Moving Head

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An einer Raumdecke montierter kopfbewegter Scheinwerfer
Ein Scheinwerfer des Typs "Clay Paky Alpha Profile 1500"

Als Moving Head (sich bewegender Kopf), manchmal auch als kopfbewegter Scheinwerfer oder im deutschen Technikerjargon als Wackellampe, Wackeleimer oder kurz Wackler bezeichnet man einen frei beweglichen Multifunktionsscheinwerfer aus der Theater- und Veranstaltungstechnik. Moving Heads lassen sich in der Regel um zwei Achsen schwenken und sind mit einem Farbwechselsystem und je nach Typ mit Gobos ausgestattet. Ebenso lässt sich der Lichtaustritt in der Helligkeit regulieren.

Kopfbewegte Scheinwerfer sind verwandt mit Scannern, funktionieren jedoch etwas anders. Bei kopfbewegten Scheinwerfern bewegt sich der „Kopf“ des Scheinwerfers mit dem Leuchtmittel selbst. Bei Scannern ist das Leuchtmittel fix und der Lichtstrahl wird mithilfe eines beweglichen Spiegels oder Spiegelwalze abgelenkt.

Anschluss und Steuerung[Bearbeiten]

Moving Lights besitzen in der Regel 5- polige oder entgegen der Norm 3- polige XLR-Ein- und Ausgänge, um ein DMX-Signal zu empfangen und zum nächsten Gerät (z. B. Scannern) weiterzureichen. Professionelle Geräte verfügen oft zusätzlich über eine Ethernet-Buchse, die eine Übertragung der DMX-Daten mittels ArtNET ermöglicht. Manche Geräte bieten einen Stand-Alone-Modus, der z. T. auch andere Geräte steuern kann, doch meist erfolgt die Steuerung durch ein Lichtsteuerpult oder DMX-Software. Mittels Zusatzprodukten wie Verfolger-Sendern kann auch eine automatische Ausrichtung auf Menschen im Raum realisiert werden. Die Stromversorgung erfolgt oft über einen PowerCon- oder seltener Kaltgeräteanschluss.

Leuchtmittel[Bearbeiten]

Als Leuchtmittel werden zunehmend LED-Lampen eingesetzt, oftmals auch mit der Möglichkeit zur Farbmischung. Dies macht die Farbräder überflüssig. Dafür müssen oftmals Abstriche bei Mischfarben die meist als Pastellfarben heraus kommen und Weiß gemacht werden. Lediglich Systeme mit RGBAW LED lassen sich vernünftig als Weißlichtlampen nutzen. Bei älteren Geräten und wenigen Neuprodukten werden noch Gasentladungslampen wie HMI, MSR, MSD oder Xenon-Lampen eingesetzt.

Aufbau[Bearbeiten]

Baugruppen eines Moving Head

Ein Moving Head besteht aus drei Baugruppen:

  1. dem Sockel (Base)
  2. dem Arm oder Bügel (Yoke)
  3. dem Kopf (Head)

Durch diese Konstruktion erhält man eine sehr hohe Bewegungsfreiheit, so dass man das Licht des Projektors im Rahmen seiner mechanischen Bewegungsfreiheit abhängig vom Ort der Aufhängung oder des Aufstellens nahezu überall hin ausrichten kann.

Sockel[Bearbeiten]

Im Sockel sind in der Regel sind - je nach Hersteller - die Stromversorgung, DMX-Elektronik und die Antriebsmechanik für den Arm, der die horizontale sogenannte Pan-Bewegung (von Panorama) ausführt. untergebracht. Die ersten kopfbewegten Moving Heads des Herstellers Vari-lite hatten noch ein zentrales Steuermodul, an dem mehrere Leuchten angeschlossen waren. Alle Anschlüsse (Betriebsspannung, DMX, Befestigung und Sicherheitsfangseil) sind jedoch bei aktuellen Geräten im Sockel zu finden.

