad und Tobago Costa Rica El Salvador Guatemala Belize Mexiko Jamaika Kuba Haiti Dominikanische Republik Bahamas Nicaragua Vereinigte Staaten Kanada Inseln über dem Winde (multinational) Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten) Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln) Vereinigtes Königreich (Turks- and Caicosinseln) Vereinigtes Königreich (Bermuda) Frankreich (St.-Pierre und Miquelon) Dänemark (Grönland) Island Irland Frankreich Spanien Portugal Spanien (Kanarische Inseln) Marokko Libyen Kap Verde Mauretanien Mali Burkina Faso Elfenbeinküste Ghana Liberia Sierra Leone Guinea Guinea-Bissau Gambia Senegal Niger Algerien Togo Benin Nigeria Kamerun Äquatorialguinea Gabun Republik Kongo Angola Namibia Südafrika Lesotho Botswana Sambia Honduras Frankreich (Französisch-Guayana) Vereinigtes Königreich (Falklandinseln)Peru on the globe (South America centered).svg
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Peru (auf Quechua Piruw Republika, Aimara Piruw Suyu, spanisch República del Perú, amtlich Republik Peru) ist ein Staat im westlichen Südamerika und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien, im Süden an Chile und im Westen an den Pazifik.

Geografie

Die Länge der Landesgrenze mit Ecuador beträgt 1.420 km, mit Kolumbien 1.626 km, mit Brasilien 2.995 km, mit Bolivien 900 km und mit Chile 160 km. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 7.101 Kilometer.

Landschaftszonen

Peru liegt in drei unterschiedlichen Landschaftszonen mit ihren klimatischen Besonderheiten:

Costa

Peruanische Costa bei Ica

Die Costa steht unter dem Einfluss des Humboldtstroms und ist weitgehend eine Küstenwüste, in der nur entlang der aus den Anden kommenden Flüsse in Flussoasen Landwirtschaft möglich ist.

Im Süden Perus an der Grenze zu Chile beginnt die trockenste Wüste der Erde, die Atacama-Wüste. Im südlichen Bereich der Costa bis zur Hauptstadt Lima, die ungefähr auf der Hälfte des Küstenstreifens liegt, sind Regenfälle im gesamten Jahresverlauf sehr selten.

Nördlich der Hauptstadt Lima nehmen Bodenqualität und Regenfall etwas zu, sodass Landwirtschaft dort auch außerhalb der Flussoasen möglich ist. Die Temperaturen schwanken zwischen 12 °C im Winter und 35 °C im Sommer.

Größere Städte an der Küste nebst Lima sind (eine Auswahl, von Norden nach Süden): Tumbes, Sullana, Piura, Chiclayo, Trujillo, Chimbote, Huaral, Pisco, Ica, Nazca.

Sierra

Sierra bei Cusco

Hinter der schmalen Küstenregion beginnt die Sierra. Sie besteht aus mehreren Bergzügen der Anden, die von Längstälern (span. callejón oder valle) unterbrochen werden. Typisch für die gesamte Andenregion sind dazu tief eingeschnittene Täler (Canyons) und Durchbrüche der Gebirgsketten (span. Pongo) durch große Flüsse, an der West- und Ostseite der Kordillere.

Ein typischer Querschnitt der Anden zeigt sich in der zentralen Region Ancash: Von West nach Ost sind das die „Schwarzen Kordilleren“ (Cordillera Negra, bis ca. 5.000 m), gefolgt vom Callejón de Huaylas (um 3.000 m). Der nächste Bergzug sind die „Weißen Kordilleren“ (Cordillera Blanca), hier befindet sich der höchste Berg Perus, der Huascarán (6.768 m). Weiter Richtung Osten erstreckt sich das Callejón de Conchucos (mit dem Fluss Marañón, einem Quellfluss des Amazonas), abgelöst von weiteren Bergketten.

Die höchsten Berge sind Nevado Huascarán (6.768 m), Yerupaja (6.634 m), Coropuna (6.425 m), Ampato (6.310 m), Chachani (6.075 m), Alpamayo (5.947 m) und Volcán Misti (5.822 m).

Während im Norden des Landes die Anden nicht bis zur Schneegrenze reichen und sehr vegetationsreich sind (klimatische Zone des Páramo), zeigen sie sich im zentralen Gebiet sehr steil, teilweise mit breiteren Tälern und hohen Bergen mit ewigem Schnee und Eis (Gletscher). Im mittleren Süden Perus (ab dem Breitengrad der Hauptstadt Lima) zeigt sich die Landschaft eher hügelig zwischen 3.000 und 4.000 Metern, mit wenigen markanten schneebedeckten Bergmassiven über 5.000 Metern.

Ab diesem Breitengrad Richtung Süden treten ebenfalls Vulkankegel mit teilweise sporadischer, vulkanischer Aktivität auf (Ubinas), und die Andenkette verbreitert sich stark, mit Ausprägung von wenigen steilen Gebirgsketten und dazwischenliegenden hügeligen Hochebenen. Im Süden des Landes (in den Regionen Arequipa, Puno, Moquegua und Tacna) zeigt sich insbesondere eine gewisse Abflachung der Hochebene. Es bildet sich der sogenannte Altiplano, der seine typische Ausprägung um den Titicacasee erhält.

Die mittlere Jahrestemperatur in 3.300 m Höhe liegt bei 11 °C. Mitunter gibt es in der eher niederschlagsarmen Region heftige Regenfälle von Oktober bis April. Größere Städte in dieser Region sind (eine Auswahl, von Norden nach Süden): Cajamarca, Huaraz, Cerro de Pasco, Huancayo, Ayacucho, Cusco, Puno, Arequipa.

In der Nähe Cuscos liegt auch die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.

Selva

Selva bei Puerto Maldonado

Östlich der Anden beginnt die Regenwaldregion („Selva“). Der Übergang ist dabei fließend, da es einen tropischen Bergwald gibt, in dem ein milderes Klima herrscht.

In der durch Tageszeitenklima bestimmten Region beträgt die Jahresmitteltemperatur ca. 26 °C und der Jahresniederschlag erreicht bis zu 3.800 mm. Dort entspringen auch weitere Quellflüsse des Amazonas, der durch das Amazonasbecken in Richtung Brasilien fließt.

Der peruanische Regenwald ist dicht und fast undurchdringlich. Die Flüsse, die von den Ketten der Anden in weiten Flussschlingen zum Amazonas strömen, sind die einzigen Verkehrsadern durch die weiten Waldgebiete.

Die einzigen größeren und auch für den Tourismus wichtigen Städte in dieser Region sind Iquitos und Puerto Maldonado. Iquitos ist von Lima aus nicht auf dem Landweg erreichbar, sondern nur mit dem Flugzeug oder dem Boot. Puerto Maldonado kann per Boot, Flugzeug (1 ½ h bis Lima; ½ h von Cusco) und per Lkw (24–60 h) von Cusco erreicht werden. Weitere größere Städte in dieser Region sind (eine Auswahl, von Norden nach Süden) Tarapoto, Tingo María und Pucallpa. Bedeutend ist das größte Naturschutzgebiet Perus Pacaya-Samiria.

Gewässer

Schwimmendes Dorf auf dem Amazonas bei Iquitos (2009)

Größte Flüsse in Peru sind der Amazonas und seine Quellflüsse Río Apurímac, Río Urubamba, Río Ucayali und Río Marañón, außerdem die Amazonas-Nebenflüsse Napo, Putumayo und Huallaga.

Die größten Seen Perus sind der Titicacasee und der Lago Junín zwischen den Andenketten.

Flora und Fauna

Die Flora Perus ist sehr abwechslungsreich und vielfältig. In den trockenen und sandigen Küstenebenen wachsen nur wenige Gräser und Sträucher. In den Regenwaldregionen findet man hingegen eine große Fülle an Pflanzen. Vertreter dieser Vegetationen sind unter anderem Kautschuk- und Mahagonibäume und Vanillepflanzen. Im Hochgebirge liegt auf Grund der natürlichen Bedingungen nur eine spärliche Pflanzenvielfalt vor. Hier wachsen hauptsächlich Trockenpflanzen (Xerophyten) wie etwa Kakteen und Mesquiten.

Perus Nationalpflanze Cantuta

Perus Nationalpflanze ist die Cantuta (Cantua buxifolia), ein zwei bis drei Meter hoher Strauch mit langen, glockenförmigen Blüten aus der Familie der Sperrkrautgewächse, der in 1200 bis 3800 Metern Höhe wächst.

Ebenso wie die Flora hat auch die Tierwelt Perus eine große Vielfalt zu bieten. In der Küstenebene und auf den Küsten vorgelagerten Inseln leben Möwen und Seeschwalben, Eidechsen, Skorpione, Robben und Pinguine. In den peruanischen Küstengewässern findet man unter anderem Sardinen, Hummer und Makrelen. Tiere der fruchtbareren Regionen im Osten sind beispielsweise Gürteltiere, Alligatoren, Jaguare, Pumas, Papageien und Flamingos. In der Gebirgsregion leben die höckerlosen Kamele wie z. B. das Lama und Alpaka. Das Nationaltier Perus, den roten Felsenhahn (Rupicola peruviana), findet man im Manu-Nationalpark.

Avifauna

Peru gilt als das Land mit der größten Diversität an Vögeln weltweit. Über 1800 Arten (mehr als in Europa und Nordamerika zusammen) sind in Peru heimisch, etliche sind endemisch. In allen Teilen Perus ist die Vogelfauna sehr vielfältig. Selbst in der Millionenstadt Lima werden Perutauben und Morgenammern gesichtet. In den Salzseen des Südens und an der bolivianischen Grenze kommen verschiedene Arten von Flamingos vor. Im Hochland leben verschiedene Ibisarten, Uferwippern sowie Andengänse, Andenspechte, Andenzeisige und Andenschwalben. Diverse Arten Kolibris kommen bis hinauf an den Titikaka-See und auf dessen Inseln vor.

Trotz der großen Vogelvielfalt gibt es in Peru keine Vogelschutzorganisation.

Nationalparks, Schutzgebiete

Schutzgebiete in Peru und wichtigste touristische Tätigkeiten

Die Verfassung von Peru von 1993 erkennt die natürlichen Ressourcen und die Vielfalt der Ökosysteme dieses Landes als nationales Erbe an. Schon im Jahre 1992 wurde das Instituto Nacional de Recursos Naturales als Abteilung des Landwirtschaftsministeriums gegründet. Ihm unterliegt das Sistema Nacional de Áreas Naturales Protegidas por el Estado welches eine Liste von allen Schutzgebieten Perus führt. Betreut werden die Gebiete vom Servicio Nacional de Areas Naturales Protegidas por el Estado.

