La Violencia

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La Violencia (spanisch: „Die Gewalt“) bezeichnet den gewaltsamen Konflikt zwischen der liberalen Partei (Partido Liberal Colombiano) und der konservativen Partei Kolumbiens (Partido Conservador Colombiano), der von 1948 bis etwa 1958 dauerte.

Ursprünge[Bearbeiten]

Die Ermordung des populären Präsidentschaftskandidaten Jorge Eliécer Gaitán 1948 löste schwere Unruhen in der Hauptstadt Bogotá, den sogenannten Bogotazo, aus. Diese Unruhen breiteten sich auch auf ländlichere Gebiete aus. Bis 1958 starben infolgedessen zwischen 180.000 und 300.000 Kolumbianer.[1][2][3][4]

Einige Historiker datieren den Konflikt anders. Sie argumentieren, der Konflikt habe bereits 1946 begonnen, als die Konservativen wieder an die Macht kamen. Dadurch habe auf lokaler Ebene die Führung der Polizei und der Stadträte gewechselt, was konservative Grundbesitzer ermutigt habe, liberalen Bauern Land wegzunehmen und so zu einem neuen Zyklus der Gewalt zwischen den beiden Parteien geführt habe.[1]

Entwicklung[Bearbeiten]

Während La Violencia organisierten Mitglieder der liberalen wie der kommunistischen Partei Selbstverteidigungsgruppen und Guerillaeinheiten, die gegen die Einheiten der konservativen Partei wie auch gegeneinander kämpften. Im Laufe der Auseinandersetzungen wurden 1949 die sogenannten „unabhängigen Republiken“ (repúblicas independientes) von der kommunistischen Partei Kolumbiens sowie liberalen und radikalen Bauern in Teilen des Landes gegründet. Aus den kommunistischen Selbstverteidigungsgruppen ging später die FARC hervor.

Ende[Bearbeiten]

Trotz der 1953 vom neu angetretenen General Gustavo Rojas Pinilla verkündeten Amnestie demobilisierten Teile dieser Gruppen nicht. Nachdem Rojas 1958 aus seinem Amt entfernt wurde, einigten sich die Liberalen und die Konservativen, die Macht zu teilen („Nationale Front“).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ramona Majka: Die Moderne und die Violencia. Zur Gesellschafts-, Konflikt- und Ideologiegeschichte Kolumbiens. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 2001, ISBN 3-631-37154-3.
  •  Dennis M. Rempe: Guerrillas, Bandits, and Independent Republics: US Counter-insurgency Efforts in Colombia 1959–1965. In: Small Wars and Insurgencies. 6, Nr. 3, Winter 1995, S. 304–327 (Online).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Grace Livingstone, Jenny Pearce (Vorwort): Inside Colombia: Drugs, Democracy, and War. Rutgers University Press, 2004, ISBN 0-8135-3443-7, S. 42.
  2. Doug Stokes: America's Other War : Terrorizing Colombia. Zed Books, 2005, ISBN 1-84277-547-2, S. 68.
    • Livingstone und Stokes nennen die Zahl von 200.000 Toten zwischen 1948 und 158 (Livingstone) und „ein Jahrzehnt Krieg“ (Stokes)
  3. Camilo A. Azcarate: Psychosocial Dynamics of the Armed Conflict in Colombia. In: Online Journal of Peace and Conflict Resolution. März 1999.
    • Azcarate nennt die Zahl von 300.000 Toten zwischen 1948 und 1959
  4. Pedro Ruz Gutierrez: Bullets, Bloodshed And Ballots; For Generations, Violence Has Defined Colombia’s Turbulent Political History. In: Orlando Sentinel. , Florida31. Oktober 1999, S. G1.
    • Politische Gewalt ist nicht Neues in Kolumbien. In den vergangenen 100 Jahren starben dadurch mehr als 500.000 Kolumbianer. Beim Krieg der Tausend Tage, einem Bürgerkrieg am Ende des 19. Jahrhunderts, starben etwa 100.000 Menschen.