Rehau
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Landkreis: | Hof | |
| Höhe: | 528 m ü. NN | |
| Fläche: | 80,34 km² | |
| Einwohner: | 9815 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 122 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 95111 | |
| Vorwahl: | 09283 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HO | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 75 162 | |
| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Martin-Luther-Str. 1 95111 Rehau |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Michael Abraham (CSU) | |
| Lage der Stadt Rehau im Landkreis Hof | ||
Rehau ist eine Stadt im oberfänkischen Landkreis Hof in Bayern.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Eingebettet in die hügeligen Ausläufer des nördlichen Fichtelgebirges liegt die Stadt am Fuße des Großen Kornbergs (827 m über NN) im Nordosten von Oberfranken. Die Entfernung zur Grenze der Tschechischen Republik beträgt drei Kilometer, zur Grenze des Freistaats Sachsen neun Kilometer. Durch Rehau fließen der Perlenbach und der Höllbach, die sich im Stadtgebiet zur Schwesnitz vereinigen.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Regnitzlosau, Hranice u Aše (Roßbach), Krásná (Schönbach b. Asch), Aš (Asch), Selb, Schönwald, Schwarzenbach an der Saale, Oberkotzau und Döhlau.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Neben Rehau besteht die Stadt aus folgenden Ortsteilen:
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Weiler und Einöde:
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[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Namensentwicklung
Trotz des sprechenden Wappens aus dem Jahr 1427 hat der Name Rehau weder mit einem Reh noch mit einer Au etwas zu tun. Rehau taucht als Resawe 1234 erstmal auf und dürfte auf das slawische Wort rezawe zurückgehen, welches einen Waldausschnitt oder eine Waldrodung bezeichnet. Im Laufe der Zeit verschwand das s und der Name wurde zu Reh-Au umgedeutet (ein W wurde in jener Zeit häufig als U geschrieben). Auf einer bronzenen Grabtafel des ersten Rehauer Pfarrers Behr aus dem Jahr 1497 wird noch die Schreibweise Rehaw verwendet. [1]
[Bearbeiten] Geschichte von Rehau
Rehau wurde 1234 erstmals urkundlich als Resawe erwähnt und bekam 1427 die Stadtrechte verliehen. Schon vor der Erhebung zur Stadt bestand eine dem Heiligen Jobst geweihte Kapelle, die der Mutterkirche in Schwarzenbach an der Saale unterstand. Am 22. Mai 1470 stellte der Rat der Stadt Rehau erfolgreich den Antrag auf Gründung einer eigenen Pfarrei. Aufgrund der Zugehörigkeit zum Fürstentum Kulmbach (seit 1604 Fürstentum Bayreuth), das von 1527 bis 1541 vom Ansbacher Markgrafen Georg (Brandenburg-Ansbach) mitregiert wurde, führte man in Rehau die lutherische Reformation ein. Die auf dem Grund der alten Kapelle errichtete und heute protestantische Hauptkirche trägt immer noch den Namen Pfarrkirche St. Jobst. Die Pfarrkirche ist das älteste Bauwerk der Stadt. Der Kirchturm wurde 1607 aufgestockt und mit einem Gedenkstein, der diese Jahreszahl trägt, versehen. Diese Jahreszahl ist die älteste Inschrift in Rehau.
1647 fand im Stadtteil Pilgramsreuth, damals noch ein selbstständiges Dorf, der erste feldmäßige Kartoffelanbau in Deutschland statt, zwei Jahre vor dem ersten Anbau in Preußen.
1763 und 1817 verwüsteten verheerende Brände fast die ganze Stadt. Der schachbrettartige Wiederaufbau nach 1817 unter der Leitung von Johann Wilhelm Baumann dauerte bis 1824 und gilt als Beispiel einer klassizistischen Städteplanung. Rehau gehörte in dieser Zeit bereits zu Bayern. Die wiederaufgebaute Pfarrkirche bekam einen klassizistischen Innenraum.
Im Frühjahr 1945 verlief der zweite Todesmarsch von Helmbrechts durch das heutige Rehauer Stadtgebiet. 1175 weibliche Häftlinge wurden aus dem KZ-Außenlager Helmbrechts evakuiert und sollten über Franzensbad ins böhmische Wallern gebracht werden. Zwischen 200 und 500 Frauen starben unterwegs an Erschöpfung oder wurden ermordet. In einem Sammelgrab auf dem kommunalen Friedhof von Rehau liegen vier dieser KZ-Opfer bestattet.
Zwischen Juli 1946 und Frühjahr 1948 bestand in Rehau ein Lager für jüdische Displaced Persons (Abkürzung: DPs), in dem zwischen 250 (1946) und 87 (1947) Holocaustüberlebende untergebracht waren.
Bis 1972 war Rehau Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Das moderne Rathaus der Stadt beherbergte bis zur Landkreisreform das ehemalige Landratsamt. Im Rahmen der Gebietsreform 1978 wurde die Kommune um fünf vormals selbständige Gemeinden erweitert.