Insgesamt werden 74 Gebiete mit total 195.596,2646 km² oder 15,22 % der Landesfläche Perus durch die Regierung geschützt:[3]

  • 12 Nationalparks (Parques Nacionales (PN)),
  • 15 Naturreservate (Reservas Nacionales (RN)),
  • 9 Schutzgebiete (Santuarios Nacionales (SN)),
  • 4 Historische Schutzgebiete (Santuarios Históricos (SH)),
  • 3 Schutzgebiete für die Waldfauna (Refugios de Vida Silvestre (RVS)),
  • 2 Landschaftsschutzgebiete (Reservas Paisajísticas (RP)),
  • 6 Waldschutzgebiete (Bosques de Protección (BP)),
  • 8 Kommunale Schutzgebiete für indigene Völker (Refugios Comunales (RC)),
  • 2 Jagdschutzgebiete (Cotos de Caza (CC)) und
  • 13 weitere Schutzgebiete (Zonas Reservadas (ZR)).

Eines der bedeutendsten Schutzgebiete ist das Manú-Biosphärenreservat, das zum UNESCO-Welterbe zählt und sowohl tropische Tieflandswälder als auch Berglebensräume der Anden einschließt.

siehe Liste der Nationalparks in Peru

Bevölkerung

Schulkinder in Lima
Quechua-Frau bei Pisac
Hauptartikel: Demographie Perus

Landflucht bedingt die starke Zuwanderung von Peruanern in die Hauptstadt, in der derzeit rund ein Viertel der Bevölkerung des Landes lebt. Ein erheblicher Teil vor allem der indigenen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze. Regional betrachtet befinden sich die meisten Armen in den Randzonen Limas und in den ländlichen Gebieten der Sierra und der Selva.[4]

Auf Grund der Gegensätze in den ethnischen Kulturen, sozio-politischer Disparitäten und der Misswirtschaft und Bürokratie kommt es zu einer ungenügenden Versorgung der Bevölkerung. Nahrungsmittelimporte und somit hohe Devisenausgaben folgen. Rund zweieinhalb Millionen peruanische Staatsbürger leben durch eine anhaltenden Auswanderung im Ausland, vor allem in den USA, Europa und Japan.

Verschiedene Kulturwissenschaftler haben sich mit der typisch peruanischen Mentalität befasst, Selbstbild und Fremdbilder verglichen und daraus sogenannte Kulturstandards des Verhaltens formuliert.

Ethnien

Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder Lateinamerikas mit einem großen Anteil indigener Bevölkerung. 44 Prozent der Einwohner sind Mestizen, etwa 31 Prozent indianischer Abstammung.[5][6] Letztere gehören überwiegend zu den Quechua und Aymará sprechenden Völkern. 15 Prozent sind europäischer Abstammung[7] und auf vier Prozent wird der Anteil der Afroperuaner[8] geschätzt. Die übrigen 3 % sind asiatischer Abstammung. In Pozuzo und Oxapampa im Departement Pasco lebt seit dem 19. Jahrhundert eine assimilierte Minderheit von Rheinländer und Tiroler Siedlern, welche sich überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ansiedelten.

Im Regenwald an der Grenze zu Ecuador leben rund 15 bisher nicht kontaktierte Indianergruppen, die einen international anerkannten Rechtsanspruch auf Isolierung besitzen, da sie nur eine geringe Resistenz gegen Krankheiten wie Grippe aufweisen. Daher klagt die Indianerorganisation Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana gegen die Ölförderung des französischen Unternehmens Perenco. Sie fordert die Einrichtung einer Schutzzone („unberührbare Zone“), wie sie Ecuador 1999 im Umfang von 7500 km² eingerichtet hat.

Sprachen

Die verbreitetste Sprache ist Spanisch, das von ca. 80 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird, außerdem sind indigene Sprachen im Gebrauch, von denen das Quechua mit 13,2 %[9] und das Aimara die gebräuchlichsten sind. Das Spanisch Perus weist vielfältige regionale Färbungen auf. Allen gemein ist jedoch der in ganz Südamerika verbreitete Seseo.

Religionen

Nach dem 2007 erhobenen Zensus beschreiben sich etwa 81,3 % der Bevölkerung über zwölf Jahren als katholisch, etwa 12,5 % als evangelisch beziehungsweise evangelikal (im Original religión evangélica), 2,9 % geben an, nicht religiös zu sein, und 3,3 % geben eine nicht aufgeführte Religion an. Dabei ist der Anteil der Katholiken in ländlichen Regionen etwa 5 Prozentpunkte niedriger als in den Städten.[10] Die überwiegende Mehrheit der Peruaner ist dennoch römisch-katholisch.[11]

Dies ist eine Folge der christlichen Missionierung in der Folge der Eroberung durch die Spanier und nach der Unabhängigkeit durch Mission von Missionsgruppen aus Peru selbst, aus Deutschland, den USA, Italien und anderen Ländern. Während des Verlaufes der Konquista wurden Idole und religiöse Objekte fortwährend weiter nach Osten verlagert, um sie den Spaniern zu entziehen. Ausgehend vom Inkanat Vilcabamba kam es noch einmal zu einem Aufflackern der alten Kulte. Die spanische Verwaltung unter Francisco de Toledo reagierte darauf mit der Umsiedlung in Jesuitenreduktionen.[12] An der Missionstätigkeit waren vor allem Mönche beteiligt, unter anderem Dominikaner und Franziskaner, später auch Jesuiten (in Maynas, heute Bistum Chachapoyas). Trotz jahrhundertelanger Bekämpfung indigener Überlieferungen sind nicht zuletzt in ländlichen Gebieten die katholisch-christlichen Riten mit religiösen Traditionen aus präkolumbischer Zeit vermischt (Synkretismus), was sich besonders bei religiösen Festen manifestiert.

Wichtige religiöse Ereignisse sind das katholische Fest Señor de los Milagros in Lima und in Cusco das Sonnenfest Inti Raymi. Dieses ursprünglich inkaische Fest wurde im Zuge einer wachsenden Rückbesinnung im Jahr 1944 wieder eingerichtet.

Die Indígenas des Amazonas-Tieflands haben weiterhin ihre eigenen Religionen und Vorstellungen, zum Beispiel die Religion der Asháninka.

Wie in vielen lateinamerikanischen Ländern erleben auch in Peru seit einigen Jahrzehnten evangelikale und charismatische Kirchen und Glaubensgemeinschaften wie Siebenten-Tags-Adventisten, Assemblies of God und die Evangelikale Kirche von Peru, aber auch andere Gruppierungen wie Zeugen Jehovas und Mormonen einen großen Zulauf, die – teilweise finanziell aus den USA unterstützt – aktiv und manchmal auch aggressiv um Mitglieder werben.[13]

Gesundheit

Der nationale Zensus über die indigene Bevölkerung hat 2007 gezeigt, dass fast 60 Prozent der erfassten Gemeinden keinen Zugang zu gesundheitlichen Einrichtungen haben.[14] 2010 wurde aufgrund dessen eine allgemeine Krankenversicherung eingeführt.[15] In der Gesundheitsversorgung gibt es Diskriminierung indigener Völker.[14] Peru hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten Amerikas.[14] Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 17 von 1.000 Lebendgeborenen (zum Vergleich: für Chile liegt die Sterblichkeitsrate bei 5). Ein Drittel der peruanischen Bevölkerung hat kein fließendes Wasser, für 40 % gibt es keine Kanalisation und nur 20 % der Abwasser werden behandelt.[16]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Perus

Präkolumbische Zeit

Nazca-Linien, Dezember 2006 – Kolibri

Die ersten Einwanderer kamen etwa 20.000 bis 10.000 v. Chr. in das heutige Peru. Die ältesten bisher bekannten Monumentalbauten stammen aus der Zeit um 3200 v. Chr.[17] Stufenförmige Pyramiden, Prozessionsstraßen und eingefasste Höfe fanden sich in Sechín Bajo im Casmatal, 370 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima. Die 1992 entdeckte Stätte wird seit 2003 von deutschen Archäologen ergraben. Als gesichert kann gelten, dass die Kultur Mais, Erdnüsse, Maniok und Kürbisse anpflanzte und künstliche Bewässerung kannte.

In Grabungsschichten aus der Zeit um 1700 v. Chr. fanden sich zudem zahlreiche Ritzzeichnungen. Sie stellen Mischwesen aus Kaiman und Mensch dar. Da französische Archäologen im Osten Ecuadors Überreste einer Kultur fanden, die gleichfalls den Kaiman darstellte, und die auf 2450 v. Chr. datiert wurden, könnten kulturelle Einflüsse aus dem Dschungelgebiet die Kultur von Sechin inspiriert haben. In den Anden konnten jedenfalls keine Kaimane leben, daher liegt in jedem Fall der Verdacht nahe, dass diese Kultur aus den Niederungen am Ostrand der Anden stammte.

Die bis vor wenigen Jahren früheste bekannte Hochkultur war die der Chavín de Huántar, die von ungefähr 800 v. Chr. bis 300 v. Chr. existierte, die aber inzwischen auch bis etwa 1200 v. Chr. zurückdatiert wurde. Die Nazca-Kultur, heute vor allem durch die Nazca-Linien bekannt, entwickelte sich von ca. 200 v. Chr. bis rund 600 n. Chr. in der Gegend um Nazca. Um den Titicacasee entwickelte sich ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 1000 n. Chr. die Tiahuanaco-Kultur. An der Küste entstanden im Bewässerungsgebiet der Andenflüsse im ersten Jahrtausend n. Chr. differenzierte Kulturen wie die der Moche in der Region um Lambayeque. Vor dem Inkareich war Chan Chan als Hauptstadt der Chimú eine Großstadt mit entwickelter städtischer Kultur.

Das Reich der Inka entstand um 1200 und umspannte bis 1532 große Teile der heutigen Staaten Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile. Die auf den Hochebenen Perus gelegene Stadt Cusco war die Hauptstadt.

Spanische Eroberung im 16. Jahrhundert

Hauptartikel: Vizekönigreich Peru

Die Spanier eroberten ab 1532 dieses Land und gründeten für die spanische Krone das Vizekönigreich Peru, das auf seinem Höhepunkt vom heutigen Panama bis zum äußersten Süden des Kontinents reichte. Im 18. Jahrhundert wurde es aber durch die Ausgliederung der Vizekönigreiche Neugranada und La Plata verkleinert.

Repression gegen Indios im 18. Jahrhundert

Im Jahr 1780 entwickelte sich aus Protesten gegen aufgezwungene Arbeit und Warenkäufe (reparto) eine Aufstandsbewegung, deren Führung der Indigene José Gabriel Condorcanqui übernahm. Unter Berufung auf seine Abstammung vom letzten Inka-Herrscher nannte er sich Tupac Amaru II. Condorcanqui richtete sich mit der Bewegung eigentlich nicht gegen die herrschende spanische Krone und spanische Institutionen, sondern gegen Missbräuche der Aufsehenden.[18] Er versuchte ein Bündnis der Indios und der in Peru geborenen Spanier zu schließen und betonte, dass sowohl Weiße, Mestizen, Indigene als auch Schwarze von der Unterdrückung berührt sind.[19] Anfänglich wurde die Bewegung auch von städtischen Weißen und Priestern unterstützt, diese gingen zu den vergleichsweise radikalen Zielen jedoch schnell auf Distanz. Der Aufstand wurde niedergeworfen, Condorcanqui, seine Frau und seine engsten Mitstreiter wurden in Cusco öffentlich gefoltert und hingerichtet. Anschließend beraubten die Spanier die indigene Aristokratie ihrer letzten Privilegien und verboten den Gebrauch indigener Sprachen und Symbole. Die Befreiung von der Kolonialherrschaft konnte deshalb nur von den Weißen (criollos) vorgenommen werden und kam von außen.

Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert

Juan Lepiani: San Martín die Unabhängigkeit Perus ausrufend
Museo Nacional de Arqueología (Peru)

Peru war das älteste der spanischen Besitztümer in Lateinamerika und viele seiner Bewohner fühlten sich nach wie vor ihrem Herkunftsland zugehörig. Allerdings war Ende des 18. Jahrhunderts von den Zugewanderten nur noch einer von acht spanischer Herkunft. Dass die criollos nicht an der Verwaltung des Landes beteiligt wurden empfanden diese als Herabsetzung. Spanien bestimmte dazu Abgesandte, die nicht aus ihren Reihen stammten. Auch hatten die criollos in Madrid keine Stimme. Die politische Lage - in Spanien war ein liberales Regime an die Macht gekommen - schaffte eine Umbruchstimmung, eine Unabhängigkeitsbewegung bildete sich jedoch nicht. Erst eine Intervention durch Río de la Plata, dem heutigen Argentinien, sowie Chile führte zur Unabhängigkeit, da die beiden Staaten an einem unabhängigen Nachbarstaat interessiert waren. Río de la Plata war vor allem an den Hochebenen Boliviens interessiert, die damals noch zu Peru gehörten, während Chiles Interessen hauptsächlich ökonomische Gründe hatte. Der argentinische General San Martín landete 1820 mit einem gemischten chilenisch-argentinischen Heer in der Bucht von Paracas (Expedition von San Martín). Der Virrey, Repräsentant Spaniens, zog sich daraufhin nach Cusco zurück. San Martín versuchte das Machtvakuum auszunutzen und durch verschiedene Maßnahmen die Bedingungen für eine Unabhängigkeit zu verbessern. Er konnte nicht umhin, sich selbst zum Oberhaupt des neuen Staates zu ernennen, und ließ dann Wahlen zu einer Volksvertretung abhalten. Doch bekam er bei Simón Bolívar nicht die Unterstützung, die notwendig gewesen wäre, um die immer noch in Zentralperu (Hochebenen der Anden) verschanzten Truppen des Virrey auszuschalten. Als San Martín Peru verließ, sagte Simón Bolivar der neuen Volksvertretung eine Intervention zu. Ihm gelang es 1824 die spanientreuen Armeen zu schlagen, hatte allerdings keinen Rückhalt in der nachkolonialen Gesellschaft Perus. Erst in den kommenden Jahrzehnten gab es Fortschritte, so hinsichtlich der Integration der Indios, die 60 % der Bevölkerung ausmachte. Zudem wurde die Abschaffung der Sklaverei durchgesetzt.[20]

Jahre des nachkolonialen Aufbaus

Durch die Unabhängigkeit wurden die dezentralen Kräfte gestärkt. In den einzelnen Regionen waren die Caziques die tatsächlichen Machthaber, sei es weil sie große Ländereien besaßen oder etwa ehemalige Generäle mit Einfluss in der Armee. Peru war innerlich zerrissen. Es kam zu einem Bürgerkrieg zwischen dem Norden, der protektionistisch gestimmt war und die Zustimmung Chiles hatte, sowie dem Süden, der eine bolivisch-peruanische Koalition zustandebrachte. Der Norden siegte schließlich und es folgten Jahre politischer Instabilität mit einem Dutzend Präsidenten und mehreren Verfassungen.[21] Um das Jahr 1841 wurde der aus den Exkrementen der Seevögel der Küste gewonnene Guano als Dünger entdeckt und zuerst in England eingesetzt, dann nach ganz Europa exportiert. Der Guano wurde für viele Jahre das wichtigste Exportgut der peruanischen Wirtschaft. Die Einkünfte aus dessen Verkauf wurden dazu verwendet die Verwaltung des Landes zu modernisieren.[22] Durch den Guano hatte der Staat auch eine Einnahmequelle, die ihn von der Binnenkonjunktur unabhängig machte, die Notwendigkeit des Erhebens von Abgaben zur Finanzierung staatlicher Ausgaben ging zurück. Die Caziques verloren an Einfluss und die Indios brauchten keine Kopfsteuer mehr zu bezahlen, die Sklaverei wurde abgeschafft.[23] Die Wissenschaft wurde gefördert. Es kam zur Gründung der ersten Partei, der Partido Civil, welche den Bau von Eisenbahnstrecken als Voraussetzung für die Entwicklung anderer Wirtschaftszweige wie des Bergbaus ansah. Allerdings konnten dieses Vorhaben nur teilweise umgesetzt werden. Es wurden zwar Strecken gebaut, diese blieben jedoch untereinander ohne Verbindung.[24]

Der Salpeterkrieg

Anlass für den 1879 ausgebrochenen Salpeterkrieg war, dass Bolivien entgegen vertraglicher Vereinbarungen die chilenischen und englischen Firmen, welche die Salpetervorkommen ausbeuteteten, besteuern wollte. Peru besaß ebenfalls mehrere Guano- und Minenunternehmen im umstrittenen Gebiet, Bolivien bot Peru im Falle eines Bündnisses wirtschaftliche Privilegien in Antofagasta an. Außerdem sah Peru seine politische und wirtschaftliche Vormachtstellung, die das Land aus Kolonialzeit als ehemaliges Vizekönigreich Spaniens übernommen hatte, durch Chile im Südpazifik gefährdet. 1874 wurde mit Bolivien ein Geheimpakt gegen Chile geschlossen. Diese Allianz konnte jedoch den Sieg Chiles nicht verhindern. Bolivien zog sich 1880 nach mehreren verlorenen Schlachten aus dem Krieg zurück und verzichtete vollständig auf seinen Anspruch auf die Region Antofagasta.

Seeschlacht von 1879 zwischen Chile und Peru um Tarapaca

Chile war inzwischen nordwärts in die peruanische Region Tarapaca einmarschiert und bot Peru den Waffenstillstand und einen Friedensvertrag an. Peru weigerte sich jedoch, Tarapaca an Chile abzutreten. Chile startete in den folgenden Jahren einen Invasionskrieg und marschierte 1881 nach der Zerstörung des peruanischen Heeres in die Hauptstadt Lima ein. Die offizielle Regierung wurde aufgelöst und der chilenische General Patricio Lynch als Gouverneur des Landes eingesetzt. Jedoch waren einige peruanische Generäle wie Miguel Iglesias und Andrés Avelino Cáceres entkommen und versuchten, aus der östlichen und nördlichen Sierra einen organisierten Guerillakrieg zu führen, mit eher zweifelhaftem Erfolg. Caceres schaffte es im Juli 1883 noch, eine konventionelle Division von 1.500 Mann zu stellen, um einen letzten Befreiungsschlag anzustreben. Allerdings wurden die letzten Hoffnungen in der Schlacht von Huamachuco vom chilenischen Colonel Alejandro Gorostiaga zerstört; der Krieg war endgültig verloren.

Im Vertrag von Ancón im Oktober 1883 wurde das Ende des Krieges besiegelt, Tarapaca und Tacna wurden an Chile abgetreten (Tacna wurde 1929 zurückgegeben), und das chilenische Heer zog sich aus Peru zurück. Grund für die Niederlage war auch das Fehlen eines funktionsfähigen Staatsapparats in Peru. Der Krieg erhöhte die Auslandsverschuldung, die durch Verkauf von Rohstoffkonzessionen und Land an ausländische Banken und Konzerne abgebaut wurde.[25]

Oligarchische Herrschaft und politische Erneuerung

Peru hatte an den Folgen des Krieges noch ungefähr 20 Jahre zu leiden. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Einnahmen des Staates durch Verbrauchssteuern wieder auf das Doppelte von dem, was am Ende des Krieges mit Chile eingenommen wurde, angewachsen. Die Wirtschaftsstruktur wandelte sich, es kamen neue Erzeugnisse hinzu, im Bergbau verdrängte Kupfer das Silber von der ersten Stelle. Im Export lagen nun landwirtschaftliche Erzeugnisse wie der Zucker, Kautschuk oder auch später die Baumwolle vorn.[26] Herkunftsländer der wichtigsten Investoren waren die Vereinigten Staaten und England.[27] Ursache des verlorengegangen Krieges war nicht nur die Desorganisation der Armee. Die indigene Mehrheit des Landes hatte an dieser Auseinandersetzung nicht wirklich teilgenommen.[28] Peruanische Intellektuelle wiesen auf die Gefahr der Vernachlässigung dieser Bevölkerungsschicht hin und forderten dazu auf, das indianische Erbe zum Bestandteil einer peruanischen Identität zu machen, es entstand die Bewegung des Indigenismus.[29] Das Wahlrecht schloss Analphabeten und Frauen von den Wahlen aus, sodass die Regierung nur von einem kleinen Anteil der Bevölkerung gewählt wurde. Auch hatten sich die politischen Organisationen vorher bereits auf einen Kandidaten geeinigt, sodass bereits vor der Abstimmung der Wahlsieger feststand. Mit der Wahl des Präsidenten Augusto B. Leguía (1919–1930) setzte sich dann erstmals ein Kandidat durch, der auch Angehörige der neuen Mittelschichten repräsentierte.

Leguía verlor im Verlauf der Wirtschaftskrise die Macht. Das neugeordnete Wahlrecht machte die Beteiligung an den Wahlen obligatorisch, sie räumte auch Minderheiten ein Recht auf Vertretung ein.

