Mike Grell

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Mike Grell (* 1947) ist ein US-amerikanischer Comicautor und -zeichner.

Leben und Arbeit[Bearbeiten]

Nach dem Kunststudium an der University of Wisconsin-Green Bay und der Chicago Academy of Fine Art begann Grell ab 1972 in der Comicbranche zu arbeiten. Sein erstes Engagement fand der dabei als Assistent von Dale Messick mit dem er an dem Zeitungscomicstrip Brenda Starr arbeitete.

1973 siedelte Grell nach New York City über, wo er zunächst bei dem Comicverlag DC-Comics Arbeit fand. Dort wurde er zunächst der von Cary Bates verfassten Serie Superboy and the Legion of Super-Heroes als Zeichner zugewiesen, für die er bis in die späten 1970er tätig blieb.

1976 schuf Grell die Figur des amerikanischen Airforcepiloten Travis Morgan, der bei einem Flugzeugabsturz durch ein versteckes Portal in der Arktis in die im Inneren der Erde gelegene Welt von Skartaris - einem eigentümlichen Amalgam aus Steinzeit, ritterlichem Mittelalter und einer an die Flash Gordon Geschichten gemahnenden Zukunft - verschlagen wird, wo er fortan unter dem Namen Warlord allerhand Abenteuer erlebt. Das Warlord-Konzept stieß bei der Leitung von DC auf ein positives Echo und wurde so schließlich - nach einer sich zufriedenstellend verkaufenden Testgeschichte in First Issue Special # 8 vom November 1975 - in den Mittelpunkt einer eigenen gleichnamigen Serie, Warlord, gestellt, die Grell bis in die Mittachtziger Jahre betreute. In den späten 1970er Jahren war die Serie - eine der ersten Serien der "Schwert- und Zaubereiwelle" die mit Conan ihren Höhepunkt erreichte - zeitweise der sich am besten verkaufende Titel im Verlagsprogramm von DC. In Deutschland sind drei Bände der Warlord-Reihe bei Cross Cult erschienen.

Zur gleichen Zeit arbeitete Grell außerdem an Serien wie Aquaman, Batman und Phantom Stranger, sowie - gemeinsam mit Dennis O'Neil - an der 1976 neugestarteten Serien Green Lantern/ Green Arrow.

vom 19. Juli 1981 bis 27. Februar 1983 schrieb und zeichnete Grell außerdem einen Tarzancomicstrip der damals - und erneut 2004/2005 - in verschiedenen Tageszeitungen erschien.

Grells persönlichste Arbeit ist die Serie Jon Sable Freelance and Starslayer, welche er für den Verlag First Comics schuf, rechtlich jedoch sein Privatbesitz ist (creator owned series). Die Serie handelt von einem ehemaligen olympischen Athleten und Großwildjäger - auch ein Hobby Grells - der sich als Söldner verdingt. Die Serie die 1983 startete erlebte unter anderem eine Fernsehadaption und eine Romanadaption (2000), die Grell selbst besorgte.

1987 schrieb und zeichnete Grell die extrem erfolgreiche Miniserie Green Arrow: The Longbow Hunters, die den traditionsreichen Charakter seiner auf ein kindlichens Publikum zugeschnittenen Charakteristika enthob und dem Geschmack reiferer Leser anpasste: So wurde der nach Grells Auffassung alberne Name Green Arrow nur mehr auf den Covern der Serie benutzt, während er in der Handlung niemals erwähnt wurde, bediente der Superheld sich nicht mehr humoristischen Trick-Pfeilen (wie z.B. Boxhandschuhpfeilen oder Bumerangpfeilen) sondern ausschließlich normaler, spitz zulaufender Pfeile. Außerdem kämpfte Green Arrow fortan nicht mehr gegen comictypische Superschurken sondern gegen "bodenständigere" Kriminelle, wie Drogendealer, Serienkiller oder Waffenschmuggler. Eine weitere Neuerung war die Bereitschaft der Figur ihre Widersacher notfalls auch zu töten. Der Erfolg von The Longbow Hunters führte schließlich dazu, dass Grell mit der Gestaltung der 1988 neugestarteten, monatlich erscheinenden, Green Arrow Serie betraut wurde, die er bis 1993 betreute.

Weitere Arbeiten Grells waren die James Bond Miniserie Permission to Die, sowie die Autorenschaft für die Comicadaption zu dem Kinofilm Licence to Kill.

2004 bis 2005 arbeitete er für Marvel Comics an Iron Man.

Grells Zeichenstil, der durch seine naturalistische, lebensechte Darstellung von Personen und Objekten auffällt, war in seiner Frühphase an dem Stil des Künstlers Neal Adams geschult. Spätere Einflüsse sind Joseph Clement Coll und Paul Calle. Im Gegensatz zu seinem detailverliebten Zeichenduktus ist sein Schreibstil sehr dicht und minimalistisch.

Grell lebt gegenwärtig gemeinsam mit seiner Ehefrau Lauri, einer bekannten Dressurreiterin und der Erfinderin des EQUUEST-Systems zur Pferdekommunikation, in Washington.

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