Nachsendeauftrag

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Ein Nachsendeauftrag (auch Nachsendeservice, früher Nachsendeantrag) ist ein Auftrag eines Postempfängers an ein Postunternehmen, seine Postsendungen im Fall eines Anschriftswechsel an eine neue Anschrift weiterzuleiten. Weitere Gründe können vorübergehende Abwesenheit, Sterbefall, Insolvenzfall und Betreuungsfall darstellen. Nachsendeaufträge sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz entgeltpflichtig und zeitlich begrenzt.

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Vor 2003 war die Nachsendung von Postsendungen kostenfrei, wenn man seinen Wohn- oder Aufenthaltsort veränderte und eine Nachsendung beantragte. Der Absender konnte die Nachsendung durch eine Vorausverfügung untersagen. Nachgesandt wurden z. B. gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen, Post- und Zahlungsanweisungen, Postzustellungsaufträge, aber auch Werbesendungen. Für nachgesandte Pakete und Wertsendungen wurde Porto nachberechnet. Besondere Vorschriften gab es beim Umzug ins Ausland. Seit 1993 verlieren Nachsendeanträge nach einer bestimmten Frist ihre Gültigkeit.

Aufkleber für die neue Zustelladresse bei bestehendem Nachsendeauftrag (Anschrift hier unkenntlich gemacht)

Seit 2003 ist der Nachsendeservice bei der Deutschen Post AG entgeltpflichtig. Neben der Nachsendung von Briefen kann der Auftrag für Pakete und Päckchen gegen einen Aufpreis erweitert werden.

Formular zur Erteilung eines Nachsendeauftrages bei der Deutsche Post AG.

Privatkunden zahlen 19,90 € für sechs Monate und 24,90 € für zwölf Monate. Für Geschäftskunden kostete dies 34,90 € für sechs Monate und 49,90 € für zwölf Monate.

Aktueller Zustand in Deutschland[Bearbeiten]

Seit 2014 zahlen Privatkunden 19,90 € für sechs Monate und 24,90 € für zwölf Monate sowie Geschäftskunden 34,90 € für sechs Monate und 49,90 € für zwölf Monate. Der Auftrag benötigt drei bis fünf Arbeitstage Vorlauf.

Pro Jahr erhält die Deutsche Post AG so ca. 4 Mio. Umzugsadressen von Privatpersonen[1]. Auf Basis der Preisliste ist das ein jährliches Umsatzvolumen von mindestens 60 Mio. Euro.

Auch Mitbewerber der Deutschen Post wie die PIN AG bieten Nachsendeaufträge an – teils kostenlos, aber auf die entsprechenden Zustellgebiete begrenzt. Die Deutsche Post AG übergibt Umzugsinformationen an Konkurrenzunternehmen auf Nachfrage, wenn dies bei der Beantragung des Nachsendeauftrags nicht ausgeschlossen wurde.

Eine Nachsendung kann durch eine „Vorausverfügung“ ausgeschlossen werden, wenn der Absender dies wünscht. Hierdurch können trotz Nachsendeauftrag wichtige Fristen verstreichen. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Die Wiedereinsetzung wird nur gewährt, wenn die Partei trotz Beachtung der erforderlichen Sorgfalt die Frist nicht einhalten konnte.

Zeitungen und Zeitschriften werden nicht nachgesandt, nur Streifbandzeitungen (Zeitungen, Zeitschriften in adressierten, freigemachten Hüllen, ausgenommen Postvertriebsstücke). Außerdem sind bei Nachsendungen im Inland Infopost ohne Umhüllung, Express-Sendungen und Pressesendungen ausgenommen. Die Nachsendung von Infopost, Infobriefen, Warensendungen, Werbeantworten, Pressepost, Briefen mit den Zusatzleistungen Nachnahme und Wert, Postident sowie Paketen, Päckchen und Express-Sendungen in das Ausland ist ausgeschlossen. Die ausländische Postgesellschaft kann unter Umständen ein Nachentgelt einziehen.[2]

Nachsendeaufträge und Adressaktualisierung[Bearbeiten]

Bei der Deutschen Post AG kostenpflichtig angegebene Nachsendeaufträge bilden, wenn man dem nicht widersprach, die Basis des Geschäftsmodells der Deutschen Post Adress.[3] Das Unternehmen ist ein Joint Venture von Deutsche Post und Bertelsmann. Es aktualisiert Kundendatenbanken interessierter Unternehmen, indem es Unternehmen die Kunden-Anschriften in aktualisierter Form mitteilt.

Aktueller Zustand in der Schweiz[Bearbeiten]

Privatkunden zahlen für die Adressänderung im Inland am Schalter oder am Telefon veranlasst 42 Franken oder online 30 Franken. Nachsendungen ins Ausland kosten am Schalter oder am Telefon veranlasst 102 Franken oder online 90 Franken.[4]

Die vorübergehend gültige Nachsendung bei Ferienabwesenheit kostet am Schalter oder am Telefon veranlasst 22 Franken oder online 10 Franken. Jede zusätzliche Woche kostet weitere vier Franken.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetseite des Tochterunternehmens www.postadress.de
  2. Der Post Nachsendeauftrag Eintrag auf umzugsvergleich.de
  3. Internetseite www.postadress.de
  4. Die Post - Adressänderung bei Wohnungswechsel. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  5. Die Post - Vorübergehend gültiger Nachsendeauftrag. Abgerufen am 1. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]