Lotusgeburt

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Lotusgeburt in England

Wird die Nabelschnur nach der Geburt eines Kindes unabgeklemmt mit der Plazenta am Neugeborenen belassen, um eine natürliche Abnabelung abzuwarten, spricht man von einer Lotusgeburt, im englischsprachigen Raum lotus birth oder auch umbilical nonseverance genannt.[1][2]. Die Dauer beträgt 3 bis 10 Tage. Aufgrund der hohen Keimbelastung in Kliniken lässt sich eine Lotusgeburt dort nicht durchführen, weil sich sonst das neugeborene Kind mit Keimen infizieren würde.[3][4] Ein Medizinexperte empfiehlt, das Neugeborene bei einer Lotusgeburt dahingehend zu beobachten, ob es sich eine Infektion zuzieht.[5]

Die Bezeichnung Lotusgeburt geht auf die amerikanische Hellseherin Claire Lotus Day zurück, die die gängige Praxis und die Notwendigkeit des Durchtrennens der Nabelschnur hinterfragte.[6] Day stellte Beobachtungen bei Schimpansen an und gilt als erste Frau der westlichen Welt, die die Nabelschnur bei der Geburt ihres Kindes intakt ließ.[7] In den USA wurde die Lotusgeburt durch Jeannine Parvati Baker, in Australien durch Shivam Rachana propagiert.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Poladian:Umbilical Cord Trend: Lotus Birth Practices Keeping Placenta On Baby, 'Umbilical Nonseverance', International Business Times, 12. April 2013
  2. Madeline Scinto: Lotus Birth, craziest trend yet— Don’t cut that umbilical cord!, New York Post, 10. April 2013
  3. Birgit Laue: 1000 Fragen an die Hebamme. Gräfe Und Unzer, 2008, Seite 248. [1]
  4. Paula-Irene Villa, Stephan Moebius, Barbara Thiessen: Soziologie der Geburt. Campus Verlag, 2011, Seite 80. [2]
  5. RCOG statement on umbilical non-severance or "lotus birth". Royal College of Obstetricians and Gynaecologists. Abgerufen am 26. April 2013.
  6. Lotusgeburt FAQ
  7. Lotusgeburt: Fall-Bericht (PDF-Datei; 103 kB)
  8. Lotusgeburt (attachment-parenting.de)