Löwitz

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem vorpommerschen Ort Löwitz. Siehe auch: Ortsteil der mecklenburgischen Stadt Rehna bzw. Schwerin-Löwitz.

53.71694444444413.7238888888897Koordinaten: 53° 43′ 1″ N, 13° 43′ 26″ O

Löwitz
Gemeinde Ducherow
Höhe: 7 m ü. NN
Fläche: 30,67 km²
Einwohner: 438 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Eingemeindung: 7. Juni 2009
Postleitzahl: 17398
Vorwahl: 039726

Löwitz ist seit dem 7. Juni 2009 ein Ortsteil der Gemeinde Ducherow im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Löwitz liegt westlich der Bundesstraße 109 und östlich der Bundesstraße 197. Anklam liegt etwa sieben Kilometer nördlich der Gemeinde. Die Bundesautobahn 20 ist über die Anschluss Neubrandenburg-Nord (ca. 23 km) zu erreichen. Den Süden der Gemeinde durchfließt der Große Landgraben.

Geschichte[Bearbeiten]

Feldsteinkirche in Löwitz
Marstall von Löwitz (am Giebel 2 Pferdeköpfe)
Denkmal Feldmarschall Kurt C. von Schwerin am Museum Greifswald 1978, erster Aufstellungsort war in Löwitz

Löwitz wurde urkundlich erstmals 1533 als Lowitz genannt. Der slawische Gründungsname wurde mit „Rindenbach“ gedeutet.[1]

Löwitz war im Besitz der Familie von Schwerin, namentlich Christoffer von Schwerin bei der Ersterwähnung 1533. Ihm folgte sein Sohn Klaus. 1620 war dann Antonius Dettlow von Schwerin der Besitzer.

Auf dem alten Familiensitz wurde 1684 der später berühmte preußische Generalfeldmarschall Kurt Christoph von Schwerin geboren. Er wurde 1740 in den Grafenstand erhoben. Er fiel 1757 vor Prag.

Im Jahr 1880 ließ Hans Graf von Schwerin hier von dem Berliner Baumeister Eduard Titz einen repräsentativen Wohnsitz als Schloss entwerfen und erbauen.[2] Der Park wurde aus diesem Anlass neu gestaltet, er wurde mit einer noch vorhandenen Backsteinmauer umgeben. Vor dem Schloss stand ursprünglich das bekannte Standbild des Feldmarschalls Kurt von Schwerin, das dann nach Schwerinsburg versetzt wurde, nach dem Krieg am Museum in Greifswald stand und jetzt nach Entscheid der Familie von Schwerin im Deutschen Museum in Berlin steht.

Der Bauherr von Löwitz bzw. dessen Witwe Maria waren bis 1932 im Besitz des Gutes, danach wurde es vom Ziethener Grafen von Schwerin verwaltet. Das Gut blieb bis 1945 im Besitz der Schwerine, war aber zeitweise verpachtet.[3] Während des Krieges wurde es als Lazarett genutzt, nach der Enteignung war es zuerst kurz Unterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene, bis dann bald darauf die Nutzung als Kinderheim bis etwa 1960 erfolgte. Nach 1960 verfiel das Schloss und wurde 1987 gesprengt und beseitigt.

Die Gutsgebäude wurden von den Neubauern der Bodenreform und später von der örtlichen LPG genutzt. Einige sind ruinös, andere, wie der Marstall am ummauerten Kirchhof sind noch recht gut in Schuss.

1994/95 wurde der Park durch eine ABM-Maßnahme beräumt und neu gestaltet, sowie mit Informationstafeln versehen (hier als Quelle mit verwendet).

Am 13. Juni 2004 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Schwerinsburg nach Löwitz eingemeindet.[4]

Ortsteile der ehemaligen Gemeinde Löwitz waren Schmuggerow, Sophienhof, Löwitz und Schwerinsburg.

Zeitgleich mit den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Löwitz und Rathebur nach Ducherow eingemeindet.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Ducherow

  • Gutsanlage Löwitz
  • Gutspark Löwitz mit Mauer und Gestaltungselementen
  • Marstall Gut Löwitz
  • Kirche Löwitz

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Löwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 84
  2. Eduard Titz auf bildindex.de; abgerufen am 10. Januar 2014
  3. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 124, ISBN 3-88042-636-8
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste