Martha Elizabeth Moxley

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Martha Elizabeth Moxley (* 16. August 1960 in San Francisco; † 30. oder 31. Oktober 1975 in Greenwich) war ein 15-jähriges Mordopfer in einem Mordfall, der aufgrund seiner „Kennedy-Verbindung“ in den Medien große Aufmerksamkeit erfuhr. Mehrere Bücher und Filme beschäftigen sich mit dem Fall. Das Buch von Leonard Levitt: Conviction: Solving the Moxley Murder: A Reporter and a Detective's Twenty-year Search for Justice wurde 2005 mit dem Edgar Allan Poe Award in der Kategorie Bestes Sachbuch ausgezeichnet.

Moxley wurde in San Francisco, Kalifornien, als Tochter von Dorthy und David Moxley geboren und lebte in Piedmont, Kalifornien. Martha und ihre Familie wohnten in Belle Haven, einem wohlhabenden Viertel von Greenwich, Connecticut. Ihr Freundeskreis bestand unter anderem aus ihren Nachbarn Thomas und Michael Skakel, Neffen von Ethel Kennedy, der Witwe von Robert F. Kennedy. Michael Skakel wurde mehr als 25 Jahre später des Mordes an Moxley überführt, nachdem Buchveröffentlichungen ihn als Täter benannt hatten.

Mord[Bearbeiten]

Am Abend des 30. Oktober 1975 verließ Martha mit Freunden das Haus und besuchte eine Halloween-Party im Skakel-Haus, nur einen Block entfernt. Laut ihren Freunden flirtete Moxley mit Thomas Skakel und küsste ihn. Martha wurde zuletzt zusammen mit Thomas Skakel in der Nähe des Pools des Skakel-Anwesens gegen 21.30 Uhr gesehen.

Moxleys Leichnam wurde am nächsten Tag unter einem Baum auf dem Anwesen ihrer Familie gefunden. Die Hose und Unterwäsche waren zwar heruntergerissen, Martha jedoch nicht sexuell missbraucht. Teile eines Sechser-Eisen-Golfschlägers wurden in der Nähe der Leiche gefunden. Die Autopsie ergab, dass sie mit dem Schläger sowohl erschlagen als auch erstochen wurde. Der Golfschläger stammte vom Skakel-Anwesen.

Erste Ermittlungen[Bearbeiten]

Thomas Skakel war bekanntermaßen die letzte Person, die Martha Moxley in der Nacht des Todes lebend gesehen hatte, und er besaß ein schwaches Alibi. Skakel wurde ein Hauptverdächtiger, aber sein Vater verbot die Einsicht in dessen schulische und psychologische Aufzeichnungen. Kenneth Littleton, welcher nur wenige Stunden vor dem Mord als Hauslehrer für die Skakel-Familie zu arbeiten begonnen hatte, wurde ebenfalls ein Hauptverdächtiger. Niemand wurde in dem Fall verhaftet, wodurch dieser über Jahrzehnte bei den Akten lag. In der Zwischenzeit wurden mehrere Bücher über das Verbrechen veröffentlicht, unter anderem Timothy Dumas’ „A Wealth of Evil“ und der Roman „A Season in Purgatory“ von Dominick Dunne, eine fiktive Geschichte über den Fall.

Im Laufe der Jahre änderten sowohl Thomas als auch Michael Skakel ihre Alibis für die Nacht des Moxley-Mordes signifikant. Michael Skakel behauptete, er habe von 23.30 Uhr bis 0.30 Uhr von einem Baum neben dem Moxley Anwesen aus die Fenster beobachtet und masturbiert. Zwei ehemalige Schüler eines Drogen-Rehabilitations-Zentrums, welches auch Michael Skakel im Jahr 1978 besucht hatte, gaben an, sie hätten gehört, dass Skakel zugab, Martha Moxley mit einem Golfschläger getötet zu haben. Nach Angabe des Mitschülers Gregory Coleman an der Élan School prahlte Skakel: „Ich werde mit dem Mord durchkommen. Ich bin ein Kennedy.“

Wiederaufnahme der Ermittlungen[Bearbeiten]

Als William Kennedy Smith im Jahre 1991 wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt wurde, tauchte ein Gerücht auf, er habe sich in der Mordnacht 1975 auf dem Skakel-Grundstück befunden und sei an dem Mordfall beteiligt gewesen. Obwohl sich dieses Gerücht als unbegründet erwies, führte es zu neuen Ermittlungen in dem längst geschlossenen Fall. Im Jahr 1993 veröffentlichte Dominick Dunne, Vater der ermordeten Schauspielerin Dominique Dunne, die fiktive Geschichte „A Season In Purgatory“, die dem Moxley-Fall sehr ähnelte. Mark Fuhrmans Buch von 1998 „Murder in Greenwich“ nannte Michael Skakel als Mörder und wies darauf hin, dass bei den polizeilichen Ermittlungen zahlreiche Fehler gemacht wurden. In den Jahren bevor die beiden Bücher erschienen, behaupteten bereits die beiden Greenwich-Kriminalbeamten Steve Carroll und Frank Garr sowie der Polizeireporter Leonard Levitt, dass Michael Skakel der Mörder von Martha Moxley sei.

