Rehna

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rehna
Rehna
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rehna hervorgehoben
53.77944444444411.04972222222224Koordinaten: 53° 47′ N, 11° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Rehna
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 44,29 km²
Einwohner: 3576 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19217
Vorwahl: 038872
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 065
Adresse der
Stadtverwaltung:
Freiheitsplatz 1
19217 Rehna
Webpräsenz: www.rehna.de
Bürgermeister: Hans Jochen Oldenburg
Lage der Stadt Rehna im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Rostock Landkreis Rostock Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Ludwigslust-Parchim Bad Kleinen Barnekow Bobitz Dorf Mecklenburg Groß Stieten Hohen Viecheln Lübow Metelsdorf Ventschow Dragun Gadebusch Kneese Krembz Mühlen Eichsen Rögnitz Roggendorf (Mecklenburg) Veelböken Bernstorf Gägelow Stepenitztal Stepenitztal Stepenitztal Plüschow Roggenstorf Rüting Testorf-Steinfort Upahl Warnow (bei Grevesmühlen) Damshagen Hohenkirchen (Mecklenburg) Kalkhorst Klütz Zierow Alt Meteln Bad Kleinen Brüsewitz Cramonshagen Dalberg-Wendelstorf Gottesgabe (bei Schwerin) Grambow (bei Schwerin) Klein Trebbow Lübstorf Lützow (Mecklenburg) Perlin Pingelshagen Pokrent Schildetal Seehof (Mecklenburg) Zickhusen Benz (bei Wismar) Blowatz Boiensdorf Hornstorf Krusenhagen Neuburg (Mecklenburg) Bibow Glasin Jesendorf Jesendorf Lübberstorf Neukloster Passee Warin Züsow Zurow Carlow (Mecklenburg) Dechow Groß Molzahn Holdorf (Mecklenburg) Königsfeld (Mecklenburg) Rehna Rehna Rehna Rieps Schlagsdorf Thandorf Utecht Wedendorfersee Dassow Grieben (Mecklenburg) Groß Siemz Lockwisch Lüdersdorf Menzendorf Niendorf (Amt Schönberger Land) Roduchelstorf Schönberg (Mecklenburg) Selmsdorf Boltenhagen Grevesmühlen Insel Poel Poel WismarKarte
Über dieses Bild

Rehna ist eine Kleinstadt im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes, dem neben Rehna 10 weitere Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Die im Herzen des Landkreises gelegene Stadt Rehna ist von Lübeck, Schwerin und der Ostseeküste jeweils etwa 25 Kilometer entfernt. Sie liegt beidseitig des Flusses Radegast - die Altstadt mit dem ehemaligen Nonnenkloster am linken Ufer. Die Umgebung Rehnas ist recht hügelig, nahe dem nordöstlichen Ortsteil Othenstorf werden 83 m ü. NN erreicht.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Rehna gehören die Ortsteile Brützkow, Falkenhagen, Gletzow, Löwitz, Nesow, Nesow Dorf, Neu Vitense, Othenstorf, Parber, Törber, Törberhals und Vitense.

Geschichte[Bearbeiten]

Rehnaer Kloster

Die erste Kirche von Rehna wird bereits 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet. Am 26. Dezember 1237 bestätigt der Ratzeburger Bischof Ludolf I. feierlich das neue Kloster Rehna. Rehna gehörte jedoch nie zum Bistum bzw. später zum Fürstentum Ratzeburg (Mecklenburg Strelitz). Die Innenstadt und Klostergebäude wurden im Rahmen der Städtebauförderung im Zeitraum von 1991 bis 2005 saniert, dafür wurden rund 9 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Die Sanierung der Stadt ist inzwischen weitgehend abgeschlossen und die Stadt wurde im Jahr 2006 nicht mehr in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde Othenstorf nach Brützkow und Falkenhagen nach Löwitz eingemeindet.[2] Brützkow wurde wiederum am 1. Juli 1973 nach Rehna eingemeindet.[2] Löwitz gehört seit dem 13. Juni 2004 zu Rehna.[3] Am 25. Mai 2014 wurden Nesow und Vitense in die Stadt eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Wahl vom 7. Juni 2009 hatte folgende Ergebnisse[5]:

  • AWG: 4 Sitze
  • Bürger für Rehna: 3 Sitze
  • Freie Bürgergemeinschaft Rehna: 2 Sitze
  • CDU: 1 Sitz
  • SPD: 1 Sitz
  • Die Linke: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Löwitz: 1 Sitz
  • Einzelbewerber Böttcher: 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 125 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold ein hersehender schwarzer Stierkopf mit goldener Krone, silbernen Hörnern, aufgerissenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell, das bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt.“

