Mainzer Minipressen-Messe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Mainzer Minipressen-Messe (MMPM) ist ein Treffpunkt der Minipressen, Kleinverlage, der Handpressendrucker, Buchkünstler und Autoren. Die Messe findet in Mainz alle zwei Jahre statt, öffnet an Christi Himmelfahrt (2013: Fronleichnam) und dauert bis zum darauf folgenden Sonntag. Die Mainzer Minipressen-Messe ist mit etwa 360 ausstellenden Kleinverlagen und durchschnittlich 10.000 Besuchern die größte Buchmesse der Kleinverlage und künstlerischen Handpressen in Europa.

Organisation[Bearbeiten]

Die Mainzer Minipressen-Messe wird von der Stadt Mainz veranstaltet und vom Mainzer Minipressen-Archiv MMPA des Gutenberg-Museums ausgerichtet. Das Selbstverständnis der Messe ist: „Eine Messe ohne Zensur...“. Jeder Kleinverlag kann mitmachen, gerade dann, wenn nicht unbedingt der geschäftliche Erfolg im Vordergrund steht, sondern Leidenschaft, Lust und Überzeugung sowie Spaß am Experiment.

Die Messe ist auch in den Kultursommer Rheinland-Pfalz eingebunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee für eine derartige Messe hatte bereits 1953 Victor Otto Stomps, der selbst Inhaber der Verlage Rabenpresse, Eremitenpresse und Neue Rabenpresse war. Über die Idee zur Messe kam Stomps jedoch nicht hinaus.

Es dauerte weitere zehn Jahre, bis der Herausgeber der Kyklos-Presse sich des Projektes annahm. 1963 griff er es auf und veranstaltete in Frankfurt am Main die 1. Literarische Pfingstmesse. Vorgestellt wurden erstmals Publikationen der Underdogs und Selberdrucker. 1964 folgte die zweite literarische Pfingstmesse, 1968 die dritte. Die Messe sollte die „aktuellen, literarischen, künstlerischen und politischen Tendenzen der Gegenwart dokumentieren“. Obgleich die Messe im Jahre 1968 sehr erfolgreich war, gab es keine weitere Veranstaltung in Frankfurt.

In ihrer heutigen Form wurde die Messe 1970 von Norbert Kubatzki, einem Mainzer Kleinverleger, aus der Taufe gehoben. 90 Aussteller zeigten im Mainzer Schloss ihre Bücher, Drucke und Zeitschriften, rund 9.000 Besucher kamen. Danach erfolgte ein Umzug in Zelte an das Rheinufer. Die 22. Messe fand 2013 erstmals in der Rheingoldhalle statt um ein gleichbleibendes Raumklima für die Bücher zu gewähren.

Victor Otto Stomps-Preis[Bearbeiten]

Anlässlich der MMPM vergibt die Stadt Mainz seit 1979 zu Ehren von Victor Otto Stomps den Victor Otto Stomps-Preis „für herausragende kleinverlegerische Leistungen“. Bereits vorher wurde ein Preis der Mainzer Minipressen-Messe von einer Jury unter Vorsitz von Norbert Kubatzki mehrfach vergeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Regina Goldschmitt: Die Geschichte der Mainzer Minipressen-Messe (MMPM) von 1970 bis 1993. Magisterarbeit an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Erlangen 1995.

Weblinks[Bearbeiten]