Im Sommer 2002 fand vor der Stadt das Bundeslager des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder ( VCP) unter dem Motto Jurtown – It's Yourtown statt. An dem Lager nahmen ca. 4100 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet, sowie viele internationale Gäste (aus Thailand, Finnland, Israel usw.) teil. Am 1. Mai 2007 übernahm Michael Abraham das Amt des Ersten Bürgermeisters der Stadt Rehau. Er ist zugleich einer der jüngsten Bürgermeister in Bayern.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
1978 wurden die ehemaligen Gemeinden Faßmannsreuth, Fohrenreuth, Neuhausen, Pilgramsreuth und Wurlitz sowie der Ortsteil Kühschwitz aus der ehemaligen Gemeinde Kautendorf nach Rehau eingemeindet.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
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Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bis 2000 [1], ab 2002 [2]
[Bearbeiten] Politik
Hauptamtlicher Erster Bürgermeister ist Michael Abraham (CSU).
Der Stadtrat hat 24 Mitglieder:
[Bearbeiten] Patenschaft/Städtepartnerschaften
- 1954 wurde zusammen mit der Stadt Selb die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Nachbarstadt Asch übernommen.
- Seit 1963 besteht eine Städtefreundschaft mit Bourgoin-Jallieu in Frankreich im Département Isère (zwischen Lyon und Grenoble). Ausgangspunkt dieser Freundschaft waren die sogenannten Franzosengräber, zwei Gräber napoleonischer Soldaten aus dem Jahre 1813 im Rehauer Wald. Beim Rückzug von Napoleons Armee wurden die beiden Soldaten zurückgelassen und von Bauern im Rehauer Ortsteil Faßmannsreuth gepflegt. Nach ihrem Tod wurden sie im Wald beigesetzt. Seitdem wurden die Gräber über alle Zeiten hinweg immer von der Bevölkerung gepflegt. Als eine französische Besuchergruppe darauf aufmerksam wurde, fand deren Bericht in Frankreich großen Widerhall und so wurde der Grundstein der Städtefreundschaft zwischen Rehau und Borugoin-Jallieu gelegt. Dies war eine der ersten Partnerschaften zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Seit 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Oelsnitz im Vogtland.
- Seit 2004 besteht eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Oborniki Slaskie (Obernigk in Niederschlesien) nördlich von Breslau.
Die Stadt war maßgeblich an der Gründung der tschechisch-deutschen Vereinigung Freunde im Herzen Europas beteiligt.
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: In Silber steht auf grünem Boden zwischen zwei grünen Nadelbäumen ein springendes rotes Reh, dessen linkes Vorderblatt mit einem von Silber und Schwarz gevierten Schildchen belegt ist.[2]
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
Das Museum am Maxplatz zeigt Exponate zur Stadtgeschichte und zur Industrie, die jahrhundertelang prägend für die Entwicklung der Stadt war. Besonderer Augenmerk wird auf das Gerberhandwerk, auf die Porzellanherstellung und die Flussperlmuschel gelegt. In der Ascher Heimatstube und der Roßbacher Weberstube wird das kulturelle Erbe der Sudetendeutschen dokumentiert. Im angeschlossenen Puppenmuseum werden Puppen aus über einem Jahrhundert gezeigt. Die Sammlung entstand aus einer privaten Sammlung.
Die Mechanische Werkstatt im Angergässchen ist ein Zeugnis der Anfangszeit der Industrialisierung in Rehau und besticht heute durch die erhaltene Originaleinrichtung. In ihr lernte Dr. Hans Vogt, der Miterfinder des Tonfilms.
Im Kunsthaus ist das IKKP, das Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie untergebracht. Das IKKP versammelt die Arbeiten von Professor Eugen Gomringer, dem Erfinder der Konkreten Poesie. Im Skulpturengarten um das Kunsthaus sind Kunstobjekte verschiedener Künstler ausgestellt.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Das alle zwei Jahre abgehaltene Heimat- und Wiesenfest findet abwechselnd mit dem Rehauer Stadtfest statt.
[Bearbeiten] Medien
Das Rehauer Tagblatt versorgt seit über 110 Jahren Rehau und sein Umland täglich mit Nachrichten. Es wird zusammen mit der Frankenpost herausgegeben.
