Mount Weld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mount Weld
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Abbautechnik Tagebau
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betreibende Gesellschaft Lynas Corporation
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Seltene Erden
Geographische Lage
Koordinaten 28° 51′ 36″ S, 122° 32′ 52″ O-28.86122.547778Koordinaten: 28° 51′ 36″ S, 122° 32′ 52″ O
Mount Weld (Westaustralien)
Mount Weld
Lage Mount Weld
Standort Laverton
Bundesstaat Western Australia
Staat Australien

p0

Der Mount Weld ist eine Erzlagerstätte, die im Tagebau abgebaut wird. Sie befindet sich etwa 30 Kilometer südlich von Laverton und 120 Kilometer östlich von Leonora in Western Australia. Der Berg birgt das bislang größte bekannte Vorkommen von Metallen der Seltenen Erden außerhalb von China in sich. Er liegt in den östlichen Goldfeldern von Western Australia.

Seltene Erden mineralisierten in dem im Proterozoikum entstandenen Mount Weld in einem mit Carbonatit gefüllten Vulkanschlot. Die Minerale der Seltenen Erden entstehen, wenn Gesteine unter hohen Druck und Temperaturen in die Erdkruste geraten und wieder erstarren.

Das Vorkommen am Mount Weld, das bereits 1988 entdeckt wurde, hat einen Durchmesser von etwa 2,5 Kilometer.[1] Im Jahr 2008 wurden im südlichen Bereich des Mount Weld Erkundungsbohrungen bis in eine Tiefe von 5.346 Meter vorgetrieben.[2] Abgebaut werden können die Oxide von Lanthan, Cer, Neodym, Praseodym, Samarium, Dysprosium, Europium und Terbium.[3] In dem Carbonatitschlot befinden sich ferner Niob und Tantal, die künftig erschlossen werden sollen.

Das Bergbaugebiet Mount Weld ist Eigentum der Lynas Corporation,[4] die an der australischen Börse ASX gelistet ist.[5] Das Unternehmen hat erklärt, dass es weitere bergbauliche Erschließungen am Mount Weld vornehmen wird. Zur Finanzierung dieser Expansion hat die US-amerikanische Bank J. P. Morgan Lynas im Jahr 2009 einen Kredit in Höhe von 450 Millionen Australischen Dollar gewährt.[6]

Das Seltenerdvorkommen in Mount Weld gliedert sich in zwei räumlich benachbarte Erschließungsfelder, dem Central Lanthanide Deposit (CLD) und dem Duncan Deposit. Das CLD umfasst nach Schätzungen von 2012[7] 14,9 Millionen Tonnen Seltenerderz - oberhalb einer Ausschlußgrenze von 2 % Seltenerdoxidgehalt - mit durchschnittlich 9,8 % Gehalt, entsprechend 1,46 Millionen Tonnen Seltenerdoxiden. Das Duncan Deposit wird derzeit auf 9,0 Millionen Tonnen mit einem Durchschnittsgehalt von 4,8 % Seltenerdoxiden, entsprechend 431,600 Tonnen, geschätzt und enthält nach derzeitigem Stand der Metallanalysen auffällig höhere Gehalte an schwereren Seltenen Erden. Insgesamt liegen die aktuellen Schätzungen für das Vorkommen an Seltenerdmineralien in Mount Weld bei 23,9 Millionen Tonnen mit einem Durchschnittsgehalt von 7,9 %, entsprtechend 1,9 Millionen Tonnen Seltenerdoxiden. Inzwischen hat die Lynas Corp. in Mount Weld eine Konzentrationsanlage zum sauren Erzaufschluß mit einer Jahreskapazität von 11.000 Tonnen angereicherten Seltenerdoxiden in Probebetrieb genommen, die eine Wiedergewinnungsrate von 70,6 % aufweist. Die Erweiterung der Konzentrationsanlage auf 22.000 Tonnen ist bereits in Angriff genommen.

Die Lynas Corporation hat die Weiterverarbeitung in einem neugebauten Werk Mitte 2013 in Kuantan, Malaysia begonnen.[8] Ursprünglich sollte das Werk Anfang 2013 mit einer Jahresproduktion von 22.000 Tonnen eröffnet werden.[9] Dazu wurde ein Liefervertrag mit einem japanischen Unternehmen abgeschlossen.[10] Mit Siemens wurde ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Dauermagneten gegründet.[11] Proteste der Bevölkerung wegen der Befürchtung der Freisetzung von radioaktivem Thorium bei der Aufarbeitung der gelieferten Seltenerderzkonzentrate haben die Genehmigung und Inbetriebnahme der Anlage erheblich verzögert. Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA erstellte dazu im Jahr 2011 ein Gutachten mit Empfehlungen für durchzuführende Maßnahmen.[12] Eine vorläufige Betriebserlaubnis durch den Atomic Energy Licensing Board in Malaysia ist wegen Einsprüchen der Bürgerbewegung „Save Malaysia Stop Lynas“ erst im September 2012 erteilt worden.[13]

Das staatliche chinesische Rohstoff-Unternehmen, die China Non Ferrous Metal Mining, hat 2009 versucht, Eigentumsansteile von Lynas aufzukaufen, was die australische Behörden nicht zuließen.[10] Da China in den kommenden zwei Jahren 35 Prozent weniger Seltene Erden exportieren wird, hat das Vorkommen am Mount Weld große wirtschaftliche Bedeutung über Australien hinaus.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mt Weld, Western Australia. Information der Porter GeoConsultancy. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  2. Information auf www.infomine.com. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  3. Übersicht auf der Webseite der Lynascorporation Ltd. Australien. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  4. Lynas acquires mining leases at Mt Weld. In: The Age vom 13. August 2009. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  5. http://www.lynascorp.com/index.asp Webseite der Lynas Corporation
  6. Kreditinformation von J. P. Morgan. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  7. Quartalsbericht der Lynas Corp. Abgerufen am 6. Juni 2012.
  8. http://www.lynascorp.com/Pages/advanced-materials-plant-kuantan-malaysia.aspx
  9. Jahresbericht 2012 der Lynas Corp. Abgerufen am 10. September 2013.
  10. a b Thomas Utter: Seltene Erden Metalle: zwischen Panik und Realität. www.goldinvest.de, vom 11. Dezember 2010. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  11. Siemens und Lynas wollen Joint Venture zur Produktion von Magneten gründen. Veröffentlichung vom 7. Juli 2011, Abgerufen am 6. Juni 2012.
  12. Report of the International Review Mission on the Radiation Safety Aspects of a Proposed Rare Earths Processing Facility (the Lynas Project), 29 May - 3 June 2011, Malaysia (PDF; 249 kB). Abgerufen am 6. Juni 2012.
  13. Lynas gets temporary operating licence. auf: New Straits Times. 5. September 2012.
  14. Hightec Rohstoffe: China rückt noch weniger seltene Erden heraus.Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter In: Financial Times. Vom 29. Dezember 2010. Abgerufen am 30. Dezember 2010.