Luftangriff auf Celle

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Bei dem einzigen Luftangriff auf Celle durch alliierte Bomber entstand in der Stadt Celle während des Zweiten Weltkrieges nur relativ geringer Sachschaden. Durch die Ereignisse unmittelbar nach dem Luftangriff, die als Massaker von Celle in die Geschichte eingegangen sind, kamen jedoch viele KZ-Häftlinge ums Leben. Vor Kriegsbeginn zählte die Stadt im Mai 1939 37.799 Einwohner[1].

Angriff, Opfer und Schäden[Bearbeiten]

Als eine der letzten Städte im Deutschen Reich wurde Celle am 8. April 1945 gegen 18 Uhr von 132 Flugzeugen angegriffen, die 240 Tonnen Sprengbomben auf den Güterbahnhof und seine Umgebung warfen. Die historische Altstadt und das Celler Schloss wurden jedoch nicht getroffen und blieben vollständig unversehrt.[2] Bahnhof und Güterbahnhof wurden schwer beschädigt, das Gaswerk und neun Handwerksbetriebe vollständig zerstört. Die Bahnüberführungen über Bahnhofstraße und Wiesenstraße stürzten ein. Vor allem in den Straßen Altenhäusen, Neustadt, Kirch-, Marien-, Ufer-, Fuhse-, Riemann- und Bahnhofstraße wurden auch Wohnhäuser von Bomben getroffen.

Die genaue Zahl der Todesopfer des Luftangriffes auf Celle konnte nie ermittelt werden. Neben 122 Einwohnern von Celle kam eine große Anzahl von KZ-Häftlingen ums Leben, da ein Zug auf dem Weg vom KZ Salzgitter-Drütte zum KZ Bergen-Belsen auf dem Celler Bahngelände vom Bomben getroffen wurde und zahlreiche Häftlinge nach dem Luftangriff von einem SS-Kommando sowie von Polizisten verfolgt und getötet wurden.

Insgesamt wurden 67 Häuser in Celle vollständig zerstört und zahlreiche beschädigt, was einem Zerstörungsgrad von 2,2 % entspricht[3]. Abgefahren wurden insgesamt 18.700 m³ Trümmerschutt[4].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutscher Städtetag: Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden, S. 384. Braunschweig 1952.
  2. Niedersächsisches Städtebuch, Stuttgart 1952.
  3. Deutscher Städtetag: Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden, S. 385. Braunschweig 1952.
  4. Deutscher Städtetag: Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden, S. 377. Braunschweig 1952.