Winnaretta Singer

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Winnaretta Singer, 1918

Winnaretta Singer (* 8. Januar 1865 in Yonkers, New York; † 26. November 1943 in London) war eine Musikmäzenin und Erbin von Isaac Merritt Singer, der sein Vermögen mit der Nähmaschinenfabrik I.M. Singer & Company begründet hatte.

Leben[Bearbeiten]

Sie war eines der jüngeren unter den 20 Kindern von Isaac Merritt Singer. Ihre Mutter arrangierte gegen den Willen der lesbisch ausgerichteten Winnaretta 1887 eine Ehe mit Louis de Scey-Montbéliard. Diese Ehe wurde 1891 durch die katholische Kirche annulliert, was als Hinweis darauf verstanden werden kann, dass es nie zum Vollzug der Ehe kam. Ihre Homosexualität löste in den 1920er Jahren kurzfristig einen Skandal aus, der jedoch nur kurz anhielt.

1893, im Alter von 29 Jahren, ging sie jedoch bewusst eine "Getrennte Betten"-Ehe mit dem homosexuellen Edmond de Polignac ein. Die Ehe hielt bis zu seinem Tode im Jahre 1901. Nach dem Selbstmord ihrer Schwester Isabelle im Jahre 1896 übernahm sie die Erziehung deren Kinder, von denen die Tochter als Daisy Fellowes zu einer der wichtigsten Gesellschaftsgrößen des 20. Jahrhunderts wurde. Von 1923 bis zu ihrem Tode war ihre Lebensgefährtin Violet Trefusis.

Gemeinsam mit Ihrem Ehemann gründete sie den einflussreichen Pariser Salon de Polignac. Als Musikmäzenin vergab sie mehrfach Auftragsarbeiten an junge Komponisten. Dazu gehört unter anderem Igor Strawinskis Renard und Erik Saties Socrate. In ihrem Haus in Saint-Leu-la-Forêt verkehrten unter anderem Marcel Proust, Jean Cocteau, Claude Monet, John Singer Sargent, Djagilew sowie Colette. Manuel de Fallas El retablo de maese Pedro wurde in ihrem Haus uraufgeführt.

Winnaretta Singer förderte darüber hinaus eine ganze Reihe weiterer Kunstschaffende ihrer Zeit, darunter Nadia Boulanger, Clara Haskil, Arthur Rubinstein, Vladimir Horowitz, Ethel Smyth, Adela Maddison, die Ballets Russes, die Pariser Oper und das Orchestre Symphonique de Paris. Ihre Gemäldesammlung, zu der neben Édouard Manets Die Lektüre auch einige Gemälde von Claude Monet gehörten, gelangten 1944 als ihr Vermächtnis in den Louvre.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sylvia Kahan: Music's Modern Muse: A Life of Winnaretta Singer, Princesse de Polignac. Eastman Studies in Music, University of Rochester Press 2003, ISBN 1580461336
  • Michael de Cossart: Food of Love: Princesse Edmond de Polignac (1865-1943) and her Salon. Hamish Hamilton 1978, ISBN 0241897858

Weblinks[Bearbeiten]