Megachile pluto

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Megachile pluto
Stavenn Megachile pluto.jpg

Megachile pluto

Systematik
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Apoidea
Bienen (Apiformes)
Familie: Megachilidae
Gattung: Mörtel- und Blattschneiderbienen (Megachile)
Art: Megachile pluto
Wissenschaftlicher Name
Megachile pluto
(Smith 1861)

Megachile pluto (Synonym Chalicodoma pluto) ist eine Art aus der Gattung Megachile (Blattschneider- und Mörtelbienen) aus der Ordnung der Hautflügler. Die nach ihrem Entdecker Alfred Russel Wallace auch als Wallace's Giant Bee (Wallace Riesenbiene) bezeichnete Biene gilt als größte Bienenart der Welt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Weibchen sind von intensiver schwarzer Farbe und haben eine Körperlänge von mehr als 23 mm. Die größten aufgefundenen Exemplare erreichten 39 mm und eine Flügelspannweite bis 63 mm. Ihr massiver Kopf ist mit 13 mm eher breiter als der Thorax und trägt übergroße vorstehende, am Ende dreizähnige Mandibeln. Die Stirnplatte ist dreizähnig und schwarz glänzend. Das Labrum ist vergrößert und mit dünn gestreuten aufrechten starren Haaren besetzt. Der Thorax ist dicht mit schwarzen kurzen Haaren bedeckt. Die Flügel sind bräunlich und glänzend. Die Beine sind kräftig, die Tibia sehr robust. Das Abdomen ist oben mit kurzen schwarzen, unten mit anliegenden starren Haaren bedeckt.[1]

Die Körperlänge der Männchen liegt zwischen 18 und 23 mm.

Verbreitung[Bearbeiten]

Alfred Russel Wallace fand 1859 ein einzelnes weibliches Exemplar auf der Insel Bacan im nördlichen Bereich der Molukken. Erst 1981 entdeckte der amerikanische Biologe Adam Messer auf den Bacan-Inseln insgesamt sechs Nester. Die seltenen Bienen waren den Einheimischen nicht bekannt.

Lebensweise[Bearbeiten]

Alle aufgefundenen Nester befanden sich innerhalb von bewohnten Termitennestern der Gattung Microcerotermes, die diese in Ästen und Stämmen von Bäumen angelegt hatten. Jedes Nest wurde von bis zu sechs Weibchen gemeinsam genutzt. Aus Holzfasern und dem Harz bauen die Tiere eine vertikale Hauptröhre in das Termitennest, von der aus sie Brutzellen und eine horizontale Zugangsröhre anlegen. Das Harz-Holzfaser-Gemisch härtet zu einem schwarzen wasserfesten Material aus, das den Termiten den Zugang zum Bienennest verwehrt. Das Harz gewinnen die Weibchen, indem sie mit den Spitzen ihrer großen Mandibeln kleine Brocken von den Bäumen kratzen, die sie danach durch Schaben mit dem Labrum zu Kugeln bis 10 mm Durchmesser formen.[2]

Im größten von Adam Messer vorgefundenen Nest waren 25 von 157 Brutzellen in Benutzung. Die genutzten Zellen besitzen einen stechenden harzigen Geruch, der beim Aushärten des Materials verloren geht. Die Bienen überziehen die Zellen mehrfach mit neuen Schichten des aromatischen Harzes von Flügelfruchtgewächsen. Möglicherweise nutzen die Tiere die fungiziden Eigenschaften des Harzes, um ihre Nester gegen mit Pollen eingeschleppte Pilzsporen zu schützen.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Duncan Michener: Bees of the World. Second Edition, Johns Hopkins University Press, Baltimore 2007, ISBN 0-801-88573-6, S. 551–552 (Google bücher).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frederick Smith: Descriptions of Hymenopterous Insects collected by Mr. A. R. Wallace in the Islands of Batchian, Kaisaa, Amboyna, Gilolo, and at Dory, in New Guinea. In: Linnean Society (Hrsg.): Journal of the proceedings of the Linnean Society: Zoology. Band 5, London 1861, S. 133 (Google Bücher).
  2. Rod Preston-Mafham, Ken Preston-Mafham: The Encyclopedia of Land Invertebrate Behaviour. MIT Press, Cambridge, Mass. 1993, ISBN 0-262-16137-0, S. 222 (Google bücher)
  3. Jean H. Langenheim: Plant resins: Chemistry, Evolution, Ecology, Ethnobotany. Timber Press, Portland/Oregon & Cambridge 2003, ISBN 0-88192-574-8. S. 233 (Google bücher)

Weblinks[Bearbeiten]