Es bildeten sich neue Oppositionsbewegungen, zum einen die 1924 von Víctor Raúl Haya de la Torre gegründete APRA. Diese organisierte ihre Anhänger auch außerhalb des politischen Bereichs in Berufsverbänden und Abendschulen und schuf mit ihren „Volkshäusern“ soziale Einrichtungen, womit es ihr gelang, ihre Organisation im ganzen Land zu verankern. Sie wollte Lateinamerikas Abhängigkeit von den USA durch Sozialreformen und Verstaatlichungen überwinden. De la Torre betrachtete als Vorstufe zum Sozialismus die Entwicklung einer eigenen Mittelklasse als unabdinglich.[30]

Dies im Gegensatz zu José Carlos Mariátegui, der die Kommunistische Partei gründete. Er sah in der Geschichte Perus, in den indigenen Elementen der gemeinschaftlichen Wirtschaft, bereits Keime einer sozialistischen Gesellschaft. Mariátegui gab ab 1924 die Zeitschrift Amauta heraus, die als intellektuelles Forum für ganz Lateinamerika bedeutsam war.[31]

In den Wahlen 1931 standen sich die apristische Partei und der Kandidat der Rechten, Sanchez Cerro, gegenüber. Selbst bei diesen Wahlen nahmen nur 392.363 Stimmberechtigte teil (bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 6 Millionen).[32] Dem Sieger Cerro wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Es kam zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Nach einem Aufstandsversuch im Jahr 1932 ließ Präsident Cerro in der Nähe der Stadt Trujillo etwa 1.000 Anhänger der APRA vom Militär erschießen. Militär und APRA standen sich seitdem in unversöhnlicher Feindschaft gegenüber. Cerro selbst fiel 1933 einem Attentat zu Opfer.[33]

Es kam zu einer Regierung unter dem General Benavides, der bis 1939 an der Macht blieb. Er hatte eine deutschlandfreundliche Politik verfolgt, die sein Nachfolger Manuel Prado (1939–1945) nicht weiterführte. Peru unterstützte die Alliierten im Zweiten Weltkrieg mit Rohstofflieferungen. Der Kriegseintritt erfolgte erst am 12. Februar 1945, was aber doch zur Folge hatte, dass sich alle Deutschen für ein paar Monate nur noch in Lima aufhalten durften, darunter auch Maria Reiche, die Dresdner Kartografin der Nazca-Linien. Zuvor jedoch, im Jahr 1941, marschierte die peruanische Armee in den Süden von Ecuador ein und löste damit den Peruanisch-Ecuadorianischen Krieg aus. Das peruanische Militär brannte die Stadt Santa Rosa nieder, besetzte den wichtigen Bananenhafen Machala und bedrohte Guayaquil. Ecuador musste daraufhin 1942 im Vertrag von Rio de Janeiro die Hälfte seines verbliebenen Territoriums an Peru abgeben, zum großen Teil Gebiete vor allem im Osten und Südosten am Amazonas um Iquitos.

Der letzte Grenzkrieg mit Peru um das Gebiet der Cordillera del Condor am Río Cenepa, entzündete sich 1995 an Streitigkeiten um die Auslegung dieses Vertrages und wurde offiziell erst 1999 durch einen nunmehr als „endgültig“ bezeichneten Grenz- und Friedensvertrag beendet.

Auf dem Weg zu einem modernen Staat

Schon während der Jahre der Wirtschaftskrise gab es Anstrengungen, die Wirtschaft von den Exporten unabhängiger zu machen. Diese Politik wurde während des Zweiten Weltkriegs fortgesetzt. Die Importsteuern halfen mit, eine bescheidene Industrieproduktion aufzubauen. Aus Agrarerzeugnissen wurden Fertigprodukte wie etwa Textilien aus Baumwolle hergestellt. Schon unter Manuel Prado war eine Sozialgesetzgebung eingeführt worden.

1945 wurde der von der APRA unterstützte José Luis Bustamante y Rivero Präsident, der soziale Reformen und Hilfsprogramme für die städtischen Armen umsetzte.[34] Die Politik einer staatlichen Intervention (Devisenkontrolle, Preisstop) führte zu einer hohen Inflationsrate und einem Schwarzmarkt.[35] Bustamante wurde nach einem apristischen (von Linksabweichlern der APRA) Rebellionsversuch 1948 von General Manuel Odría gestürzt. Dieser verbot die APRA und andere linke Organisationen, verfolgte im wirtschaftlichen Bereich aber ein Programm der importsubstituierenden Industrialisierung. 1956 kehrte der frühere Präsident Prado mit stillschweigender Duldung der APRA an die Macht zurück. In diesen Jahren entwickelte sich eine Fischereiindustrie, in der bald ebenso viel Beschäftigte tätig waren wie im Bergbau, der fest in der Hand der ausländischen Investoren war. Die Agrarindustrie im Norden an der Küste verlor an Bedeutung.[36] In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zog ein immer größerer Teil der Bevölkerung von den Bergen in die Städte. Eine Mittelschicht hatte sich entwickelt, die sich nicht mehr mit den revolutionären Doktrinen der APRA identifizierte. Sie strebte nach mehr Rechten und lehnte die autoritären Regimes, die an der Macht waren, ab. Sie fühlten sich durch die Acción Popular und ihren Führer Fernando Belaúnde Terry, der als Sieger aus den 1963 abgehaltenen Präsidentschaftswahlen hervorging, vertreten.[37] Reformen auf dem Land schienen schon unter Prado notwendig, konnten aber nicht durchgesetzt werden.[38] Die Agrarreform von Belaunde traf einen kleinen Teil der Großgrundbesitzer und umfasste nicht die Landgüter an der nördlichen Küste. Am Ende seiner Regierung stand die 1967 ausbrechende Wirtschaftskrise und in ihrer Folge die Devisenknappheit (der Sol musste drastisch abgewertet werden). Öffentliche Aufträge an die Industrie wurden ausgesetzt und die Arbeitslosigkeit stieg deutlich an.[39]

Militärregierung ab 1968

Unzufriedenheit unter den jüngeren Militärs mit der Belaúnde-Regierung, vor allem über die Kontrolle des Erdöls durch eine nordamerikanische Gesellschaft, führte 1968 zu einem neuen Staatsstreich. Eine Militärjunta unter Juan Velasco Alvarado übernahm die Regierung.

Diese versuchte durch Boden- und Wirtschaftsreformen ein gemischtwirtschaftliches System zu etablieren. Zur Nationalisierung der Erdölvorkommen wurde die noch heute existierende Gesellschaft Petroperú gegründet, ausländische Unternehmen wurden teilweise enteignet, aber entschädigt und bei Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen sogar zu Investitionen ermutigt. Der Aufbau einer Grundstoffindustrie wurde vom Staat in die Hand genommen. Der Arbeitsschutz wurde verbessert, mit einer Landreform die Eigentumsverhältnisse auf dem Land radikal verändert. Der enteignete Großgrundbesitz wurde in genossenschaftliches Eigentum überführt. Weil der Großgrundbesitz im Hochland aber oft den Dorfgemeinschaften geraubt worden war, wurden die Genossenschaften dort nicht akzeptiert, sondern als Fortsetzung des Landraubs aufgefasst.

Ziel der Militärs war ein Dritter Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Das Schulwesen wurde ausgebaut, die Medien wurden in die Hand von Volksorganisationen gegeben. Das indigene Erbe wurde popularisiert, Ziel war die Entwicklung eines am Mestizentum orientierten gesellschaftlichen Bewusstseins. Quechua wurde zweite Amtssprache, damit war Peru ein Vorreiter in Südamerika. Außenpolitisch engagierte sich Peru in der Bewegung der Blockfreien, was zu Spannungen mit den USA führte.

General Velasco wurde 1975 durch General Francisco Morales Bermúdez gestürzt, der wieder einen konservativeren politischen Kurs einschlug.

Demokratisierung ab 1980

1980 übernahm in freien Wahlen der 1968 gestürzte Fernando Belaúnde Terry als Präsident erneut die Macht und übergab die verstaatlichten Unternehmen teilweise wieder in Privatbesitz. Ihm folgte 1985 Alan García.

In den 1980er-Jahren begann die linksgerichtete Guerilla-Organisation Sendero Luminoso („Leuchtender Pfad“) unter der Führung des Philosophieprofessors Abimael Guzmán einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Von Ayacucho ausgehend kontrollierte die Organisation zwischenzeitlich große Gebiete des Landes. Beide Seiten verübten im Zusammenhang mit der Bekämpfung des politischen Gegners Massaker an der Zivilbevölkerung. Die Aktivität der Sendero Luminoso dauerte bis in die 1990er-Jahre. Die andere linke Guerilla des Landes, Movimiento Revolucionario Túpac Amaru, lehnte Gewalt gegen die Zivilbevölkerung ab.

Bei den Wahlen von 1990 standen sich die Rechte unter Führung des Schriftstellers Mario Vargas Llosa (FREDEMO), eine uneinigen Linke, die Regierungspartei APRA unter Alan García, der die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes angelastet wurden, und der unabhängige Kandidat Alberto Fujimori gegenüber. Fujimori hatte die von kleinen Unternehmern und Freiberuflern unterstützte Koalition Cambio 90 gebildet. Im zweiten Wahlgang trug der populistische Kandidat Fujimori einen deutlichen Sieg davon. Zuerst setzte Fujimori drastische wirtschaftliche Maßnahmen durch; hohe Preissteigerungen und eine vermehrte Arbeitslosigkeit waren die Folge. Ziel war eine Rückzahlung der Staatsschulden und damit die Reintegration Perus in die Weltwirtschaft.

Innenpolitisch begann unter Außerkraftsetzung der verfassungsmäßigen Rechte ein intensiver Kampf gegen die marxistische Guerilla. Auch politische Gegner Fujimoris, die keine Verbindung mit der Guerilla hatten, wurden in diesem Zusammenhang nicht geschont. Ein großer Erfolg war die Gefangennahme des Führers des Sendero Luminoso, Guzmán, der zu einem Waffenstillstand aufrief. Dies und die wirtschaftliche Erholung brachten Fujimori die Zustimmung breiter Volksschichten. Andererseits lastete auf seiner Regierung der Druck des Auslandes, das die Unterdrückung der demokratischen Opposition verurteilte und wirtschaftliche Sanktionen verhängte. Fujimori konnte dies nicht ignorieren und konnte nicht umhin, oppositionelle Gruppierungen zuzulassen. Schließlich fand sich die gesamte politische Opposition in Peru zur gemeinsamen Aktion zusammen. Ihr Führer war Alejandro Toledo, der im Jahre 2001 mit seiner Organisation Peru Posible an die Macht kam. Die Jahre der autokratischen Diktatur Fujimoris wurden in einem Gerichtsprozess aufgearbeitet und der frühere Präsident wegen Menschenrechtsverletzungen zu lebenslänglicher Haft verurteilt.[40]

Politik

Die Regierung ist repräsentativ, dezentralisiert und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung aufgebaut. Zu den vorrangigen Interessen des Staates gehören die Verteidigung der staatlichen Souveränität, der Schutz der Bevölkerung vor Bedrohung ihrer Sicherheit sowie die Förderung des Allgemeinwohls. In der Realität jedoch bestehen trotz einiger außenwirtschaftlicher Erfolge schwerwiegende politische, soziale und wirtschaftliche Probleme.

Demokratiedefizite

In Peru, das sich seit 1982 als Präsidialrepublik bezeichnet, ist der Demokratisierungsprozess bis heute wenig gefestigt. So musste die Internationale Förderung für Menschenrechte während der Wahlkampagnen im Jahr 2000 erhebliche Unregelmäßigkeiten feststellen. Zur Finanzierung der Wahlkampagnen wurden Steuergelder verwendet und auch das Militär war nicht nur als neutraler Beobachter vor Ort.

