Nationalpark Gauja

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Nationalpark Gauja
Ufer der Gauja bei Sigulda
Ufer der Gauja bei Sigulda
Nationalpark Gauja (das lettische Flußsystem)
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57.2525.025Koordinaten: 57° 15′ 0″ N, 25° 1′ 30″ O
Lage: Lettland
Nächste Stadt: Sigulda, Cēsis
Fläche: 917,45 km²
Gründung: 14. September 1973
Adresse: Gaujas nacionālā parka administrācija

Baznīcas iela 3, Sigulda
Latvija, LV 2150

Gauja und Burg Turaida
Gauja und Burg Turaida
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Der Gauja-Nationalpark (lettisch: Gaujas nacionālais parks) ist der älteste und mit etwa 920 km² zugleich größte Nationalpark in Lettland.

Lage[Bearbeiten]

Er wurde bereits im September 1974 geschaffen und befindet sich im Gebiet der Städte Sigulda (deutsch: Segewold) und Cēsis (deutsch: Wenden). Namensgeber des Nationalparks ist der Fluss Gauja. Die historische deutsche Bezeichnung des Gebietes ist „Livländische Schweiz“ - sie leitet sich ab von den rotgelb leuchtenden Sandsteinfelsen aus dem Devon.

Schutzziele[Bearbeiten]

Laut einer Erhebung der Parkverwaltung gibt es rund 900 Pflanzenarten sowie 149 Vogel- 40 Fisch- und 48 Säugetierarten zu entdecken, die das Gebiet ständig oder als Rastplatz nutzen. Neben Lachsen kann man hier auch Bären beobachten. Etwa 47 % des Nationalparks sind mit Wald bedeckt. Der Nationalpark dient somit dem Landschafts- und Artenschutz im gesamteuropäischen Raum.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Nationalpark ist in fünf Zonen unterteilt, die unterschiedlichste touristische Ziele, Erlebnis- und Bildungsangebote bereithalten. Neben den beiden Städten Sigulda, Cēsis mit den dort befindlichen Burgen, Schlössern, Parks und Sportanlagen besteht die Möglichkeit in einem Freilichtmuseum in Āraiši den Nachbau einer mittelalterlichen hölzernen lettgallischen Wasserburg und dem dazugehörigen Dorf zu besichtigen. Das bei Cēsis gelegene Gut Ungurmuiža bietet Einblicke in die jüngere Vergangenheit der Region - es war einst im Besitz der baltendeutschen Familie Campenhausen.

Beliebt sind die abenteuerlichen Bootstouren oder Kanufahrten auf der Gauja zwischen Valmiera und Sigulda. Hierbei kann man viele Naturschönheiten - wie die Sietiņiezis-Felsen - mit einem Panoramaweg für Wanderer - und die auf einer Länge von 700 Metern den Fluss einengenden Adlerklippen (lettisch: Ērģeļu Klints) bei Cēsis erleben. Die Gutmannshöhle, die Viktorhöhle und die Teufelshöhle entstanden vor Jahrtausenden in den Felsklippen am Ufer des Flusses bei Sigulda. Eine dreitägige geführte Bootstour erschließt den 84 Kilometer langen Flussabschnitt, in dem eine gleichmäßige Strömung ohne Wildwasserpassagen vorherrscht.

Mit geführten Wanderungen kann man der Tierwelt des Nationalparks nahe kommen, ungeduldige Besucher finden Ersatz im Tierpark von Līgatne (deutsch: Ligat).

Literatur[Bearbeiten]

 Jochen Könnecke, Vladislav Rubzov: Lettland. In: DuMont Kunstreiseführer. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2005, ISBN 3-7701-6386-9, Der Gauja-Nationalpark, S. 185–200.

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Nationalpark Gauja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien