Proterozoikum

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Äonothem/
Äon
Ärathem/
Ära
System/
Periode
≈  Alter
(mya)
höher höher höher jünger
Prä­kambrium
Protero­zoikum
Neoprotero­zoikum Ediacarium 635–541
Cryogenium 850–635
Tonium 1.000–850
Mesoprotero­zoikum Stenium 1.200–1.000
Ectasium 1.400–1.200
Calymmium 1.600–1.400
Paläoprotero­zoikum Statherium 1.800–1.600
Orosirium 2.050–1.800
Rhyacium 2.300–2.050
Siderium 2.500–2.300
Archaikum Neoarchaikum 2.800–2.500
Mesoarchaikum 3.200–2.800
Paläoarchaikum 3.600–3.200
Eoarchaikum 4.000–3.600
Hadaikum 4.600–4.000

Das Proterozoikum (zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern πρότερος, próteros = vorherig, früh und ζῶον, zôon = Lebewesen), früher auch Algonkium oder Eozoikum genannt, ist ein Äon der erdgeschichtlichen Entwicklung im Präkambrium. Es reicht vom Ende des Archaikums von vor ca. 2.500 Millionen Jahren bis ca. vor 541 Millionen Jahren.

Geschichte und Namensgebung[Bearbeiten]

Der Begriff Proterozoikum wurde erstmals in seiner englischen Form als 'Proterozoic' von Samuel Franklin Emmons auf dem 5. internationalen Geologenkongress vorgeschlagen[1]. Er bezeichnete damit die zeitliche Stellung klastischer Formationen die zwischen dem Archaikum und dem Kambrium liegen. Der Name sollte andeuten, dass die in diesen Formationen nachgewiesene Lebenswelt früher auftritt als die des Paläozoikums ohne sich darauf festlegen zu müssen, dass dies die ersten Lebensspuren überhaupt seien.

Atmosphäre[Bearbeiten]

Kennzeichen des Proterozoikums ist das Vorhandensein einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre. Schon gegen Ende des Archaikums, vor 2.500 mya, begann der Sauerstoffgehalt in der Erdatmosphäre zu steigen. Obwohl die Produktion von Sauerstoff durch photosynthetisierende Lebewesen schon rund eine Milliarde Jahre zuvor begonnen hatte, wurde erst ab diesem Zeitpunkt Sauerstoff in die Atmosphäre abgegeben. Zuvor wurde dieser Prozess durch die Sauerstoffaufnahme bei der Oxidation der im Meerwasser gelösten anorganischen Stoffe, insbesondere Eisen-Ionen und Ionen anderer Schwermetalle, verhindert. Diese im reduzierten Zustand vorliegenden Metall-Ionen wurden im Lauf der Zeit zu Metalloxiden oxidiert, erst dann konnte freier Sauerstoff in die Atmosphäre gelangen. Mit steigender Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre konnte sich auch Ozon bilden, das in der Lage war, das für Lebewesen schädliche UV-Licht zu filtern. Erst der Sauerstoff ermöglichte die Entwicklung tierischen Lebens.

Auch das Klima war zeitweise bedeutend anders als heute, es gibt Hinweise auf globale Vereisungen (Schneeball Erde, Snowball Earth).

Entwicklung des Lebens[Bearbeiten]

Der Name Proterozoikum zeigt an, dass es sich um die Zeit des beginnenden tierischen Lebens handelt. Fossile Reste von Lebewesen, die allerdings den heute bekannten Tierstämmen schwer zuzuordnen sind, wurden gefunden. Da diese ersten tierischen Formen kaum Skelette oder harte Schalen besaßen, sind viele morphologische Strukturen nicht erhalten geblieben, ihre Formen sind schwer zu rekonstruieren. Dazu kommt, dass die fossilführenden Schichten im Laufe der Zeit geologischen Veränderungen ausgesetzt waren. Eigentümliche Lebensgemeinschaften, wie sie in den Fossilien der bekannten Ediacara-Fauna erhalten sind, bildeten sich in den flachen, warmen Meeren in Küstennähe heraus. Mit Abschluss des Proterozoikums an der Wende zum Kambrium scheinen die meisten Stämme des Tierreichs als Ausgang für die folgende kambrische Explosion bereits vorhanden gewesen zu sein.

Untergliederung des Proterozoikums[Bearbeiten]

Die Grünalge Grypania spiralis aus dem Paläo- und Mesoproterozoikum ist eine der ältesten mehrzelligen Eukaryonten (Länge zwischen 1 und 3 cm). Ihre ältesten, 2,1 Mrd. Jahre alten Fossilien aus der Negaunee-Iron-Formation in Michigan (USA) zählen zu den ersten bekannten Körperfossilien

Es wird in folgende Äratheme unterteilt:


Eine alternative Gliederung sieht folgendermaßen aus:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Proterozoikum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Emmons, S.F. (1988) Letter to Persifor Frazer, dated May 25, 1887. published in International Geology Congress, American Committe Reports. Philadelphia A58