Minami-Torishima

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Minami-Torishima
Luftaufnahme von 1987
Luftaufnahme von 1987
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 24° 17′ 18″ N, 153° 58′ 52″ O24.288333333333153.9811111111118Koordinaten: 24° 17′ 18″ N, 153° 58′ 52″ O
Lage von Minami-Torishima
Länge 1,5 km
Breite 1,5 km
Fläche 1,51 km²
Höchste Erhebung 18 m
Karte von Minami-Torishima
Karte von Minami-Torishima

Die Minami-Torishima (jap. 南鳥島; wörtlich: „südliche Vogelinsel“), auch Marcusinsel (Marcus Island) genannt, ist eine japanische Koralleninsel im Pazifischen Ozean.

Geographie[Bearbeiten]

Minami-Torishima hat eine dreieckige Form und ist etwa 1,51 km²[1] groß. Es ist der östlichste Teil Japans, etwa 1848 km östlich von Tokio gelegen. Die nächste Insel ist Farallon de Pajaros der Nördlichen Marianen, 1021 km südwestlich gelegen.

Die Insel ist flach und kaum bewachsen, der höchste Punkt ist 18 m hoch. Ein großer Teil der Oberfläche ist mit Schrott und Betonteilen aus dem Zweiten Weltkrieg übersät. Heute gibt es dort eine Wetterstation, den 213 m hohen LORAN-C-Sendemast Minami-Torishima (bis 1985 war der Mast mit 411,48 m Höhe eines der höchsten Bauwerke in Japan) und eine Landebahn mit einem ungerichteten Funkfeuer.

Der beste Ankerplatz ist südlich bei 60 m Tiefe, 0,25 Nm entfernt. Ein 20 m langer Bootsanlegerpier befindet sich innerhalb des Riffs.

Verwaltungsmäßig gehört sie zur Gemeinde Ogasawara bzw. den Ogasawara-Inseln und somit zur Präfektur Tokio.

Klima[Bearbeiten]

Das ganze Jahr herrschen östliche Winde mit etwa 14 Kn vor, im Sommer etwas schwächer. Die Durchschnittstemperatur beträgt 26 °C, es wurden Werte zwischen 16 und 36 Grad gemessen. Es regnet regelmäßig, aber nur ungefähr 1000 mm pro Jahr. Im September und Oktober kann es Nebel geben.

Immer wieder gibt es in der Region Erdbeben – zuletzt am Neujahrstag 2012 mit einer Stärke von 7,0.[2]

Minami-Torishima
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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28
24
 
 
102
 
26
22
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Minami-Torishima
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 24,3 24,0 24,8 26,7 28,6 30,4 30,9 30,5 30,6 29,9 28,4 26,2 Ø 28
Min. Temperatur (°C) 19,9 19,1 19,7 21,8 23,5 25,1 25,6 25,5 25,8 25,5 24,4 22,1 Ø 23,2
Niederschlag (mm) 92 44 56 66 78 71 183 167 119 98 77 102 Σ 1.153
Sonnenstunden (h/d) 5,0 6,2 7,2 8,0 9,1 9,7 8,6 8,4 8,5 7,9 6,9 5,4 Ø 7,6
Luftfeuchtigkeit (%) 71 70 74 79 79 77 78 80 79 79 78 76 Ø 76,7
T
e
m
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a
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24,3
19,9
24,0
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23,5
30,4
25,1
30,9
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30,5
25,5
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28,4
24,4
26,2
22,1
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Geschichte[Bearbeiten]

Eine für das Jahr 1694 angenommene Erstsichtung durch Andrés de Arriola lässt sich nicht nachweisen.[3] 1864 wurde die Insel von der Morning Star unter Kapitän Charles W. Gelett gesichtet, 1874 durch das amerikanische Forschungsschiff USS Tuscarora unter Kapitän Belknap.

Luftangriff im August 1943

Die erste Landung auf der (wahrscheinlich bis dahin unbewohnten) Insel fand 1879 durch die Japaner unter der Leitung von Kiozaemon Saito statt. 1884 bestimmte das französische Kriegsschiff Eclaireur die geographische Position.

Am 3. Dezember 1896 erforschte Shinroku Mizutani die Insel und entschied, dort Guano abzubauen. Er kehrte am 28. Dezember mit 23 Arbeitern nach Minami-Torishima zurück. Am 19. Juli 1898 nahm Japan die Insel in Besitz.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden über 4000 japanische Soldaten auf der Insel stationiert. 1942 und 1943 wurde die Insel durch US-amerikanische Flugzeugträgerkampfgruppen angegriffen, aber zunächst nicht besetzt. 1945 wurde die Insel durch US-amerikanische Truppen besetzt.

1964 nahm die United States Coast Guard den LORAN-C-Sendemast Minami-Torishima in Betrieb. 1968 wurde die Insel an Japan zurückgegeben. Die Coast Guard übergab 1994 ihre Loran-C-Station an eine japanische Einheit.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Japanische Geologen fanden 2012 der Insel vorgelagert in etwa 5800 m Wassertiefe ein bedeutendes Reservoir an Seltenen Erden, welches nach ersten Berichten auf 6,8 Millionen Tonnen geschätzt wird und überschlägigen Berechnungen zufolge zur Versorgung der japanischen Industrie für die nächsten 230 Jahre ausreichen würde.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • William A. Bryan: A monograph of Marcus Island. in: Occasional papers of the Bernice Pauahi Bishop Museum. Vol. 2, No. 1; 1903
  • Nagahisa Kuroda: Report on a trip to Marcus Island, with notes on the birds. in: Pacific science, Vol. 8, No. 1; 1954
  • Rodrigue Lévesque: The odyssey of Captain Arriola and his discovery of Marcus Island in 1694. in: Journal of Pacific history, Vol. 32, No. 2; 1997, S. 229-233
  • PUB 158 Japan Volume 1, National Geospatial-Intelligence Agency, Bethesda, Maryland [2]
  • Shoichi F. Sakagami: An ecological perspective of Marcus Island, with special reference to land animals. in: Pacific science, Vol. 15, No. 1; 1961
  • Bernhard Welsch: The asserted discovery of Marcus Island in 1694. in: Journal of Pacific history, Vol. 36, No. 1; 2001, S. 105-115
  • Bernhard Welsch: Was Marcus Island discovered by Bernardo de la Torre in 1543?. in: Journal of Pacific history, Vol. 39, No. 1; 2004, S. 109-122

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 島面積. Kokudo Chiriin, 1. Oktober 2011, abgerufen am 8. November 2012 (PDF; 32 kB, japanisch).
  2. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13792521/Schweres-Erdbeben-erschuettert-Japan.html
  3. Siehe den Artikel im Journal of Pacific History, Band 36, No. 1; 2001, S. 105-115.
  4. FAZ vom 28. März 2013, Christian Geinitz, Franz Nestler, Industriemetalle, Japan entdeckt seltene Erden in seinen Gewässern[1]