Zudem ist die angestrebte Dezentralisierung und Regionalisierung des Landes bisher nicht über Ansätze hinweggekommen. Die staatlichen Einkünfte fließen weiterhin nach Lima und werden von den dortigen staatlichen Organisationen den einzelnen Gemeinden zugeteilt. Von der angestrebten Dezentralisierung verspricht sich der Staat eine Entlastung der Zentralregierung und durch die regionale Unabhängigkeit einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Staatspräsident

Nach der Verfassung von 1993 wird alle fünf Jahre ein Staatspräsident vom Volk gewählt, der nicht wiedergewählt werden kann. Seit Juli 2011 ist Ollanta Humala von der Partei Partido Nacionalista Peruano Präsident der Republik Peru. Zu den weitreichenden Aufgabengebieten des Präsidenten gehören die Vertretung des Staates nach innen und außen, die Führung der allgemeinen Regierungspolitik, die Einberufung der Wahlen zum Amt des Präsidenten und des Kongresses sowie die Erfüllung und Wahrung der Verfassung und der Gesetze.

Siehe auch: Liste der Staatspräsidenten von Peru

Ministerpräsidentin und Regierung

Die Ministerpräsidentin (Premier oder Premierministerin) in Peru ist die Koordinatorin im Ministerkabinett. Rechtlich gesehen ist Peru eine semipräsidiale Republik, da die Verfassung die Position einer Regierungschefin vorsieht, die vom Parlament durch ein Misstrauensvotum gestürzt werden kann. Diese Regelung wurde jedoch bisher nicht angewandt und die Realität entspricht somit eher einer präsidialen Republik. Das heißt, dass der Staatspräsident auch Regierungschef in Peru ist.

Im Oktober 2008 traten Ministerpräsident Jorge del Castillo und das gesamte Kabinett nach Korruptionsvorwürfen zurück. Präsident Alan García akzeptierte das Rücktrittsgesuch seines „Premier“.[41] Neuer Premierminister des Landes wurde im Oktober 2008 Yehude Simon. Nach gewaltsamen Protesten der indigenen Bevölkerung und deren brutalen Niederschlagung trat Simon im Juli 2009 zurück. Präsident Alan García ernannte im Rahmen einer Kabinettsumbildung Javier Velásquez Quesquén 2009 zum neuen Premierminister (abgelöst durch José Antonio Chang im September 2010).

In der im Juli 2011 begonnenen Amtszeit des Präsidenten Ollanta Humala ist die seit 22. Juli 2014[42] amtierende Ana Jara bereits die sechste Premierministerin bzw. Premierminister. Sie löste René Cornejo ab, der erst im Februar 2014 das Amt übernommen hatte. Sein Vorgänger César Villanueva trat nach einer Diskussion um die Erhöhung des Mindestlohns zurück. Dessen Vorgänger Juan Jiménez Mayor gab sein Amt nach lauter werdenden Vorwürfen, dass die Regierung zu wenig gegen die Kriminalität im Lande unternehme, nach 15 Monaten ab. Die ersten beiden Premierminister Salomón Lerner Ghitis und Oscar Valdés traten aufgrund der umstrittenen Vorgehensweise der Regierung zur Lösung der Umwelt- und Sozialkonflikte im Zusammenhang mit Bergbaulizenzen zurück, v. a. der Lizenz für das Goldabbaugebiet Conga der Newmont Mining Corporation in der Region Cajamarca.

Siehe auch: Liste der Premierminister von Peru

Lobbygruppen

Die sich aus den Großgrundbesitzern des Hochlands und der Küste rekrutierende peruanische Elite hat über Jahrhunderte als Oligarchie das Land regiert, erst durch die Agrarreform von 1969 unter General Juan Velasco Alvarado wurde ihr ihre Machtgrundlage entzogen. In den Jahren danach kamen neue Machtgruppen hinzu, die sich auf Industrie und Finanzaktivitäten konzentrierten, zu einem großen Teil europäischer Abstammung waren und vom Protektionismus des Staates lebten.

Fujimoris Einstieg in die Politik und die konsequente Durchsetzung einer neoliberalen Wirtschaftspolitik auf südamerikanischem Boden führte zu einer Neustrukturierung des Machtblocks: Während manche Gruppen an Gewicht verloren, traten neue, wettbewerbsfähigere Gruppen auf. Heutzutage gibt es circa zehn ökonomische Gruppen, die einen starken Einfluss auf Wirtschaft und Politik ausüben.

Wahlen

In Peru herrscht Wahlpflicht. Erscheint ein wahlberechtigter Bürger nicht zu den Präsidentschaftswahlen, so muss er im Nachhinein ein Bußgeld zahlen. Da es sich jedoch um geheime Wahlen handelt, kann die Abgabe nicht verwertbarer Stimmzettel nicht bestraft werden.

2001

Am 8. April 2001 wurden Präsidentschafts- und Kongresswahlen abgehalten. Alejandro Toledo, hartnäckiger Widersacher Alberto Fujimoris, gelang es, 36,51 % der Stimmen auf sich zu vereinigen, gefolgt überraschenderweise vom Ex-Präsidenten Alan García (25,78 %) und der Kandidatin der rechtsstehenden Christlichen Volkspartei PPC, Lourdes Flores Nano (24,30 %). Aus diesem Grunde wurde am 3. Juni 2001 eine Stichwahl zwischen Toledo und García abgehalten. Der aus armen Verhältnissen stammende Toledo besiegte seinen Kontrahenten García mit 6 Prozentpunkten Unterschied. Die Partei Toledos, Perú Posible, hat sich als eine politische Alternative etabliert. Im Kongress hat Perú Posible 45, die APRA 26, Unidad Nacional 17 und FIM 11 der 120 zur Verfügung stehenden Sitze erhalten. Der Wahlsieger hat die Unterstützung des FIM (11), der Volksaktion AP (3), SOMOS PERU (4), UPP (6) und Renacimiento Andino (1) erhalten, womit die Regierungspartei eine Mehrheit von 70 Sitzen im Kongress besitzt. Toledo musste auf die wachsende Kritik seiner Regierung mehrmals mit einer Kabinettumbildung reagieren (zuletzt im August 2005, nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Ferrero). Hervorzuheben sind die Benennungen von Kuczynski als Finanzminister (im 1. Kabinett Toledos bereits Finanzminister) und von Carlos Ferrero als Premier, das Ausscheiden von Jaime Quijandra und Silva Ruete sowie die Ernennung von Fernando Olivera zum Außenminister, was den Rücktritt Ferreros auslöste.

Bei den Kommunal- und Regionalwahlen von November 2002 gelang es der APRA, die erste politische Kraft im Lande zu werden. In 12 der 25 Regionen und in 10 Großstädten des Landes stellt nun die APRA die politischen Spitze.

2006

Hauptartikel: Wahlen in Peru 2006

Am 9. April 2006 fanden die Präsidentschaftswahlen statt. Dabei erhielt Ollanta Humala 30,9 % der Stimmen. Ihm folgte mit 24,7 % der frühere Staatspräsident Alan García. Auf Platz 3 (nur knapp ein Prozent hinter García) lag die rechtskonservative Politikerin Lourdes Flores Nano, die noch wenige Monaten zuvor als sichere Gewinnerin gehandelt worden war. Da keiner der Kandidaten über die notwendige absolute Mehrheit verfügte, kam es am 4. Juni 2006 zu einer Stichwahl zwischen Ollanta Humala und Alan García. Dabei gewann García mit 52,625 % der Stimmen. Ollanta Humala gewann zwar in der Mehrheit der Departamentos, García konnte jedoch insgesamt einen höheren Anteil der Bevölkerung für sich gewinnen. Vor allem in der Hauptstadt und in den Departamentos an der Küste, wo die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung besser ist, wurde García mit Mehrheit gewählt. Ollanta erhielt hingegen die Stimmen der ärmeren Teile des Landes in der Selva und der Sierra.

Im Parlament erhielt Humalas UPP 44 Sitze, Garcías APRA 35 Sitze. Das Mitte-rechts-Bündnis Nationale Einheit (Unidad Nacional) von Lourdes erhielt 19 Mandate.

2011

Hauptartikel: Wahlen in Peru 2011

Bei den Wahlen am 10. April 2011 erzielten im ersten Wahlgang Ollanta Humala und Keiko Fujimori die meisten Stimmen. Im zweiten Wahlgang erzielte Humala die Mehrheit der Stimmen und wurde am 28. Juli neuer Staatspräsident.

Administrative Gliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Perus

Peru ist in 25 Departamentos, 195 Provinzen (Provincias) und 1.828 Bezirke (Distritos) gegliedert. Allerdings gibt es bei den Bezirken nur 15 % mit einem genauen Grenzverlauf und bei den Provinzen sind es nur 12.[43] Seit der Regionalisierung des Landes im Jahre 2002 sind die Departamentos Selbstverwaltungseinheiten mit direkt gewählten Organen. Die ersten landesweiten Regionalwahlen fanden im November 2002 statt. Geplant war auch die Gliederung des Landes in Regionen (Regiones). Bei einem Referendum am 30. Oktober 2005 sprachen sich 78 Prozent der Bevölkerung von 16 Departamentos gegen ihre Zusammenlegung zu fünf Regionen (Norte, Nor Centro Oriente, Ica-Huancavelica-Ayacucho, Cusco-Apurímac und Arequipa-Puno-Tacna) aus.

Regionen Perus

Städte

Die größten Städte sind Lima (7.363.069 Einw.), Trujillo (861.044), Arequipa (860.000), Callao (824.329), Chiclayo (634.600), Iquitos (400.000) und Huancayo (350.000).

Siehe auch: Liste der Städte in Peru

Militär

Hauptartikel: Peruanische Streitkräfte

Die peruanischen Streitkräfte bestehen aus den Teilstreitkräften Heer (Ejército del Perú), Marine (Marina de Guerra del Perú) und Luftwaffe (Fuerza Aérea del Perú). Insgesamt sind die Streitkräfte rund 110.000 Mann stark.

