Lautverschiebung

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Mit Lautverschiebung werden bestimmte systematische Lautwandelphänomene bezeichnet, welche im Laufe der Entwicklung einer Sprache auftreten können.

Dabei wandeln sich nach gewissen Regeln Konsonanten und/oder Vokale regelhaft in andere um (zum Beispiel spiegelt die Alternanz von niederdeutsch und englisch water zu hochdeutsch Wasser, niederdeutsch eten oder eaten und englisch eat zu hochdeutsch essen die hochdeutsche Lautverschiebung wider).

Geschichte[Bearbeiten]

Lautverschiebungen lassen sich in der Geschichte vieler Sprachen beobachten. Sie treten schubweise auf, wobei der neue Zustand dann jahrhundertelang unverändert Bestand haben kann. Über die Auslöser so tiefgreifender Verschiebungen im Lautsystem einer Sprache besteht kein Konsens.

In der Geschichte der deutschen Sprache wird der Begriff „Lautverschiebung“ in erster Linie für zwei ähnlich gelagerte Konsonantenverschiebungen benutzt, die vom Indogermanischen über das Germanische zum Deutschen geführt haben, die erste Lautverschiebung sowie die zweite Lautverschiebung.[1]

Ein weiterer wichtiger Lautwandel, diesmal eine Vokalverschiebung, markiert den Übergang vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen und damit auch einen wichtigen Unterschied zu den meisten niederdeutschen Dialekten: die Diphthongierung von Langvokalen bzw. der Diphthongwandel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Wiese: Eine Zeitreise zu den Ursprüngen unserer Sprache. Wie die Indogermanistik unsere Wörter erklärt, Logos Verlag Berlin, 2007, ISBN 978-3832516017.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Lautverschiebung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Astrid Stedje: Deutsche Sprache gestern und heute. Einführung in Sprachgeschichte und Sprachkunde. Fink, München 1989, S. 41, 59. ISBN 3-7705-2514-0.