Maschinelle Autotransfusion

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Gerät zum Sammeln und Aufbereiten von Eigenblut (maschinelle Autotransfusion)

Als maschinelle Autotransfusion (MAT) bezeichnet man das Verfahren, bei dem man während oder nach einer Operation, die mit einem starken Blutverlust einhergeht, Blut des Patienten aus dem Operationsgebiet auffangen und wiederaufbereiten kann, um es dem Patienten zeitnah wieder zu re-transfundieren. Dieses Verfahren dient dazu, die Notwendigkeit von Fremdbluttransfusionen zu verringern, weil dabei trotz vielerlei Tests immer ein Restrisiko für Transfusionszwischenfälle verbleibt.

Die MAT wird meistens durch den behandelnden Anästhesisten durchgeführt, bedarf einer speziellen apparativen Ausstattung und ist viel aufwändiger und kostspieliger als die alternative Methode der Drainageblutretransfusion. Wichtiger Vorteil der MAT ist die Tatsache, dass die gewonnenen Erythrozyten (oder Vollblut, je nach Methode) fast vollständig von unerwünschten Fremdstoffen (z. B. Zelltrümmern, Entzündungsfaktoren) befreit sind, was zu geringeren Nebenwirkungen führt.[1]

Vom Namen eines der geläufigsten Geräte für die MAT leitet sich der - vor allem in den Fachkreisen - Trivialname des Verfahrens Cell Saver ab. Der "Zellenretter" zentrifugiert das gesammelte Blut zur Trennung der Erythrozyten, die nach einem Waschvorgang zur Autotransfusion bereitstehen. Zwecksorientiert sind auch andere Maschinen bekannt, wie der in der Kardiochirurgie bekannte "Hemobag", der in der Lage ist alle Komponenten des Blutes zu reinigen und als Vollblutkonzentrat wieder herzugeben.[2]

Kontraindikationen[Bearbeiten]

Kontraindikationen für eine MAT stellen Operationen an keimbelastetem (z.B. Peritonitis, Osteomyelitis) oder malignem neoplastischem Gewebe dar. Es bestünde in diesen Fällen die Gefahr, dass man dem Patienten Bakterien bzw. Krebszellen in die Blutbahn zurückgeben würde, da beim Zentrifugieren und Waschen des gesammelten Blutes dies nicht vollkommen von Bakterien oder Tumorzellen befreit sein könne. Bei Prostataoperationen wurde z. B. festgestellt, dass in 16 % der Fälle Tumorzellen vorlagen und 80 % des gesammelten Blutes eine hohe Bakterienbelastung aufwies. Eine Streuung dieser Bakterien bzw. Tumorzellen wäre die Folge, mit den Konsequenzen einer potentiellen Sepsis respektive Tumoraussaat. Deshalb sollte die Nutzung der intraoperativen maschinellen Autotransfusion bei Malignomoperationen oder Eingriffen mit Keimbelastung unterbleiben.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 1996; 31(2): 77-84 DOI: 10.1055/s-2007-995876 Maschinelle Autotransfusion (MAT) auch bei der transurethralen Resektion des Prostata-Adenoms (TUR-P)? - Untersuchungen der aufbereiteten gewaschenen Erythrozyten-Konzentrate (AGEK) vor einer möglichen Retransfusion V. E. Tumbass , Y. Schmitt , G. Schröter , A. Henn-Beilharz, C. Krier

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erythrozytenqualität nach maschineller Autotransfusion und Wundblutdrainage aus Der Anaesthesist: Verlag Springer-Medizin, Heft 50, Ausgabe 1 Ergänzung, Januar 2001 (ISSN: 0003-2417)
  2. Der Hemobag, Kurzbeschreibung auf der Produktseite (Englisch)