Lena Hades

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Lena Hades, 2013.

Lena Hades (russisch Лена Хейдиз/Lena Cheidis; * 2. Oktober 1959 in Kemerowo, Sibirien) ist eine russische Malerin, Fotografin, Schriftstellerin und Art-Theoretikerin.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Lena Hades wurde in Sibirien während der Dienstreise des Vaters geboren, am 2. Oktober 1959 am Tag der vollen Sonnenfinsternis. Ihr Vater arbeitete als Verbindungssystem-Ingenieur, die Mutter – als Ärztin. Im Alter von 35 Jahren ist der Vater der zukünftigen Künstlerin an multipler Sklerose krank geworden und starb im Alter von 51 Jahren. Seine Tochter Lena Hades besorgte ihn allein bis zum Tag seines Todes – 17. Januar 1985. Die Erinnerungen an Vater und sein tragisches Leben haben auf die Künstlerin einen tiefen Eindruck gemacht. Gerade wegen der Krankheit des Vaters erschien ihre Interesse zum Thema des Todes, sowie zu den philosophischen Problemen des Daseins – das sind die Grundthemen ihrer Kunstwerke. Lena Hades hat im Jahr 1982 Moskauer Staatliche Pädagogische Universität abgeschlossen (Fakultät für Mathematik und Physik), sie hat auch Fremdsprachenkurse abgeschlossen (Spanisch, Italienisch, Polnisch, Französisch, Deutsch, Englisch) und hat viele Jahre als Dolmetscherin gearbeitet. Im Alter von 35 Jahren hat sie beschlossen, Künstlerin zu werden, 1995 ist sie nach Deutschland als Künstlerin gefahren. In Köln hat sie ihre ersten Werke geschafft, ihr erstes Gemälde verkauft und ihr erstes Honorar bekommen.

Werk[Bearbeiten]

Wichtigstes Werk von Hades ist der Gemäldezyklus Also sprach Zarathustra, gewidmet dem dichterisch-philosophischen Hauptwerk des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra. Er besteht aus 40 Ölgemälden und Aquarellen, die über verschiedene Museen verteilt sind, darunter die Tretjakow-Galerie Moskau, das Puschkin-Museum Moskau und das Moskauer Museum für Moderne Kunst. Der Zyklus wurde auch auf der ersten Biennale von Moskau präsentiert. Lena Hades hat in mehr als 60 Gruppen- und Einzelausstellungen im Russland und Ausland ausgestellt und an wichtigen internationalen Ausstellungen teilgenommen, wie zum Beispiel an der Triennale der Graphik 2003 in Krakau und am sechsten internationalen Monat der Fotografie in Moskau Photobiennale 2006.

Das Buch Also sprach Zarathustra auf Deutsch und Russisch mit 20 Reproduktionen aus dem Gemäldezyklus wurde im Jahre 2004 vom Institut der Philosophie der russischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht. Diese wissenschaftliche Ausgabe enthält auch Kapitel, die von Jean-Christophe Ammann, Alexander Jakimowitsch und Olga Juschkowa geschrieben sind. . Der Umschlag und Schutzumschlag des Buches sind mit 2 Bildern von Lena Hades geschmückt. Die Ölbilder des Zyklus sind visuelle Metaphern, sie sind keine Illustrationen. Sie setzen den Text auf der Sprache auf plastische Weise fort. Hades versucht, den Nietzsche-Text mit Hilfe der Malerei zu interpretieren. Zur Zeit wohnt und arbeitet Lena Hades in Moskau.

Rezeption[Bearbeiten]

„Lena Hades Bildsprache äußerst sich oft bewußt, plakativ, weil es ihr um ‚Schautafeln’ geht, die aufrütteln, wachrufen wollen. Insofern hat sich an der Aufgabe des Künstlers nichts geändert: Er ist der Derwisch, der das kollektive Gedächtnis weniger beschwört als in Bewegung versetzt, jedoch stets aus einem Bewußtsein und Denken von Gegenwart. Lena Hades ist ein Derwisch.“ (Jean-Christophe Ammann).

Die berühmten Werke[Bearbeiten]

Lena Hades ist in der ganzen Welt nicht nur dank ihrem künstlich-graphischen Zyklus " Also sprach Zarathustra " bekannt, sondern auch dank ihren zwei Gemälden, die russische Nationalisten als „russophobe“ bezeichnen. Im Zusammenhang damit hat die Gruppe von russischen Nationalisten (mehr als 300 Menschen) im März 2008 die Künstlerin beim Gericht verklagt, ihrer Meinung nach schüren diese 2 Gemälde "Rassen- und Nationalfeindschaft und Hass" an. Das erste Gemälde heißt “Willkommen nach Russland” (1999), wurde vom Moskauer Museum der aktuellen Kunst angeschafft, [1] die Benennung des zweiten Gemäldes – Chimäre der geheimnisvollen russischen Seele (1996), es wurde nur einmal ausgestellt, während der 2. Moskauer Biennale der modernen Kunst im Jahr 2005. Russische Nationalisten wurden beleidigt, weil die Künstlerin die russische Seele als schreckliches Ungeheuer mit einer Flasche Wodka in der Hand, mit einer Harmonika, mit einem Buch von Dostojewski und mit einem Begleiter dargestellt hat. Die Nationalisten haben entschieden, dass es eine Parodie aufs Staatswappen von Russland und Beleidigung des Landes und seiner Einwohner ist. Das zweite Gemälde unter Benennung „Willkommen nach Russland“ zeigt den wahren ungeschmückten russischen Charakter –als zu aggressiv und gleichzeitig als sehr gottesfürchtig. Die Nationalisten haben entschieden, dass solche Wahrheit eine Beleidigung ist. .[2]

Gesellschaftliche Tätigkeit[Bearbeiten]

Im Juni 2010 wurde Lena Hades zur Angabe von Aussagen in Bezug auf diese 2 Gemälde in Basmannaja-Prokuratur der Stadt Moskau gerufen, ihr drohten gerichtliche Untersuchung und hohe Strafe, weil man sie wegen Hass- und Feindschaftspropaganda anklagen könnte. [3][4][5][6], [7] Am 6. Juli 2012 ist sie in den Hungerstreik getreten, um die Gruppe Pussy Riot zu unterstützen. [8] Sie forderte, die gefangenen Teilnehmerinnen der Punk-Gruppe zu befreien. Der Hungerstreik dauerte 25 Tage und führte zu schweren gesundheitlichen Problemen. Während des Streiks und vor dem Streik hat die Künstlerin eine Reihe von Pussy Riot-Porträts gemalt. [9] and resulted in severe health problems.[10]

Autobiographische Reihe[Bearbeiten]

Voller Kontrast zu obengenannten Werken ist die autobiographische Reihe von Gemälden „Mädchen mit Bandschleifen“. Das Gemälde "Mädchen mit Zöpfen, Frau mit Sense. Tanz» ist eine persönliche Offenbarung der Künstlerin. Gerade auf diesem Gemälde stellt die Künstlerin mutig und furchtlos mehrdeutige Welt des Todesreiches. Hades -das ist Gott der Toten. Solche Darstellung des Todesreiches ist mit der christlichen Welt nicht verbunden, sie ist Nietzsches Vorstellung über Hölle näher "sogar der Gott hat seine Hölle – seine Liebe zu Menschen". Das Gemälde "Mädchen mit Zöpfen, Frau mit Sense. Tanz» wird zur Kulmination der ganzen Gemäldereihe. Dieser dargestellte Tanz um heidnische Feuer gibt der Künstlerin die Möglichkeit, gleichberechtigt mit Jenseits zu sprechen, Feuerinitiation zu machen. Genau das Feuer des Todes hat geholfen, ihren Geist umzubauen und zu härten. Es gibt keine Angst mehr, sie hat Todesfurcht überwunden, das gibt Möglichkeit und Kräfte, das heilige Thema des Todes zu beherrschen. Der graphische Zyklus von Schädelwerken ist ein Beweis dafür, dass Lena Hades eine Künstlerin und ein Mensch ist, der an der Grenze zwischen Leben und Tod leben kann und dieses Wissen den Menschen durch ihre Kunst trägt. [11]

Bücher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lena Hades – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Художники: Хейдиз Лена (ru) ART4.RU Contemporary Art Museum. Abgerufen am 13. Dezember 2013.
  2. Artist Sued for Russophobia. In: Russia-InfoCentre. 8. Mai 2008. Abgerufen am 12. April 2012.
  3. Natalya Krainova: Artist Investigated in Test of Extremism Law. In: The Moscow Times, 22. Juni 2010. 
  4. Artist Lena Hades Accused of Russophobia. In: Russia-InfoCentre, 22. Juni 2010. 
  5. Rose Griffin: The art of revolution. In: The Moscow News, 12. Juni 2010. 
  6. В картинах Лены Хейдиз обнаружили экстремизм (ru) In: Kasparov.ru. 15. Juni 2010. Abgerufen am 12. April 2012.
  7. Химера Басманной прокуратуры (ru) In: newtimes.ru/. 28. Juni 2010. Abgerufen am 22. September 2014.
  8. Lena Hades: Голодовка в поддержку Pussy Riot (ru) 6. Juli 2012. Abgerufen am 22. September 2014.
  9. Lena Hades: What is Pussy Riot? (eng) 11. August 2012. Abgerufen am 22. September 2014.
  10. Lena Hades: проблемы (ru) 6. August 2012. Abgerufen am 22. September 2014.
  11. Hades art catalogue, 1999, p. 29.