Morten Messerschmidt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Morten Messerschmidt

Morten Messerschmidt (* 13. November 1980 in Frederikssund) ist ein Politiker der Dänischen Volkspartei (DF). Seit 2009 sitzt er im Europäischen Parlament.

Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1999 studierte Messerschmidt Rechtswissenschaft an der Universität Kopenhagen. 2009 bestand er das Examen. Von 2003 bis 2005 arbeitete er für den DF-Europaparlamentarier Mogens Camre.

Politik[Bearbeiten]

2001 schaltete Messerschmidt gemeinsam mit anderen Mitgliedern des DF-Jugendverbands eine Zeitungsanzeige mit dem Slogan "Massenvergewaltigungen, grobe Gewalt, Unsicherheit, Zwangsehen, Unterdrückung von Frauen, Bandenkriminalität – das ist es, was eine multiethnische Gesellschaft uns bietet". Dafür wurden die Nachwuchspolitiker im Oktober 2002 nach § 266 b des Strafgesetzbuches zu 14 Tagen Gefängnis auf Bewährung verurteilt.[1]

Messerschmidt wurde 2005 erstmals ins Folketing gewählt und erhielt den Posten als europapolitischer Sprecher seiner Fraktion. 2007 konnte er sein persönliches Wahlergebnis erheblich verbessern und wurde mit dem zusätzlichen Posten des energiepolitischen Sprechers belohnt. Zur Europawahl 2009 trat er als Spitzenkandidat der DF an. Er erreichte die zweithöchste Anzahl persönlicher Wählerstimmen in der Geschichte dänischer Europawahlen. Er schloss sich der europaskeptischen Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD) an.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Messerschmidt vertritt stramm EU-kritische Positionen. Er hat mehrfach die Abschaffung des Europaparlaments gefordert und möchte alle Kompetenzen zurück auf die Nationalstaaten übertragen. Kontrollen an den Staatsgrenzen sollen wieder eingeführt werden. Die EU soll weniger Geld aus den nationalen Etats erhalten. Eine EU–Mitgliedschaft der Türkei gelte es zu verhindern.[2]

Öffentliches Auftreten[Bearbeiten]

Messerschmidt tritt – im Kontrast zu den ansonsten laxen Kleidungsregeln in der dänischen Politik – ausgesprochen adrett gekleidet auf. Er scheut keine populären Medienformate, um Aufmerksamkeit zu erhalten. 2003 nahm er an Big Brother VIP im dänischen Fernsehen teil; 2008 nahm er mit seiner Frau, der Sängerin Dot Wessmann, eine CD mit Weihnachtsliedern auf.

Am 27. April 2007 berichtete die Tageszeitung B.T., dass Morten Messerschmidt an Hitlers Geburtstag, dem 20. April, im Restaurant Grøften im Tivoli den Hitlergruß gezeigt und nazistische Lieder gesungen habe.[3] Messerschmidt gab zu, betrunken gewesen zu sein und den ersten Vers der ersten Strophe des Deutschlandliedes gesungen zu haben. Damit Hitler verherrlicht haben zu wollen, bestritt Messerschmidt.[4] Um Schaden von seiner Partei abzuwenden, trat er vorübergehend aus Partei und Fraktion aus. Nach zwei Jahren vor dänischen Gerichten wurde Messerschmidt von der Anschuldigung befreit, öffentlich den Hitlergruß gezeigt zu haben.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars Trier Mogensen: Die Vergangenheit holt Messerschmidt ein (dän.) Politiken.dk, 8. Juli 2009, abgerufen am 13. Juli 2012
  2. Hauptanliegen (dän.) Webseite der DF, abgerufen am 13. Juli 2012
  3. Hitler im Tivoli verherrlicht (dän.) B.T. online, 27. April 2007, abgerufen am 13. Juli 2012
  4. Jakob Sorgenfri Kjær: Messerschmidt bestreitet, den Hitlergruß gezeigt zu haben (dän.) Politiken.dk, 22. Mai 2007, abgerufen am 13. Juli 2012
  5. Messerschmidt siegt gegen B.T. im Nazi-Prozess (dän.) Berlingske online, 26. Februar 2009, abgerufen am 13. Juli 2012

Weblinks[Bearbeiten]