Konzert für Orgel, Streicher und Pauke (Poulenc)

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Das Konzert für Orgel, Streicher und Pauke in g-Moll, FP93 ist ein Orgelkonzert des französischen Komponisten Francis Poulenc.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Orgelkonzert entstand im Jahr 1938 auf Wunsch von Poulencs Mäzenin Prinzessin Edmond de Polignac. Das Werk mit der ungewöhnlichen Besetzung stellt eine Hommage des Komponisten an Johann Sebastian Bach dar. Im 20. Jahrhundert war es längst nicht mehr üblich ein Solokonzert für Orgel zu schreiben, lag die Blüte dieses Genres doch im Barockzeitalter, mit Werken von unter anderem Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel. Ebenso wie in seinem Cembalokonzert verwendet Poulenc also eine barocke Form für die moderne Musik. Im Gegensatz zu den meisten Werken der alten Meister, schreibt der Komponist hier allerdings eine Orgel mit einem sehr großen Werk vor, um gigantische Klangeffekte zu erzielen. Die ungewöhnliche Nennung der Pauke als Soloinstrument ist dem Einfallsreichtum und der Experimentierfreude Poulencs geschuldet.

Zur Musik[Bearbeiten]

Das Orgelkonzert Poulencs besteht aus einem großen Satz, welcher in sieben kleinere Abteilungen unterteilt ist.

Das am Beginn stehende Andante eröffnet das Konzert mit einem Thema der Soloorgel, welche Tutti mit vollem Werk zu agieren hat. Die bedrohlich klingende Antwort des Orchester wird von leisen Paukenschlägen untermalt. Nach einem weiteren Solo der Orgel, nun in piano, stellt das Orchester ein lyrisches Thema vor, bevor der bedrohliche Duktus des Beginns, untermalt von lauten Paukenschlägen, zurückkehrt. Hier setzt das Allegro giocoso mit einem schnellen Thema ein, welches zunächst im Orchester erklingt und von der Orgel mit fallenden Tonleitern begleitet wird. Dieser Gedanke lässt sich als Hauptthema des Konzertes bezeichnen und kehrt in der Folge einige Male zurück. Der kurze Allegroteil geht in ein bedächtiges Subito andante moderato über, welches zunächst von der Orgel solo bestritten wird, bevor das Orchester das lyrische Thema aufnimmt und auf warme und ergreifende Weise weiterführt. Dies ist die längste Abteilung des Konzertes, das Thema wird hier auf einfallsreiche Weise weitergeführt und bearbeitet. Gegen Ende beschleunigt sich das Geschehen unter aufpeitschenden Akkorden von Orgel und Pauke, welche teilweise ins Dissonante abgeleiten und den Übergang zum Tempo allegro, molto agitato vorbereiten. Hier wird das Allegro-Thema der zweiten Abteilung wieder aufgenommen und mit schnellen Läufen der Streicher vorangetrieben. Dieser Teil gipfelt in einem großen Orgelsolo, in welches auch die Pauke mit mächtigen Schlägen einstimmt. Das folgende Lento besteht zunächst aus klagenden Streicherfiguren auf dem Untergrund der sanfter registrierten Orgel. Erneut führen aber mächtige Akkorde von Orgel und Pauke zum nächsten Allegro, welches erneut das Hauptthema aufnimmt. Die Orgel spielt das leicht veränderte Thema auf markanter Staccatobegleitung der Streicher. Der abschließende Largo-Teil des Konzertes beginnt mit dem Zitat des Konzertbeginns, bevor die Orgel diesen Gedanken piano verarbeitet, zunächst solo, anschließend begleitet von den Streichern. Ein ruhiger Charakter durchzieht den letzten Teil fast bis zum Ende. Hier wirft die nun markant mit Zungenpfeifen registrierte Soloorgel einen letzten Triller ein, welcher zum abschließenden Tuttiakkord des ganzen Orchesters führt.

Wirkung[Bearbeiten]

Das Orgelkonzert wurde am 21. Juni 1939 mit Maurice Duruflé an der Orgel in Paris uraufgeführt. Das innovative Konzert gehört heute zu den meistgespielten Werken Poulencs und in den Kanon der bedeutenden Orgelkonzerte. Deshalb wird es häufig in aller Welt aufgeführt.

Weblinks[Bearbeiten]