Wirtschaft

Obstverkäuferin in typischer Kleidung auf dem Markt in Ayacucho
Av. Agustin Gamarra, Einkaufsstraße in Lima
Hauptartikel: Wirtschaft Perus

Volkswirtschaftliche Lage

Gemessen an wirtschaftlichen Indikatoren zählt Peru laut Weltbank zur Gruppe der Schwellenländer (Upper-middle-income economies[44]). In Peru beherrschen vor allem nordamerikanische, europäische und chilenische Unternehmen den Markt. Dies gilt weitläufig für den Handel, die Fischereiindustrie, die Ausbeutung von Bodenschätzen und im Telekommunikationsbereich. Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem Gold, Silber und Kupfer, und gehört weltweit zu den größten Produzenten dieser Rohstoffe. Daneben gibt es auch eine bedeutende Förderung von Naturgas. Peru ist einer der größten Exporteure von Fischerei-Produkten und nach China die zweitgrößte Fischereination.[45] Die letzten zwanzig Jahre, vor allem nach dem Amtsantritt Garcías (2006), hatte die Wirtschaft eine hohe Wachstumsrate von jährlich durchschnittlich ca 5 %.[46] Perus auf Rohstoffexporten basierende Wirtschaft profitierte dabei von deutlich steigenden internationalen Rohstoffpreisen. Gleichzeitig stieg 2012 die Zahl der registrierten Umwelt- und Sozialkonflikte, die mit der Ausbeutung von Erzen, Öl oder Erdgas verbunden sind, auf 129 an.[47] Die starke Abhängigkeit von Erzexporten wird zunehmend kritisch betrachtet; die Regierung strebt eine größere Diversifikation der Wirtschaft an.[48]

Nach der offiziellen Statistik ist die Einkommensungleichheit[49] und Armut in den letzten Jahren gesunken und beträgt aktuell rund 34,8 % (2009),[50] die extreme Armut 11,5 %. Mit einem Rückgang von knapp 20 Prozentpunkten seit 2001[49] ist die Armut in Peru nach Argentinien und Venezuela in Lateinamerika demnach am stärksten gesunken. Experten allerdings zweifeln daran, dass die aktuelle Statistik die Armutszahlen Perus adäquat abbildet (so ist z.B. der Hunger laut derselben Statistik gestiegen).[51] Kinderarbeit ist vielerorts anzutreffen: 1.650.000 Kinder unter 14 Jahren arbeiten, davon 58,7 % in ländlichen Gebieten und 58,7 % in den Städten.[52]

Kennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Veränderung in % gg. Vj. 0,9 3,0 0,2 5,0 4,0 5,0 6,8 7,7 8,9 9,8 0,9 8,8 6,9 6,3
Quelle: IWF, Weltbank[53]
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US$) je Einwohner (in Tsd. US$)
Jahr 2005 2010 2012 Jahr 2005 2010 2012
BIP in Mrd. US$ 79 154 197 BIP je Einw. (in Tsd. US$) 2,9 5,2 6,6
Quelle: Weltbank[54]
Entstehung und Verwendung des BIP (2012)
Entstehung des BIP (in %) Verwendung des BIP (in %)
Industrie 14,1 öffentlicher Verbrauch 9,6
Baugewerbe 7,1 privater Verbrauch 65,9
Handel 15,3 Bruttoanlageinvestitionen 29,4
Landwirtschaft 7,2 Außenbeitrag 4,9
Bergbau 4,7
sonstige Dienstleistungen 39,7
Quelle: gtai[55]
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % des BIP
("minus" bedeutet Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2012 2013 2014 Jahr 2012 2013 2014
Inflationsrate 3,7 2,1 ~ 2,3 Haushaltssaldo 2,5 1,8 1,4
Quelle: gtai[56] ~ = geschätzt
Haupthandelspartner (2012)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
USA 13,2 USA 19,3
VR China 13,2 VR China 19,0
Schweiz 11,1 Brasilien 6,3
Kanada 7,4 Ecuador 4,9
Japan 5,6 Argentinien 4,7
Chile 4,4 Mexiko 4,1
Deutschland 4,0 Korea (Rep) 4,0
Quelle: gtai[57]
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2010 2011 2012
Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj.
Einfuhr 28,8 37,1 36,9 28,3 41,1 11,2
Ausfuhr 35,5 31,9 46,2 30,1 45,6 -,,4
Saldo 6,8 9,3 4,5
Quelle: gtai[58]

Der Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit der Einkommen misst, lag nach der Schätzung aus dem Human Development Report des UNDP von 2010 bei 0,505.[59]

Schattenwirtschaft

Ein großer Teil der peruanischen Wirtschaft unterliegt keiner staatlichen Kontrolle (informeller Sektor). 68,6 % der Arbeitnehmer sind nicht vertraglich abgesichert, ein höherer Prozentsatz als in anderen Ländern Lateinamerikas.[60] Besonders ausgeprägt ist dies im Bausektor. Zwischen 10 % und 15 % der für Investitionen und Einkäufe bestimmten Haushaltsmittel des Staates gehen durch Korruption verloren.[61] Im von der ONG Transparencia Internacional erstellten Korruptionsindex liegt Peru mit 38 Punkten an der 83. Stelle (Zum Vergleich: Das Nachbarland Chile steht mit 71 Punkten (fast wie Deutschland mit 78 Punkten) an der 22. Stelle).[62] Eine wichtige Rolle spielt der Drogenhandel. Inzwischen hat Peru Kolumbien als größten Kokaproduzenten abgelöst. Ein Grund dafür ist der steigende Erfolg der kolumbianischen Regierung bei der Bekämpfung des Drogenhandels. In Peru werden nach Schätzungen der UNO auf einer Fläche von 59.900 ha Kokasträucher angebaut, das sind 38 % der weltweiten Anbaufläche (Stand 2010).[63] Damit ist diese zwar kleiner als in Kolumbien, wo auf 68.000 ha Koka angebaut wird, der Ertrag liegt mit 119.000 Tonnen jedoch höher als in dem Nachbarland. Ungefähr 85 % des Kokaanbaus sind für die illegale Kokainproduktion bestimmt. Die Kokapflanze dient allerdings auch der indigenen Bevölkerung als gesetzlich erlaubtes Genuss- und Nahrungsergänzungsmittel, weil das Kauen der Blätter Hunger, Müdigkeit, Kälte und Höhenkrankheit verdrängt.

Außenhandel

Am 12. April 2006 hat Peru ein bilaterales Freihandelsabkommen mit den USA unterzeichnet und mit der Volksrepublik China ist ein weiteres am 1. März 2010 in Kraft getreten. Mit der EU wurde am 13. April 2011 ebenfalls ein solches unterzeichnet. Dieses ist am 1. März 2013 in Kraft getreten.[64] Inzwischen sind 19 solcher Abkommen abgeschlossen worden und weitere mit Indien, der Türkei, Indonesien, Russland und El Salvador werden angestrebt.[65] Im Jahr 2013 entstand ein Handelsbilanzdefizit von 531 Millionen US-Dollar.[66] Es wurden für 42.000 Millionen US-Dollar Waren exportiert, im Jahr 2012 waren es noch 46.200 Millionen US-Dollar.[67] 2011 waren es 45.201 Millionen US-Dollar. China, Perus wichtigster Handelspartner nahm in diesem Jahr Waren für 6.950 Millionen US-Dollar ab. An zweiter Stelle folgt die Schweiz mit 5.820 Millionen US-Dollar. Die USA importierten peruanische Güter im Werte von 5.735 Millionen US-Dollar.[68] Wichtigster Handelspartner Perus innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland, wohin 2011 Waren im Gesamtwert von 1.908 Millionen US-Dollar exportiert wurden.[69] 11 % aller Importe Perus kommen aus Europa, wohin 15,7 % aller Exporte gehen.[70] Im Jahre 2010 erhöhte sich der Wert der Exporte um 32 % (oder 31.346 Millionen US-Dollar). Auch die Schweiz hält mit 11 % der Exporte (hauptsächlich Gold) einen hohen Anteil. 56 % der Exporte gingen in die Länder der APEC (Bodenschätze und Fischmehl, aber auch Textilien und Agrarprodukte). In die Europäische Union gingen 18 % der Exporte (Bodenschätze und Kaffee sowie Fischereiprodukte).[71] Die Europäische Union exportierte 2010 für 2.300 Millionen US-Dollar Waren nach Peru und importierte 2011 für 8.495 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 31 % im Vergleich zum Vorjahr.[69]

Sehenswürdigkeiten

Ökotourismus bietet sich an, da es viel unberührte Natur gibt, vor allem im Andentiefland im Osten des Landes. Die Anden bieten Wanderungen bei Huaraz und Cusco sowie Machu Picchu, wichtigstes Tourismusziel Südamerikas. Der Colca Canyon nördlich von Arequipa ist ein beliebtes Trekkingziel. In den letzten Jahren hat sich auch Amazonien rund um die Stadt Iquitos als attraktives Reiseziel entwickelt.[72] Auch der Titicacasee ist ein touristisches Highlight.

Das Land ist mit einem dichten Straßennetz gut erschlossen, doch abseits der wichtigsten Verkehrsrouten sind die meisten Straßen nicht asphaltiert, rumpelig und in der Regenzeit häufig unpassierbar. Auch die Gebirgslage und die großen Entfernungen können das Reisen auf dem Land beschwerlicher als in Europa machen.

Energiewirtschaft

Hauptenergiequelle ist die Wasserkraft. Methoden alternativer Energieerzeugung spielen noch keine große Rolle. Der Anteil an Biomasse beläuft sich auf 0,4 %, die Solarenergie kommt auf 0,6 %. Eine erste Windenergieanlage wird im Jahr 2014 ihren Betrieb aufnehmen.[73] Seit den 80er Jahren betreibt das Instituto Peruano de Energia Nuclear in Huarangai einen 10 MW Versuchsreaktor, der der Herstellung von Radiopharmaka zur Krebsbehandlung dient. Die Anlage, ursprünglich ein Gemeinschaftsprojekt mit Argentinien, ist die leistungsfähigste in Lateinamerika.[74]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 37,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 35,2 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,1 % des BIP.[75]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 32,0 Mrd. US-Dollar oder 24,8 % des BIP.[75] Die Inflationsrate lag im Jahre 2011 bei 4,73 %.[76] Des Weiteren wird eine Inflationsrate von 2,6 % (2012) bzw 2,5 % (für 2013) erwartet.[77]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Infrastruktur

Peru besitzt knapp 2300 km Eisenbahnstrecke[79] und 72.900 km Straßen. Die wichtigsten Verkehrswege für das Land sind die Panamericana und die Seewege nach Nordamerika, Ostasien und Europa.

Straßennetz

Durch die großen Höhenunterschiede der Anden bestehen weiterhin infrastrukturelle Probleme vor allem bei allen in die oder über die Anden führenden Achsen. Der Ausbau erfolgt rapide; innert weniger Jahre stieg der Anteil asphaltierter Straßen dieser Achsen von ca. 15 auf fast 50 Prozent. Straßen in Höhenlagen bleiben trotz des steten Ausbaus sehr unterhaltsanfällig, womit Ausbauten teils nicht langlebig sind. Wie in anderen Ländern der Region trägt der öffentliche Verkehr die Hauptlast des Reiseverkehrs und ist fast überall vorhanden, wobei direkte, lange Strecken überwiegend mit Nachtbussen bedient werden.

Die peruanischen Straßen gehören zu den gefährlichsten Lateinamerikas. In den Jahren 2009 bis 2012 kamen allein bei Busunfällen ca. 5.000 Menschen ums Leben.[80] Gesicherte Zahlen zu Todesfällen im Straßenverkehr liegen allerdings nicht vor.[81]

Luftverkehr

Der Aeropuerto Internacional Jorge Chávez befindet sich in Callao bei Lima und bewältigt beinahe alle Auslandsflüge. Außerdem gibt es in jeder Stadt kleinere Flughäfen für den Inlandsverkehr, 40 davon mit Hartbelagpisten, weitere 100 mit Naturpiste. In der Urwaldregion (Selva) gibt es Orte, welche nur auf vom Militär angelegten Flugpisten erreicht werden können.