[Bearbeiten] Bildung
- Fachschule für Kunststofftechnik des Landkreises Hof in Rehau
- Forschungs- und Innovationscenter e. V.: KeKuTex
- Staatliche Berufschule Hof - Schulort Rehau
- Gutenbergschule Rehau
- Pestalozzischule Rehau
- Markgraf-Friedrich-Schule, Staatliche Realschule Rehau
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Die Industrialisierung der Stadt wurde über hundert Jahre durch zwei inzwischen geschlossene Porzellanfabriken wesentlich mitbestimmt: Zeh, Scherzer & Co (1880–1992) sowie Hertel-Jacob (1907–1970). Die Stadt Rehau besitzt die höchste Industriedichte Bayerns.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
- REHAU Gruppe
- Bezirksklinik Rehau: Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Institutsambulanz
- Böhme Entsorgungsdienstleistungen
- Lamilux Heinrich Strunz GmbH
- Dötsch Elektromaschinen + Elektrotechnik GmbH
- Südleder GmbH & Co
- Hydrotec AG
- KALOS Lederwaren Kuno Preßl KG
- STEMA-Fensterbau
- Kaufmann Keramik GmbH
[Bearbeiten] Verkehr
Die Stadt Rehau ist mit zwei Anschlussstellen an die A 93 angebunden. Die B 289 verbindet Rehau mit der A 9.
Die Bahnstrecke Cheb-Oberkotzau verläuft durch Rehau. Im Ortsteil Wurlitz liegt ein Haltepunkt, in Rehau ein Bahnhof.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Peter Angermann, Maler (* 1945)
- Eberhard Bodenschatz (* 1959), Physiker
- Karl-Heinrich Bodenschatz (1890–1979), im Ersten Weltkrieg Adjutant Manfred von Richthofens, später General der Luftwaffe und Adjutant Hermann Görings
- Arthur Grimm (Fotograf), Fotograf (1908–nach 1990)
- Hans Grimm (Regisseur), Regisseur (1905–1998)
- Helmut Rothemund, SPD-Politiker (1929–2004)
- Dr. Hans Vogt, Ingenieur (1890–1979)
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Georg Denzler, katholischer Theologieprofessor, 1955–1956 Kaplan in Rehau
- Eugen Gomringer, Künstler
- Nora-Eugenie Gomringer, Künstlerin
- Elisabeth Scharfenberg, Bundestagsabgeordnete der GRÜNEN seit 2005
- Erhard Friedrich Vogel, Pfarrer in Rehau von 1775–1788
- Familie Wagner, Gründerfamilie der REHAU AG + Co, wird in der Liste der reichsten Deutschen aufgeführt
- Johann Christian Wirth, Pfarrer in Rehau von 1814–1818
[Bearbeiten] Sonstiges
Der Schriftsteller Karl May setzte Rehau ein literarisches Denkmal in seinem 1897 erschienenen Roman Weihnacht. Zu Beginn des Romans trifft der aus Sachsen stammende Ich-Erzähler (= Old Shatterhand) in Rehau eine arme Familie, die sich ohne Geld bis nach Bremen durchbetteln will, um von dort nach Amerika zu einem Verwandten zu reisen. Der Ich-Erzähler ringt sich dazu durch, der hoffnungslosen Familie seine Reisekasse zu überlassen. Etliche Jahre später, der Ich-Erzähler ist längst als Old Shatterhand bekannt, will er sich mit Winnetou in der Stadt Weston in Amerika treffen. Dort trifft Old Shatterhand aus Zufall mit der Familie aus Rehau zusammen, die ihn darum bittet, nach einen vermissten Verwandten von ihnen zu suchen, der in den Rocky Mountains verschwunden ist. Zusammen mit Winnetou macht er sich auf den Weg.
[Bearbeiten] Literatur
- Ernst Zeh: Heimatkunde des bayrischen Bezirksamtes Rehau, Band 1, Geschichte der Stadt Rehau 1916, Nachdruck 1987
- Erinnerungen an das alte Rehau Hoermann-Verlag Hof, 1977
- Hans Höllerich, Reinhard Feldrapp: Rehau Oberfränkische Verlagsanstalt Hof, 1986
- Albrecht Bald: Der Aufstieg des Nationalsozialismus in einem punktuell industrialisierten Raum Nordostoberfrankens (Selb – Rehau) in Jahrbuch Archiv für Geschichte von Oberfranken, 1987.
- Daniel Jonah Goldhagen: Hitler's Willing Executioners. Ordinary Germans and the Holocaust. London 1996. Über den Todesmarsch von Helmbrechts mit ausdrücklicher Erwähnung des Rehauer Stadtteils Neuhausen.
- Hans Höllerich: Geschichte der Kirche und Pfarrei Rehau. Rehau 1970
- Reinhard Höllerich: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern / Oberfranken Bd. 3 / Ehemaliger Landkreis Rehau und ehemals kreisfreie Stadt Selb. Kommission für Bayerische Landesgeschichte München 1977
- Jim G. Tobias: Vorübergehende Heimat im Land der Täter. Jüdische DP-Camps in Franken 1945-1949. Nürnberg 2002.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Ernst Zeh, Heimatkunde der Stadt Rehau, S. 14
- ↑ Haus der Bayerischen Geschichte: Wappenbeschreibung, 10. Mai 2009
[Bearbeiten] Weblinks
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