Arm[Bearbeiten]

Der Arm ist das Verbindungsglied zwischen Sockel und Kopf und führt die horizontale Drehbewegung (Pan) aus. In der Regel ist er relativ zum Sockel um 540° drehbar, es sind derzeit aber mehrere Geräte auf dem Markt, welche eine endlose Drehbewegung ohne Anschlag (Infinite-Pan) ausführen können. Der Arm enthält zudem die Antriebsmechanik für die vertikale Bewegung des Kopfes (Tilt).

Kopf[Bearbeiten]

Der Kopf enthält die eigentliche Projektionseinheit des Moving Heads und beherbergt die Lampe, die Farb- und Goboräder, die Effektfilter und die Optik. Der Kopf führt die Schwenkbewegung „Tilt“ aus, zumeist in einem Schwenkwinkel von ca. 270°.

Typen[Bearbeiten]

Ein Wash-Light des Modells "MAC AURA" vom Hersteller Martin Professional
Durch Spot oder Beam unter Einsatz von Gobos erzeugte Effekte

Bei den Geräten wird zwischen folgenden Typen Wash-Light bzw. Washer, Spot bzw. Profiler und Beam unterschieden.

  • Wash-Light bzw. Washer
  • Spot bzw. Profiler
  • Beam bzw. "AirFX"
  • Panel

Spot[Bearbeiten]

Der Spot ist eine Projektionsleuchte, die dem Profilscheinwerfer entspricht. Sie verfügen über eine Linse, welche das Projizieren von scharfen Bildern ermöglichen. Der Strahl eines Spots hat eine scharfe Kante. Spots verfügen in der Regel über ein oder mehrere Farbräder, ein oder mehrere Goboräder, Effekträder, Zoom und Fokus. Die Farbräder dienen zum erzeugen verschiedener Farben, dazu werden verschieden gefärbte Glasscheiben in den Strahlengang geschwenkt. Sind mehrere Farbräder vorhanden, können die Farben oft gemischt werden. Die Goboräder schwenken Gobos in den Strahlengang und können damit verschiedene Formen des Strahls ermöglichen, also auch zweifarbige Bilder (Schwarz/Lichtfarbe). Dies ermöglicht das Darstellen vieler kleiner Strahlen mit nur einer Lampe oder das Projizieren von Symbolen, Logos oder ähnlichem. Effekträder sind meist nur bei Geräten aus dem hochpreisigen Segment vorhanden, sie können zum Beispiel "Wasser-" oder "Feuereffekte" darstellen. Der Zoom dient dazu, unterschiedliche Austrittswinkel des Lichtstrahles zu ermöglichen. Der Fokus dient dazu den Lichtstrahl scharf oder unscharf darstellen zu können.

Washlight[Bearbeiten]

Washlights entsprechen den konventionellen Fresnelscheinwerfern und haben als Austrittslinse eine Fresnellinse. Washlights haben einen unscharfen Strahl mit weich auslaufenden Kanten. Der Austrittswinkel ist üblicherweise relativ weit, weshalb Washlights selten einen gebündelten Strahl, sondern eine Ausleuchtung einer großen Fläche erzeugen. Beim Einsatz von Hazern ermöglicht das das "Färben der Luft". Sie sind üblicherweise mit LED-Lampen ausgestattet, welche ihre Farbe flexibel und stufenlos verändern können. Sie können daher meist alle Farben des RGB-Raumes darstellen. Washlights verfügen oft über eine verfahrbare Linse, um verschiedene Austrittswinkel des Lichtstrahles zu ermöglichen. Gobos können bei Washlights nicht eingesetzt werden, da die Linse keinen Strahl erzeugen kann, der scharf genug ist.

Beam[Bearbeiten]

Beam-Scheinwerfer sind eine Mischung aus Spot und Washlight. Sie haben als Austrittslinse ein Microfresnellinse, also eine sehr fein abgestufte Fresnellinse. Sie ermöglichen die Verwendung von Gobos, wenngleich die Qualität des Strahles zu schlecht ist, um eine Projektion zu ermöglichen. Beams dienen ausschließlich dazu, beim Einsatz von Hazern einen Lichtstrahl in der Luft zu erzeugen.

Video Panel[Bearbeiten]

Es gibt mittlerweile wenige Modelle, deren Kopf durch ein LED-Video-Panel ersetzt wurde. Sie dienen nicht der Ausleuchtung einer Fläche, dem Erzeugen eines Lichtstrahls oder dem Erzeugen von "farbiger Luft", sondern dem Darstellen von Videosignalen oder Grafiken.

Gemeinsamkeiten[Bearbeiten]

Die Lampentypen Spot, Wash und Beam verfügen üblicherweise über einen mechanischen Dimmer (bei sehr wenigen Modellen mit Halogenleuchtmittel auch über einen elektrischen) sowie einen sehr schnellen mechanischen Verschluss, der „Shutter“ genannt wird. Dabei werden meistens zwei meist verzahnte Blechflügel in den Strahlengang geschwenkt. Diese Einheit wird auch für Stroboskopeffekte genutzt. Bei einigen Lampentypen wird die Dimmerfunktion über Zwischenstellungen des Shutters mit ausgeführt. Moving Heads gibt es in unzähligen Ausführungen und in den Leistungsklassen von 150 W bis über 2000 W elektrische Leistung.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Vorteil des Moving Heads ist, dass man im Gegensatz zum Scanner keinen Lichtverlust hat, da die Lichtstrahlen nicht umgelenkt werden. Zudem ist bei Moving Heads der Aktionsradius größer. Nachteil im Vergleich zum Scanner ist, dass ein Scanner viel schnellere Bewegungen machen kann, da der Spiegel im Vergleich zum Kopf eine geringere Masse hat, die bewegt werden muss. So ist der Moving Head für den Discogebrauch bedingt oder möglichst nur zusammen mit Scannern zu empfehlen. Ein weiterer Nachteil ist, dass Moving Heads in der Regel lauter als Scanner sind, weshalb sie nur bei ohnehin lauten Veranstaltungen wie Konzerten eingesetzt werden können. Moving Heads sind häufig auf mittleren bis großen Bühnen anzutreffen und darüber hinaus sehr häufig im Fernsehen zu sehen. Insbesondere bei Shows werden häufig Moving Heads eingesetzt.

Einsatzgebiete, Historie[Bearbeiten]

Moving Heads sind aus der modernen Unterhaltungsbranche nicht mehr wegzudenken. Konzerte, TV-Produktionen, Theater, Modenschauen und natürlich Diskotheken sind die typischen Einsatzgebiete. Die Erfindung des Moving Heads wird der Firma Vari*Lite zugesprochen, der Durchbruch dieser Technik gelang 1981 mit der Genesis Abacab-Welttournee.

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Burghardt (Hrsg.): Lichttechnik für Einsteiger. Die eigene Lightshow mit DMX professionell steuern. Elektor-Verlag, Aachen 2009, ISBN 978-3-89576-188-1.
  • Michael Ebner: Lichttechnik für Bühne und Disco. Ein Handbuch für Praktiker. Elektor-Verlag, Aachen 2001, ISBN 3-89576-108-7.
  • Michael Ebner: Lichttechnik für Bühne und Disco. Ein Handbuch für Selbermacher. Elektor-Verlag, Aachen 1992, ISBN 3-928051-12-1 (6. Auflage. ebenda 1996).
  • Jens Mueller: Handbuch der Lichttechnik. Formeln, Tabellen und Praxiswissen. Know-How für Film, Fernsehen, Theater, Veranstaltungen und Events. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. PPVMedien, Bergkirchen 2006, ISBN 3-937841-25-3.

Bekannte Hersteller[Bearbeiten]

Bekannte Hersteller von Moving Heads sind u. a. Vari*Lite (Erfinder), High End Systems, Martin, Clay Paky, Coemar, Robe, Futurelight, Coef, SGM, German Light Products (GLP), JB-Lighting, PR-Lighting, Expolite, Eurolite und Showtec sowie Stairville (Thomann).

Weblinks[Bearbeiten]