Nahes Infrarot
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Als nahes Infrarot wird Infrarotlicht mit einer Wellenlänge, je nach Definition, entweder im Bereich zwischen 700 nm und 1400 nm (DIN) oder im Bereich zwischen 700 nm und 5 µm bezeichnet (der höhere Bereich > 1400 nm wird auch als mittleres Infrarot bezeichnet).
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[Bearbeiten] Fernerkundung
In der Fernerkundung dient das nahe Infrarot unter Anderem bei der Analyse von Luft- und Satellitenbildern zur Beurteilung der Vitalität der Vegetation. Im nahen Infrarot besitzt Chlorophyll eine deutlich (ungefähr Faktor 6) höhere Reflektivität als im sichtbaren (insbesondere grünen) Spektrum. Dieser Effekt wird zur Erkennung von Vegetation ausgenutzt. Hierbei wird ein Bild im sichtbaren (vorzugsweise im roten) Spektrum und eines im nahes Infrarot geschossen. Nutzobjekte haben sowohl im sichtbaren als auch im nahen Infraroten Bereich eine ungefähr gleiche Reflektivität, während Chlorophyll-haltige Vegetation im nahen Infrarot eine deutlich höhere Reflektivität besitzt. Somit können z. B. auch grüne Nutzobjekte von ebenso grüner Vegetation unterschieden werden.
[Bearbeiten] Signalübertragung
Technisch wird dieser Bereich zur Signalübertragung in optischen Glasfasern benutzt. Er unterteilt sich deshalb in mehrere Frequenzbänder.
| Bezeichnung | Wellenlängenbereich | Alternative Bezeichnung | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| O-Band | 1260–1360 nm | original | Ursprüngliche Datenübertragung bei verschwindender Dispersion der Gruppengeschwindigkeit |
| E-Band | 1360–1460 nm | extended | |
| S-Band | 1460–1530 nm | short | |
| C-Band | 1530–1565 nm | central | Geringste Dämpfung in einer Glasfaser |
| L-Band | 1565–1625 nm | long | |
| U-Band | 1625–1675 nm | ultra-long |
[Bearbeiten] Medizin
Medizinisch wird der Bereich von ungefähr 700 bis 1100 nm aufgrund der Transparenz des optischen Apparates in der Augenheilkunde (Opthalmologie) sowohl zur Diagnose (zum Beispiel: Optische Kohärenztomografie) als auch zur Chirurgie (zum Beispiel: Anschweißen der Netzhaut) verwendet. Je nach Wellenlänge unterscheidet sich dabei auch die Eindringtiefe der Strahlung.
[Bearbeiten] Chemie und Astronomie
In der Chemie und Astronomie kann mit Hilfe der Infrarotspektroskopie (Absorptionsbanden) das Vorhandensein von Molekülen bzw. funktionellen Gruppen nachgewiesen werden, beispielsweise Acteon und Wasser bzw. CH- und OH-Gruppen.[1]
[Bearbeiten] Literatur
- Donald A. Burns: Handbook of near-infrared analysis. CRC Press Boca Raton 2008, ISBN 978-0-8493-7393-0.
- Ramesh Raghavachari: Near-infrared applications in biotechnology. Dekker, New York 2001, ISBN 0-8247-0009-0.
- John T. Houghton: Infra-red physics. Clarendon Press, Oxford 1966.
- Martin Giard: Infrared and submillimeter space astronomy. EDP Sciences, Les Ulis 2002, ISBN 2-86883-612-7.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Nina Eckhard, Susanne Kunzler: Infrarot & Nahes Infrarot. Universität des Saarlands 2005 (Seminar-Skript)
Nahes Infrarot NIR | Kurzwelliges Infrarot SWIR | Mittleres Infrarot MIR | Mittleres Infrarot MWIR | Langwelliges Infrarot LWIR | Fernes Infrarot LIR