Gerichtsverfahren[Bearbeiten]

Im Juni 1998 wurde die seltene „Ein-Mann Grand Jury“ einberufen und nach 18 Monaten wurde Michael Skakel im Juni 2000 des Mordes an Martha Moxley angeklagt. Am 7. Juni 2002 wurde Skakel für den Mord an Moxley schuldig gesprochen und erhielt eine Strafe von 20 Jahren bis zu lebenslänglich. Skakels Alibi war, dass er sich zum Zeitpunkt des Mordes im Hause seines Cousins aufhielt. Während des Prozesses hörten die Geschworenen einen Teil von einem Tonband, auf dem Skakel berichtete, dass er in der Nacht des Mordes in dem Baum masturbiert hatte, unter welchem Martha Moxleys Leiche am nächsten Morgen gefunden wurde. Skakel hatte nie den Mord an Moxley zugegeben. Die Staatsanwaltschaft nahm die Aussage von dem Band und überlagerte sie mit den Bildern von Moxleys Leiche. Diese Multi-Media-Präsentation wurde beim Schlussplädoyer den Geschworenen vorgeführt. Auf dem Tonband erwähnte Skakel, dass er, als er am nächsten Morgen aufgewacht sei, Panik gehabt habe, dass ihn jemand beim „Wichsen“ am vorherigen Abend gesehen hat. Der Staatsanwalt löschte die Passage des aufgenommenen Gesprächs, wo Skakel „beim Wichsen“ sagte, was den Verdacht schürte, dass er den Mord begangen hatte. Als die Journalistin Leslie Stahl den Staatsanwalt daraufhin wegen seiner Präsentation konfrontierte, meint dieser, das sei völlig angemessen.

Nach dem Prozess[Bearbeiten]

Im Januar 2003 schrieb Anwalt Robert F. Kennedy Jr., Michael Skakels Cousin, einen umstrittenen Artikel in „The Atlantic Monthly“ mit dem Titel „ein Justizirrtum“. Darin behauptet er, dass Skakels Anklage „von den aufgeheizten Medien ausgelöst wurde und dass jetzt ein unschuldiger Mensch im Gefängnis sitzt“. Kennedys Artikel argumentiert, dass es mehr Hinweise darauf gebe, dass Kenneth Littleton, der Privatlehrer der Skakel Familie, Martha Moxley getötet hätte. Er nennt Dominick Dunne die „treibende Kraft“ hinter Skakels Strafverfolgung.

Anfechtung und Berufung[Bearbeiten]

Michael Skakel fuhr fort, gegen sein Urteil zu kämpfen. Im November 2003 legte Skakel dem Obersten Gericht von Connecticut das Argument vor, dass das prozessführende Gericht irre, weil der Fall vor ein Jugendstrafgericht gehört hätte, weil er 1975 noch minderjährig gewesen war und dass die Verjährungsfrist für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe längst abgelaufen sei. Auch habe es staatsanwaltliches Fehlverhalten gegeben. Am 12. Januar 2006 wies das Gericht Skakels Antrag jedoch ab und bekräftigte seine Verurteilung. Daraufhin reichte Skakels Anwalt und ehemaliger United States Solicitor General, Theodore Olsen, am 12. Juni 2006 einen Antrag auf Aktenprüfung im Namen von Skakel beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein. Der Oberste Gerichtshof weigerte sich am 13. November 2006 den Fall anzuhören.

Seitdem kämpft Skakel um seine Freilassung und die Wiederaufnahme des Verfahrens bei dem Gericht, das ursprünglich für den Fall zuständig war. Skakels Cousin Robert F. Kennedy jr. benannte des Weiteren Gitano „Tony“ Bryant, einen ehemaligen Klassenkameraden Skakels von der Brunswick School in Greenwich. In einem Interview mit Skakels Privatdetektiv Vito Colucci im August 2003 sagte Bryant, dass einer seiner Begleiter in der Nacht des Mordes "Martha wollte, wenn nötig auch mit Gewalt." Bryant sagte weiter, dass er sich nie gemeldet habe, weil seine Mutter ihn gewarnt habe, dass er als Schwarzer in dem ungelösten Mord sofort gebrandmarkt werde.

Nach zweiwöchiger Verhandlung im April 2007 ermöglichte die Vorführung dieses Interviews, dass im September 2007 Skakels Anwälte eine Bittschrift, die zum Teil auf Bryants Aussage basiert, einreichten und um Wiederaufnahme des Verfahrens baten. Daraufhin antwortete die Staatsanwaltschaft, dass sie vermute, dass Byrant diese Geschichte erfunden habe, um sie gut zu verkaufen.

Das neue Skakel-Verteidigungsteam empfahl auch, dass ein Vollzeituntersuchungsteam alle vorhandenen und neue Beweise – besonders ein Buch über die Élan School – in Vorbereitung für die mündliche Verhandlung überprüfen solle. Sie argumentierten, dass keiner von der Élan School, außer Gregory Coleman, jemals ein Geständnis von Skakel gegenüber jemanden erwähnt habe, auch nicht gegenüber dem Autor des Buches.

Am 25. Oktober 2007 wies ein Richter des Obersten Gerichts den Antrag auf einen neuen Prozess mit der Begründung ab, dass Bryants Aussage nicht glaubwürdig sei und es kein Fehlverhalten der Ankläger bei den ursprünglichen Ermittlungen gebe. Skakels Anwältin deutete daraufhin an, dass sie gegen diese Entscheidung Berufung einlegen werde.

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martha Moxley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien