Anbetung
Anbetung (lateinisch adoratio, englisch worship) ist nach der Auffassung vieler Religionen eine direkte und verehrungsvolle Ansprache Gottes oder einer Gottheit, als Gottesverehrung (lat. devotio, auch Theolatrie) äußert sie sich im Gottesdienst (cultus).
Oft sind mit der Anbetung besondere Gesten verbunden, z. B. Niederknien, bestimmte Arm- und Handhaltungen oder eine Blickrichtung nach oben.
Das Wort wird auch im übertragenen Sinn verwendet (z. B. Er betete seine Frau an).
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Animismus, Polytheismus [Bearbeiten]
Das konkrete Denken der Völker seit den Urgesellschaften band die Anbetung oft an geheiligte Orte (Bäume, Quellen, Tempel, Gräber) oder Gegenstände (Amulette, Götterbilder) [1], was sich als Brauchtum auch in monotheistischen Religionen fortgesetzt hat.
Judentum, Christentum, Islam [Bearbeiten]
Das Judentum, Ausgangsreligion der abrahamitischen Religionen, kennt Anbetung im Sinne des Gebetes zu dem einen, unteilbaren Gott, der transzendent der Welt der Vielheit und der Dinge gegenübersteht. In einigen Psalmen wird deutlich, dass Anbetung mit Gesang und Instrumenten als Teil jüdischen Lebens verbunden sein kann.
Im jüdischen Monotheismus, der dem islamischen Tauhid entspricht, gilt:
- Kein anderer Gott soll angebetet werden:
- Kein anderer Gott sei unter dir, und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten! (Psalm 81,10)[2]
- Götzenbilder und das Werk der Hände sollen nicht angebetet werden:
- Ich will deine Götzenbilder und Steinmale aus deiner Mitte ausrotten, dass du nicht mehr anbeten sollst deiner Hände Werk. (Micha 5,12)
Gemäß der Vorstellung einer Dreieinigkeit Gottes beziehen christliche Kirchen auch Jesus als Sohn Gottes in ihre Anbetung mit ein. Dafür werden auch Belege aus dem Neuen Testament genannt. Die in der Offenbarung des Johannes an Jesus gerichtete Anbetung klingt ähnlich wie die an Gott gerichtete (Offb 4,11 EU, Offb 5,12 EU).[3] Einige Gemeinschaften wie die Zeugen Jehovas beschränken sich in der Anbetung auf den Jehova genannten Gott.
In der katholischen und der orthodoxen Kirche wird die Anbetung oder latreia, die nur dem dreifaltigen Gott zusteht, strikt von der Verehrung oder Dulia unterschieden, die auch Heiligen und Ikonen gezollt werden darf.
In der Bildenden Kunst [Bearbeiten]
Bekannte, traditionelle Motive der religiösen Malerei sind die Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige oder die Anbetung der Hirten. Die Versammlung um das Goldene Kalb zeigt die Anbetung eines Götzen.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Anleitung zum Gebet an Tseringma
- ↑ "Für dich gibt es keinen andern Gott. / Du sollst keinen fremden Gott anbeten." Text Psalm 81,10
- ↑ Weitere Belege bei Franz Graf-Stuhlhofer: Jesus Christus – Gottes Sohn. 3.Auflage, Leun 2012, S. 35–39. ISBN 3-88936-140-4