Krillöl

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Krillöl ist ein aus dem Antarktischen Krill (Euphausia superba) extrahiertes Öl. Durch die in hohen Mengen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren ist es wirtschaftlich von hohem Interesse.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Zusammensetzung extrahierter Öle lässt sich in Phospholipiden (20–33 %), polare nicht-Phospholipide (64–77 %) und Minor-Triglyceride (1–3 %) einteilen. Unter den Phospholipiden dominieren neben den gesättigten Fettsäuren (24 %) die ernährungsphysiologisch wertvollen Omega-3-Fettsäuren (47 %). Unter ihnen ist Eicosapentaensäure (EPA, 20:5n3) mit 28 % vertreten und Docosahexaensäure (DHA, 22:6n3) mit 18 %. Die antioxidative Kapazität beträgt 9,4–14,2 μmol Trolox Äquivalente pro mL Öl und ist vom Extraktionsmittel abhängig.[1]

Wirkungen auf die Gesundheit[Bearbeiten]

Studien aus der Alternativmedizin deuten auf verschiedene positive Wirkungen auf die Gesundheit hin:

Eine Studie untersuchte die Wirkung auf das Prämenstruelle Syndrom bei Frauen (PMS). Bei vielen Frauen treten einige Tage vor Einsetzen der Regelblutung Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Depressionen auf. Die genauen Ursachen sind noch unklar aber vermutlich sind vermehrte Entzündungen, ausgelöst durch den veränderten Hormonspiegel, verantwortlich. Die Omega-3-Fettsäuren in Krillöl haben sowohl auf den Hormonhaushalt, als auch auf die Entzündungsvorgänge einen positiven Einfluss. In der Studie mussten 70 Frauen, aufgeteilt in zwei Gruppen, 3 Monate lang entweder 1 g Fischöl oder Krillöl täglich einnehmen. Zu festgelegten Zeitpunkten sollten die Frauen standardisierte Fragebögen ausfüllen, mit welchen ihre körperlichen und emotionalen Beschwerden erfasst wurden. In beiden Gruppen kam es zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome. Der Rückgang der benötigten Schmerzmittel war in der Krillöl-Gruppe noch deutlicher.[2]

Eine weitere Studie untersuchte die Auswirkungen von Krillöl, im Vergleich mit Fischöl, auf die Blutfettwerte. Die 120 Probanden wurden in 4 Gruppen unterteilt. 2 Gruppen bekamen Krillöl in unterschiedlichen Dosierungen bis 3 g, eine Gruppe erhielt 3 g Fischöl und die 4. Gruppe bekam ein Plazebo. Alle Gruppen haben ihr Präparat über 3 Monate genommen und während dieser Zeit wurden regelmäßig die Blutwerte kontrolliert. Sowohl Fisch- als auch Krillöl verbesserten die Blutfettwerte. Das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin und die Triglyceride wurden gesenkt, das HDL-Cholesterin erhöht. In der gleichen Dosierung von 3 g täglich war Krillöl dem Fischöl signifikant überlegen.[3]

Diese Ergebnisse sind jedoch in der Fachwelt umstritten:

Eine Studie der American Oil Chemists’ Society kommt zu dem Ergebnis, dass kein signifikanter ernährungsphysiologischer Unterschied zwischen Krillöl und Fischöl besteht, auch wenn Krillöl deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren enthält. Zudem konnten keine Änderungen in den Serum-Lipiden oder Biomarkern für oxidativen Stress oder Entzündungsreaktionen zur Kontrollgruppe festgestellt werden.[4]

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kam nach der Prüfung einer gesundheitsbezogenen Werbeaussage, nach Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health Claims) zu dem Schluss, dass keine Ursache-Wirkungs-Beziehung vorliegt. Der Verzehr von Krillöl hat keine Auswirkung auf die Blutkonzentration von Triglyceriden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Joseph C. Gigliotti, Matthew P. Davenport, Sarah K. Beamer, Janet C. Tou, J. Jaczynski: Extraction and characterisation of lipids from Antarctic krill (Euphausia superba). In: Food Chemistry. 125, Nr. 3, 2011, S. 1028–1036, doi:10.1016/j.foodchem.2010.10.013.
  2. F. Sampalis, R. Bunea u. a.: Evaluation of the effects of Neptune Krill Oil on the management of premenstrual syndrome and dysmenorrhea. In: Alternative Medicine Review. Band 8, Nummer 2, Mai 2003, S. 171–179, ISSN 1089-5159. PMID 12777162.
  3. R. Bunea, K. El Farrah, L. Deutsch: Evaluation of the effects of Neptune Krill Oil on the clinical course of hyperlipidemia. In: Alternative medicine review : a journal of clinical therapeutic. Band 9, Nummer 4, Dezember 2004, S. 420–428, ISSN 1089-5159. PMID 15656713.
  4.  Stine Ulven u. a.: Metabolic Effects of Krill Oil are Essentially Similar to Those of Fish Oil but at Lower Dose of EPA and DHA, in Healthy Volunteers. In: Lipids. 46, Nr. 1, 2011, S. 37–46, doi:10.1007/s11745-010-3490-4.
  5. Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to OptiEFAX™ and maintenance of normal blood concentrations of triglycerides pursuant to Article 13(5) of Regulation (EC) No 1924/2006, EFSA Journal, 2012, doi:10.2903/j.efsa.2012.2804