Eisenbahn

Das peruanische Schienennetz besteht aus mehreren nicht miteinander verbundenen Teilnetzen. Derzeit sind zwischen 2200 und 2300 Kilometer in Betrieb. Etwa ebenso viele Bahnkilometer wurden irgendwann stillgelegt. Die drei größten Netze wurden jahrzehntelang von der staatlichen Bahngesellschaft ENAFER betrieben, in den 1990er Jahren aber größtenteils privatisiert. Derzeit gibt es vier private Betreiber: Ferrocarril Central Andino (480 Kilometer Strecke von Callao nach Huancayo sowie von Oroya nach Cerro de Pasco), Perurail bzw. das von Orient Express Hotels angeführte Konsortium FTSA (1.000 Kilometer Strecke zwischen Puno, Cusco und Machu Picchu), Southern Copper Corporation (230 Kilometer Strecke zwischen Häfen Matarani, Mollendo und Ilo und Bergbaugebieten) und GyM Ferrovías (21 Kilometer Metrolinie 1 in Lima).[82] Der Bau einer die meisten Einzelstrecken verbindenden Bahnlinie entlang der Küste wurde einmal begonnen, macht aber kaum Fortschritte. Eine der bekanntesten Bahnstrecken Perus und eine der wenigen profitablen ist die Strecke der Peruanischen Südbahn (Ferrocarril del Sur) ins Urubamba-Tal nach Machu Picchu.

Kultur

Das kulturelle Leben ist vornehmlich auf wenige große Städte konzentriert, vor allem auf die Hauptstadt Lima. Weite Bereiche der Kultur sind heute geprägt durch die importierte Kultur der spanischen Eroberer und der von ihnen repräsentierten Religion.

Kunst

Gemälde der Cusco-Schule, anonym, 17. Jahrhundert

Die Stadt Cusco, in der viele indianische Künstler lebten, war in der spanischen Kolonialzeit ein wichtiges Zentrum der religiösen Malerei für ganz Südamerika. Gold- und Silberschmiede arbeiteten dort und in Lima vor allem für den europäischen Markt. Die Maler kopierten zunächst europäische Werke. Sie entwickelten jedoch einen eigenen Stil, indem sie vor allem Heilige, die in Begleitung von Tieren dargestellt wurden, wie Johannes den Täufer mit dem Lamm oder St. Markus mit dem Löwen, mit Szenen aus dem Leben der Hirten des Andenhochlands kombinierten. Diese Bilder wurden von den Hirten bei wichtigen Anlässen (z. B. Schafschur) mitgeführt. Mit ähnlichen Motiven wurden auch Figuren aus Stein oder Gips hergestellt (retablos) und in kleinen Holzkästchen, den cajas de Sanmarcos, aufgestellt.

Retablo aus Ayacucho
Schlinge aus Alpakahaar, Südperu

Ein anderer Schwerpunkt der peruanischen Volkskunst war die Kürbisschnitzerei. Sie erlebte im 19. Jahrhundert eine Blüte: Schmuckkästchen, Puder- und Zuckerdosen wurden mit Szenen aus dem städtischen Leben dekoriert. Zentrum der Herstellung von Schnitzereien und retablos war die Stadt Ayacucho. In ihrer Region wurden als Schutzsymbole kleine Kirchen aus Ton auf den Hausdächern angebracht. Daraus entwickelte sich, besonders im Ort La Quina, ein eigener keramischer Stil: Rote Töpferware wurde nicht glasiert und ausschließlich mit weißer Farbe bemalt. Aus der präkolumbischen Zeit hielt sich die Herstellung kleiner Opfertiere aus Ton, der conopas, meist Lamas oder Alpakas, denen Alkohol oder Kokablätter in eine Vertiefung auf den Rücken gelegt wurde.

Peru hat eine alte Tradition der Textilherstellung, meist in Heimarbeit. Zur Kolonialzeit dienten die Verzierungen und Muster auf den Kleidern und Wandbehängen auch als Priestern und Behörden nicht verständliche Geheimsprache. Nach dem Aufstand Tupac Amarus II. im Jahr 1781 wurden indianisch aussehende Kleidungs- und Gebrauchsgegenstände von den Spaniern verboten. Durch die Bewegung des Indigenismus wurden viele präkolumbische Kunstfertigkeiten seit Beginn des 20. Jahrhunderts neu belebt; später kam Nachfrage durch Touristen hinzu.

Auch zwei bekannte peruanische Maler der Gegenwart, Amilcar Salomón Zorilla und Florentino Laime Mantilla verwenden indianisch beeinflusste Motive. Die Volkskunst dient auch dem Ausdruck politischer Konflikte: Nicario Jiménez und andere Künstler schufen in den 1980er Jahren retablos, Skulpturen und Wandbehänge, in denen die von beiden Seiten verübte Gewalt des Krieges mit dem Sendero Luminoso dargestellt wurde, über die zu sprechen zu diesem Zeitpunkt lebensgefährlich sein konnte.

Bildung

Schulen in Städten haben Schüler mit durchschnittlich mehr Wissen als Schulen im ländlichen Raum.[83] Es gibt einen Zusammenhang zwischen Mangelernährung und schlechterer Schulleistung.[83] Das Einkommen von Menschen korreliert positiv mit ihrer Bildung.[83]

Literatur

Eines der ältesten Werke der peruanischen Literatur wie der Quechua-Literatur insgesamt ist Apu Ollantay, ein Drama, dessen mündliche Überlieferung in die Zeit der Inka zurückreicht und das in der Kolonialzeit in der Quechua-Sprache aufgeschrieben wurde.

Ein Costumbrismo peruano nach spanischem Vorbild, also eine regional orientierte, Sitten und Gebräuche spiegelnde Literatur beginnt mit José Joaquín de Larriva y Ruiz (1780–1832). Ricardo Palma schuf im 19. Jahrhundert die Literaturgattung Tradiciones, die eine Mischung aus Fiktion und Geschichte darstellt. Clorinda Matto de Turners Romane waren vor allem von der Kultur der Inka geprägt. Außergewöhnliche Werke schrieb der Lyriker César Vallejo im 20. Jahrhundert. Besonders bekannt wurde Vallejos Trilce, das erstmals 1922 erschien. Weitere bedeutende peruanische Autoren des 20. Jahrhunderts waren José María Arguedas, Ciro Alegría, Julio Ramón Ribeyro, Manuel Scorza, Sergio Bambaren, Alfredo Bryce Echenique und Mario Vargas Llosa, der 2010 den Literaturnobelpreis erhielt.

Musik

Musik ist ein wichtiger Bestandteil der peruanischen Kultur. Die Quena (auch Andenflöte genannt), die Panflöte (Zampoña oder Ziku), der Cajón und die klassische Gitarre sind weit verbreitet.

Das bekannteste Lied Perus ist El Cóndor Pasa des peruanischen Komponisten Daniel Alomía Robles (1913 komponiert), das durch zahlreiche Coverversionen, unter anderem von Simon and Garfunkel, international beliebt wurde. An der Nordküste Perus wird die Marinera getanzt. Neben traditionellen Musikgattungen wie die Musik der Gruppe Cantos del Pueblo ist Rockmusik seit den 1950er Jahren sehr populär. Líbido ist ein Beispiel für eine peruanische Pop/Rockband. Derzeit beliebte peruanische Metal/Grunge/Punk/Rockbands sind etwa Ni Voz Ni Voto, Por Hablar, Leuzemia, La Sarita. In Peru sehr weit verbreitete Musikrichtungen sind auch noch der Huayno und der Cumbia Andina, auch unter dem Namen Chicha bekannt.

Bekannte Musiker und Sänger sind beispielsweise Yma Sumac, Susana Baca, Chacalón, Chabuca Granda, Lucha Reyes, Cantos del Pueblo, Raúl García Zarate, Sonia Morales, Eva Ayllón, Zambo Cavero, Noséquién y Los Nosécuántos, Pedro Suárez-Vértiz, Los Shapis und Agua Marina.

Film

In den 1920er und 1930er Jahren entstanden durch Regisseure wie Ricardo Villarán einige Stumm- und Schwarz-Weiß-Filme, die jedoch über die nationalen Grenzen hinaus meist kein Publikum fanden. Auch im restlichen 20. Jahrhundert erhielten peruanische Filme international nur wenig Beachtung.

In den frühen 1980er Jahren schlossen sich mehrere Filmemacherinnen und Filmemacher zur Grupo Chaski zusammen. Ihr Ziel war, mit sozialkritischen Dokumentar- und Spielfilmen die Realität des Landes zu schildern und eine Alternative zu kommerziellen Produktionen aus dem Ausland zu schaffen. Zu ihren auch international erfolgreichen Filmen gehören Gregorio (1985) über einen Jungen, der aus den Anden nach Lima kommt, und Juliana (1988) über ein Mädchen, das in Lima auf der Straße lebt. Die Regisseurin Maria Barea arbeitete nach dem Zerfall der Gruppe in der Frauenfilmgruppe Warmi weiter. Die in den Niederlanden lebende Peruanerin Heddy Honigmann verfilmte in Metall und Melancholie 1993 das Leben von Limaer Taxifahrern und -fahrerinnen. Das deutsche Paar Christine und Kurt Rosenthal lebte und arbeitete 26 Jahre in Peru und drehte zahlreiche Filme über Peru und Lateinamerika, u.a. Die Brücke aus Gras (1979) und Traditionelle Medizin in Lateinamerika (1992/93).[84]

Perus Filmindustrie ist vergleichsweise klein. Während in den Vorjahren meist zwei Filme pro Jahr produziert wurden, stieg die Anzahl der Produktionen jedoch 2004 auf fünf und 2005 auf acht Filme.[85] Francisco José Lombardi gilt als der bedeutendste moderne Filmregisseur Perus. 1991 gewann er für sein Drama Der Himmel über Lima den Goya. Seine Literaturverfilmung No se lo digas a nadie war bei internationalen Filmfestivals erfolgreich. Ebenso Josue Mendez' Días de Santiago (2006).

2009 ging der Goldene Bär der Berlinale nach Peru an den Film Eine Perle Ewigkeit (engl.: The Milk Of Sorrow) von Claudia Llosa. Der Film behandelt ein politisches Thema: die Folgen des peruanischen Bürgerkriegs, in dem von 1980 bis 2000 Regierungstruppen und Paramilitärs gegen die maoistische Guerilla kämpften. Ihr Onkel Luis Llosa hatte in den 1990er-Jahren mit teils in Peru, teils in den USA produzierten Thrillern einigen Erfolg.

Kulinarisches

Pisco
Hauptartikel: Peruanische Küche

Die geografischen Unterschiede zwischen Küste, Hochland und Regenwald und die damit verbundenen Ernährungstraditionen der vorkolumbischen Bewohner Perus verbinden sich mit der Küche der spanischen Eroberer. In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts entstand durch chinesische Migranten eine peruanisch-chinesische Küche (Chifa). Durch schwarze Sklaven wurden auch afrikanische Elemente in die peruanische Küche eingebracht.