Das Wappen wurde 1997 von dem Weimarer Michael Zapfe neu gezeichnet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Gold (Gelb) und Schwarz; in der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des goldenen (gelben) und des schwarzen Streifens übergreifend, das Wappen der Stadt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Deutsches Haus

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Rehna

Deutsches Haus[Bearbeiten]

Hauptartikel: Deutsches Haus (Rehna)
Martensmann

Das Deutsche Haus zählt mit zu den ältesten Häusern der Klosterstadt Rehna. Auch wenn das Haus in der Gesamtdarstellung heute nur noch die ursprüngliche Größe erahnen lässt, so ist doch beim genauen Betrachten der Ursprung zu erkennen. Der Gebindeabstand beträgt 1,8 bis 2 Meter und deutet noch auf eine Dacheindeckung aus Stroh hin. Das etwa vier Meter hohe Erdgeschoss nimmt die große Diele im hinteren Bereich auf. Das Haus ist Herberge für den Martensmann. Dieser Brauch wird erstmals 1520 erwähnt. Es wird alljährlich am Martinstag den Mecklenburger Fürsten eine Tonne (Fass) Wein gesandt, auf dass sich die Fürsten vertragen.
Heute wird das Deutsche Haus als Vereinshaus der Stadt Rehna genutzt und beherbergt die Stadtbibliothek Rehna.

Gutshaus Löwitz um 1830

Gutshaus Löwitz[Bearbeiten]

Das denkmalgeschützte Gutshaus Löwitz ist 1827 im neogotischen Stil erbaut worden. Heute ist es in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand und steht seit 2008 zum Verkauf.

Gräber und Denkmäler für die Opfer des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Acht Gräber von Zwangsarbeitern für vier polnische Frauen und vier Männer, alle namentlich bekannt, die Opfer der Zwangsarbeit wurden, befinden sich auf dem Friedhof. Waren es anfänglich Holzkreuze, so erinnern seit 1986 Gedenksteine an diese Opfer unter den 3000 bis 4000 Männern und Frauen, überwiegend aus Polen, die im Amtsbereich von Rehna während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit auf Gütern und bei Gewerbetreibenden verrichten mussten. Ebenfalls auf dem Friedhof existiert eine Gedenkstätte aus dem Jahre 1949 für den antifaschistischen Widerstand, die u.a. an den kommunistischen Stadtverordneten Friedrich Dreyer erinnert, der zu den Opfern des Todesmarsches vom April 1945 gehört. In der Friedrich-Dreyer-Straße hängt eine Informationstafel für den ermordeten Kommunisten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahnhof in Rehna

Direkt an der Bundesstraße 104 gelegen, mit Bahnanschluss in die Landeshauptstadt Schwerin und der acht Kilometer entfernten Autobahn-Anschlussstelle Schönberg A 20 von Lübeck nach Rostock verfügt Rehna über eine gute überregionale Verkehrsanbindung. Pläne, die Bahnlinie von Schwerin über Rehna hinaus bis nach Schönberg an der Bahnlinie Lübeck–Bad Kleinen zu verlängern, wurden noch bis in die 1940er Jahre verfolgt, aber – bis auf ein paar Brückenbauwerke – nie verwirklicht.

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Awek Protech GmbH mit Sitz im Gewerbegebiet Am Kajatz produziert Kabelkonfektionen und Systemtechnik für Automatisierungstechnik, Bahn- und Luftfahrtindustrie sowie Bauteile für Robotertechnik. Das Unternehmen ist seit 1990 dort ansässig und gehört mit zu den größten Arbeitgebern der Region.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Johann Daniel Riedel (* 5. November 1786; † 11. Februar 1843 in Berlin) war ein deutscher Apotheker und Unternehmer
  • Peter Heinrich Lemke (* 27. Juli 1799; † 29. November 1882 in Carrolltown, USA), katholischer Priester und Wegbereiter der Benediktiner in Nordamerika
  • Lewis Jacob Marcus (* 15. Oktober 1809; † 7. Oktober 1881 in Manchester/England), Advokat und Ehrenbürger von Schwerin/Mecklenburg
  • Amely Bölte (* 6. Oktober 1811; † 15. November 1891 in Wiesbaden), deutsche Schriftstellerin
  • Georg Daniel (* 15. Januar 1829; † 8. April 1913 in Schwerin), deutscher Baumeister
  • Albert Schultz-Lupitz (* 26. April 1831; † 5. Januar 1899 in Lupitz), bekannt durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Nährstoffversorgung von Pflanzen
  • Wolfgang Rohner-Radegast (1920–2002), deutscher Verlagslektor, Lehrer und Schriftsteller
  • Siegfried Stark (* 12. Juni 1955), deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, S. 423 ff., ISBN 3-910179-06-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rehna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 18.1 bis 15.3.2014
  5. Wahlergebnis auf www.rehna.de