Latrie
Die Latrie (von gr. λατρεια, latreía; Adjektiv latreutisch) bezeichnet in der Theologie der römisch-katholische und den orthodoxen Kirchen die Anbetung, eine Form der Verehrung, die dem dreieinigen Gott vorbehalten ist.
Der griechische Begriff bedeutet ursprünglich ‚Dienstbarkeit‘, ‚Knechtsdienst‘ und wurde dann auf die die kultische Verehrung übertragen. In der Apostelgeschichte dient er noch als Bezeichnung für die Götzenverehrung. Bereits die Kirchenväter Hieronymus und Augustinus' [1] verwenden ihn ausschließlich für die Verehrung Gottes.
Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin unterscheidet in seiner Summa theologica [2] die latria von der dulia, der Verehrung, die den Heiligen entgegengebracht wird. Weiterhin unterscheidet die katholische Theologie von der latria noch die hyperdulia, die Verehrung, mit der die Jungfrau Maria verehrt wird.
In der katholischen Kirche gilt die Latria auch der Eucharistie und findet ihren Ausdruck in der eucharistischen Anbetung. Im 16. Jahrhundert legte das Konzil von Trient fest, daß „alle Christgläubigen diesem heiligsten Sakrament bei der Verehrung gemäß dem in der katholischen Kirche stets gepflegten Brauche den Kult der Gottesverehrung, der dem wahren Gott geschuldet wird, erweisen sollen“.[3]
Die orthodoxen Kirchen unterscheiden zwischen der Latria und der Proskynesis, der Verehrung, die seinen Dienern und Symbolen, also auch verehrungswürdigen Personen wie Geistlichen und den Ikonen entgegengebracht wird.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ De Civitate Dei (Kap. X)
- ↑ Summa theologica, II. II. 103.3.
- ↑ Dekret über das Sakrament der Eucharistie, Kan. 6.