Nestschutz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Beim Nestschutz handelt es sich um einen begrenzten natürlichen Schutz eines Neugeborenen und gestillten Säuglings vor Infektionskrankheiten, wenn die Mutter Antikörper auf das Kind übertragen hat.[1] Es handelt sich also um eine besondere Form der passiven Immunisierung.

Zum einen wird dieser Schutz schon vor der Geburt aufgebaut, das wird auch Leihimmunität genannt: Hatte die Mutter gegen bestimmte Krankheitserreger IgG-Antikörper gebildet, passieren einige dieser Immunglobuline in den letzten Wochen vor der Entbindung die Plazenta und werden in das Kind übertragen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Antikörper gegen das Masern-Virus. Reife Neugeborene haben daher gegen diese Erreger bei Geburt einen gewissen Schutz. Im Verlauf etwa der nächsten vier Monate kommt es allerdings zum Abbau der mütterlichen Antikörper. Das Kind ist dann zunehmend auf die Eigenproduktion dieser Antikörper angewiesen, also auf eine eigene Immunabwehr nach Impfung oder Infektion.

Zum anderen können beim Stillen mit dem Kolostrum und der Muttermilch IgA-Antikörper auf den Säugling übertragen werden. Sie schützen insbesondere gegen Erreger bestimmter Darmkrankheiten, sodass man hier auch von „enteralem Nestschutz“ spricht.

Für Masern, Mumps und Röteln gilt, dass Mütter, die eine Erkrankung selbst durchgemacht haben, ihren neugeborenen Kindern mehr Nestschutz mitgeben als geimpfte Mütter. Eine Wildvirusinfektion dieser Erkrankungen stimuliert das Immunsystem der Frauen deutlich stärker als nur eine Impfung. Deshalb finden sich bei den Säuglingen geimpfter Mütter signifikant weniger und auch nur kürzere Zeit Antikörper aus dem mütterlichen Immunsystem.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutscher Hebammenverband: Das Neugeborene in der Hebammenpraxis. Georg Thieme Verlag, 2010, 400 S., ISBN 3830454945
  2. Robert-Koch-Institut – Antworten auf Einwände