Typische Gerichte sind:

  • Ceviche (Eine Art Geschnetzeltes aus frischem rohen Fisch oder Meeresfrüchten, seltener auch Fleisch, das in Limonensaft mariniert und mit ebenfalls sauer marinierten Zwiebeln serviert wird)
  • Escabeche de Pescado (gebratener Fisch an Essig-Zwiebelsauce)
  • Anticucho (am Spieß gegrilltes Rinderherz)
  • Arroz con Pollo (Reis mit Huhn) sowie Arroz con Pato (Reis mit Ente)
  • Ají de Gallina (Hühnerfleisch in einer leicht scharfen, cremigen Chili-Soße)
  • Rocoto Relleno (sehr scharfer Paprika mit Rindfleisch gefüllt und Käse überbacken)
  • Estofado (ein Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln, Mais und Möhren mit einer scharfen Käse-Paprika-Sauce)
  • Seco de Carne (Rindsvoressen an einer Koriandersauce)
  • Olluquito con Charqui (Knollengewächs Olluco mit getrocknetem Lama-Fleisch)
  • Papa a la Huancaina (Kartoffelstücke mit einer scharfen Käsesoße)
  • Causa Limeña (gewürzte Kartoffelmasse als Mantel, gefüllt mit Thon oder Huhn oder Russischem Salat)
  • Carapulcra (Eintopf aus getrockneter Kartoffel und Fleisch)
  • Albondigas (Fleischbällchen)
  • Pachamanca (Quechua für „Erdtopf“, in Erdgruben zubereitetes Fleisch und Gemüse)
  • Chicharrón de Chancho (geröstetes Schweinefleisch mit einer dicken Speckschwarte)
  • Lomo saltado (mit Zwiebeln und Paprika gebratene Rindfleischstücke)
  • Chupe de Camarones (Suppe aus Garnelen, Kartoffeln und Gemüse)
  • Picante de Camarones (Garnelen in scharfer Tomatensauce, Spezialität von Arequipa)
  • Sopa a la Criolla (landestypische Nudelsuppe mit Fleischeinlage)
  • Tacacho (Knödel aus Kochbanane und Speck)
  • Choclo con queso (gekochter Maiskolben mit Käse)
  • Cuy chactado (gebratenes Meerschweinchen)

Man verwendet gern Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch (Hühner-, Rind-, Schweine-, auch Meerschweinchen (Cuy)), Reis und verschiedene Sorten Kartoffeln, Süßkartoffeln, Mais, Yuca, Kochbananen. Spezielle Gewürze sind Koriander, vor allem Korianderblätter, die häufig als „Culantro“ bezeichnet werden, Safran, Kreuzkümmel (Cumin), Rocoto und Aji (Pfefferarten).

Das bekannteste alkoholische Getränk Perus ist der Pisco, ein Branntwein, der u. a. Bestandteil von Pisco Sour (Cocktail aus Limonensaft, aufgeschäumtem Eiweiß, mit einigen Tropfen Angostura und etwas Zimt) und Perú Libre (Longdrink aus Pisco und Cola) ist. Weitere in Peru sehr beliebte Getränke sind die Chicha (eine Art Bier auf der Basis von Mais), Chicha Morada (alkoholfreies Getränk aus violettem Mais, gewürzt mit Zimt) und Inca Kola (knallgelbe Limonade mit Bergamotte-Geschmack).

Medien

Die wichtigen Tageszeitungen erscheinen sämtlich in Lima. Die älteste heute noch erscheinende ist El Comercio. Sie wurde 1839 gegründet und befindet sich seit über 100 Jahren im Besitz der Familie Miro Quesada. Sie verfolgt eine bürgerlich-konservative, aber unabhängige Linie, so verteidigte sie z. B. die Arbeit der Kommission für Wahrheit und Versöhnung gegen Angriffe von Regierung und Armee.

Der 1961 gegründete Expreso ist ein Boulevardblatt und unterstützte zunächst den liberalkonservativen Präsidenten Belaúnde, in den 1990er Jahren dann Fujimori. Die 1981 gegründete La República tendiert zum demokratisch linken Spektrum. Wichtig für die politische Meinungsbildung ist das Wochenmagazin Caretas, das fujimorikritisch berichtete und sich durch Aufdeckung vieler politischer Skandale einen Namen gemacht hat. Aufgrund ihres für viele Peruaner zu hohen Preises haben Zeitungen aber nur eine begrenzte Leserschaft.

Fernsehen ist im ganzen Land verbreitet und ausnahmslos privat. Es überwiegen anspruchslose Unterhaltungsimporte aus anderen lateinamerikanischen Ländern oder den USA. Ein Fernsehmoderator, Jaime Bayly, sorgte mit einem Buch über die fiktiven Erlebnisse eines Homosexuellen in Lima für viel öffentlichen Gesprächsstoff.

Neben landesweiten gibt es auch lokale Rundfunkstationen, die für Ereignisse und Debatten vor Ort oft eine zuverlässige Informationsquelle sind. Gesendet wird neben Spanisch auch in Quechua.

Folgende Mobilfunkanbieter gibt es in Peru:

Obwohl nur wenige Peruaner einen eigenen Computer besitzen, sind Internetcafés im ganzen Land verbreitet und sehr preisgünstig. Für die Überwindung der Isolation abgelegener Landesteile spielt das Internet eine wichtige Rolle.

Sport

Fußball ist Nationalsport des Landes. Peru qualifizierte sich insgesamt viermal für die Fußballweltmeisterschaft und erreichte 1970 und 1978 das Viertelfinale. Beide Male war Teófilo Cubillas in der Mannschaft, 1972 wurde er zum südamerikanischen Fußballer des Jahres gewählt. Viele peruanische Nationalspieler (Paolo Guerrero, Claudio Pizarro, Jefferson Farfán, Yordy Reyna) spielen in europäischen Fußball-Ligen.

Neben dem Fußball ist auch Volleyball beliebt. Die Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen entfesselte in den 1980er Jahren mit ihren internationalen Erfolgen einen in Südamerika ungewöhnlichen Begeisterungssturm. 1988 gewann sie die olympische Silbermedaille. Außerdem erwarb Peru mehrere Medaillen in olympischen Schießwettbewerben, darunter eine Goldmedaille.

Eine weitere populäre Sportart ist das Surfen. An der Pazifikküste südlich von Lima befinden sich mehrere gute Surfgebiete. Der bisher größte Erfolg war der Gewinn der Surfweltmeisterschaften im Jahr 2004 durch Sofía Mulánovich.[86]

Feiertage

Neben lokalen Erntedank- und Patronatstagen gibt es folgende offizielle Feiertage:

Siehe auch

 Portal: Peru – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Peru

Literatur

Weblinks

 Commons: Peru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Peru – geographische und historische Karten
 Wiktionary: Peru – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Peru – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  2. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  3. SINANPE: Áreas Naturales Protegidas (Version vom 24. April 2012 im Internet Archive) (PDF; 121 kB) vom 29. März 2012.
  4. Allgemeine Informationen über Peru, Mai 2002
  5. Comisión de la Verdad y Reconciliación
  6. Conclusiones del presidente de la Comisión de la Verdad y Reconciliación (pag.4) (PDF; 123 kB)
  7. [Compendio de la historia del Perú del historiador peruano Gustavo Pons Muzzo]
  8. Peru Sozialstruktur (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ GmbH)
  9. Angabe für 2007, siehe El quechua muere de vergüenza en el Perú. elcomercio.pe. 6. November 2010. Abgerufen am 14. Juni 2013.
  10. Instituto Nacional de Estadística e Informática, Perfil sociodemográfico del Perú, p. 132.
  11. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Peru
  12. Lieselotte und Theodor Engl: Die Eroberung Perus in Augenzeugenberichten. Deutscher Taschenbuch Verlag, 1975.
  13. Patrick Johnstone: Gebet für die Welt, S. 532 f.
  14. a b c amnesty.de
  15. Regierungswebsite – Vorstellung der Aseguramiento Universal en Salud
  16. El Comercio, Sonntag, 22. Dezember 2013, Seite A24, Artikel Reforma de agua potable y alcantarillado von Pedro Pablo, Kuczynski, Vorsitzender der ONG Agua Limpia
  17. Dies und das Folgende nach Berthold Seewald: Deutsche Forscher finden riesige Pyramide in Peru. In: Die Welt, 19. Oktober 2006.
  18. Book Rags: José Gabriel Túpac Amaru Biography, abgerufen am 13. August 2010
  19. The Peru Reader, Duke University Press, 1995 pp.157-61. , zitiert über: Sarah Cline: Colonial and Neocolonial Latin America (1750-1900) (PDF; 170 kB)
  20. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 40-67 ff
  21. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 80 ff
  22. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 132
  23. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 139
  24. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 117
  25. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 166 ff
  26. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 191
  27. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 213
  28. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 175, 176
  29. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 254
  30. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 264
  31. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 256 ff
  32. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 262
  33. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 268
  34. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 299
  35. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 302
  36. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 322
  37. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 326
  38. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 323
  39. Historia del Peru Contemporaneo, Carlos Contreras, / Marcos Cueto, 5. Auflage, Instituto de Estudios Peruanos, Lima 2013, Seite 335
  40. Breve Historia General de los Peruanos, Fernando Rosas, Ediciones El Lector, 2009, Arequipa, Peru
  41. Frankfurter Rundschau am 11. Oktober 2008
  42. Klaus John: Erstaunliche Entwicklung in der peruanischen Politik. In: Diospi Suyana News, 23. Juli 2014.
  43. El Comercio, Dienstag, 24. Dezember 2013, Seite A10
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  47. 16. Jahresbericht (2012) Defensoría del Pueblo, Lima, Mai 2013
  48. tagesschau: Perus krisenanfällige Wachstumsstrategie - Wirtschaftswunder aus Gold, Silber und Kupfer (Version vom 15. Februar 2012 im Internet Archive), 7. August 2011
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  52. El Comercio, Samstag, 21. Dezember 2013, A4; Umfrage Encuesta Nacional de Hogares (Enaho, 2011)
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  55. Verwendung des BIP von Peru (absolut): gtai 2013, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
  56. Entwicklung der Inflationsrate von Peru: gtai 2013, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
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  79. Studie über Entwicklungsmöglichkeiten der peruanischen Staatsbahn ENAFER (PDF; 33 kB)
  80. Verkehrsopferzahl nach Busunglück nach GMX News
  81. Zahlen zu Verkehrstoten in El Comercio.pe
  82. SCI Verkehr: Peru zählt zu den aussichtsreichen Bahnmärkten in Südamerika. In: Peru-econ.de, 31. Juli 2013.
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  84. 26 Jahre unterwegs in Peru, C.Rosenthal, Iatros Verlag (2007), ISBN 3-937439-40-4, Webside Atelier Rosenthal
  85. Weltfilmproduktionsbericht (Auszug) (Version im Webarchiv WebCite), Screen Digest, Juni 2006, S. 205–207 (eingesehen am 28. Juli 2007)
  86. Eine Frage der Wellen. FAZ.net. Abgerufen am 29. April 2011.

-8.2333333333333-76.016666666667Koordinaten: 8° S, 76° W