Leck mir den Arsch fein recht schön sauber
Leck mir den Arsch fein recht schön sauber (Köchelverzeichnis 382d) ist ein dreistimmiger Kanon von Wolfgang Amadeus Mozart. Entstanden ist er 1782 in Wien und wurde erstmals vom Leipziger Verlag Breitkopf & Härtel veröffentlicht.
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Einordnung
Er gehört zu einer Sammlung von frivolen Musikstücken, die zu Mozarts Lebzeiten unveröffentlicht geblieben sind. Diese für heutige Verhältnisse obszöne Sprache war typisch für das Haus Mozart. Der junge Mozart ist damit aufgewachsen und hat diese Sprache auch in seinen Werken verarbeitet. Was für die Nachwelt jedoch vulgär scheint, galt zu Mozarts Lebzeiten keineswegs als anstößig und war im Alltagsleben aller Bevölkerungsschichten weit verbreitet.[1]
Diese Musikstücke waren wahrscheinlich der Grund, weshalb das Auftreten und das Öffentlichkeitsbild Mozarts im Film Amadeus so dargestellt wurden. Auch dort wird auf die derbe Sprache im Hause Mozart Bezug genommen.
Text
Der wahrscheinlich originale Text von Mozart, der 1991 wiederentdeckt worden ist, lautet: [2]
„Leck mire den A.. recht schon,
fein sauber lecke ihn,
fein sauber lecke, leck mire den A...
Das ist ein fettigs Begehren,
nur gut mit Butter geschmiert,
den das Lecken der Braten mein tagliches Thun.
Drei lecken mehr als Zweie,
nur her, machet die Prob'
und leckt, leckt, leckt.
Jeder leckt sein A...fur sich.“
Hiervon war früher nur der Textanfang bekannt, in der Lesart Leck mir den Arsch fein recht schön sauber. In den ersten Druckausgaben der Mozartwerke von Breitkopf und Härtel wurde der ursprüngliche Text durch einen weniger anstößigen ersetzt:
„Nichts labt mich mehr als Wein
er schleicht so sacht hinein
er schleicht so sacht, er schleicht sacht hinein!
Er netzt, wenn alles gleich lechzet, die trockenen Kehlen allein;
läßt wenn Murrkopf auch ächzet, stets fröhlich mich sein.
Drum schwingt mit mir die Gläser! Stoßt an!
Laßt alle Sorgen sein! Stoßt an!
Wir ersäufen sie im Wein!“
Fußnoten
- ↑ Josef Heinz Eibel, Walter Senn (Hrsg.): Mozarts Bäsle-Briefe, 4. Auflage, München 1991, S.13 ff.
- ↑ Dennis Pajot, K233 and K234 Mozat's "Kiss my Ass" Canons Mozart Forum
Siehe auch
- Leck mich im Arsch, KV 382c
- Beym Arsch ist’s finster, KV 441b
- Difficile lectu mihi Mars, KV 559
Weblinks
- Leck mir den Arsch fein recht schön sauber: Partitur in der Neuen Mozart-Ausgabe
- Hintergrundinformation vom ORF