Kukruse

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Herrenhaus Kuckers (heute: Kukruse)

Kukruse (deutsch Kuckers) ist ein Dorf (estnisch küla) im estnischen Kreis Ida-Viru. Es gehört zur Landgemeinde Kohtla. Kukruse hat 58 Einwohner.[1] In Kukruse wurde in den 1870er Jahren als einem der ersten Orte weltweit Ölschiefer abgebaut. Während der Energiekrise 1916 wurde der Ölschiefer dann auch industriell erschlossen. Kukruse gab dem Kukersit, einem brennbaren Ölschiefersediment, seinen Namen.[2]

Bekannt ist vor allem das Gutshaus von Kukruse (Kukruse mõis). Das Rittergut von Kukruse wurde erstmals 1453 erwähnt. 1762 gelangte es in den Besitz der deutschbaltischen Familie von Toll. Aus Kukruse stammt der russische Polarforscher Eduard von Toll (1858–1902). 1919 wurde das Gut durch den estnischen Staat enteignet.

Das Herrenhaus im klassizistischen Stil sowie die Nebengebäude stammen in ihrer heutigen Form aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine Eichenallee führt zum Gutshaus, das von einem Waldpark umgeben ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich in Kukruse ein sowjetisches Kriegsgefangenenlager für ehemalige Angehörige der Wehrmacht. 1998 wurde in einem Waldgebiet nordöstlich des Ortes ein deutscher Kriegsgefangenenfriedhof eingeweiht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kohtlavv.ee/index.php?sect=20
  2. http://www.mois.ee/viru/kukruse.shtml

59.38583333333327.36Koordinaten: 59° 23′ N, 27° 22′ O