Nukleolusorganisatorregion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das menschliche Chromosom 21 besitzt nahe seiner Spitze eine NOR (Bereich 12)

Als Nukleolusorganisatorregion (NOR) bezeichnet man in der Genetik den Abschnitt der Metaphase-Chromosomen, der die 45S-rDNA enthält, also einen Teil der Gene für die rRNA lokalisiert, aus der dann in der Interphase der Nukleolus bzw. die Nukleoli gebildet werden. Die ribosomale DNA liegt meist dicht gepackt in Form einer sekundären Einschnürung (Konstriktion) vor[1], die terminale Bereiche abtrennt und eine Art Chromosomen-Beikörper (Satellit) bildet. Dies wurde bereits 1971 von Chiarelli postuliert[2], da die Konstriktionen in Altweltaffen konserviert seien und stets mit NORs zusammen aufträten.

Nicht alle sekundär abgeschnürten Chromosomenbereiche sind jedoch NORs. Auch korrelieren die Anzahl der NORs in der Metaphase und die Anzahl der Nukleoli nicht, da manche NORs nicht aktiv werden oder da sie häufig zu einem Nukleolus verschmelzen.

Nukleolusorganisatorregionen des Menschen befinden sich nur auf den akrozentrischen Chromosomen 13, 14, 15, 21 und 22.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. S. Henderson, D. Warburton und K. C. Atwood: Localization of rDNA in the chromosome complement of the Rhesus (Macaca mulatta). In: Chromosoma 44(4), 1974, S. 367-370, doi:10.1007/BF00284896.
  2. A. B. Chiarelli: Comparative cytogenetics in primates and its relevance in human cytogenetics. In: A. B. Chiarelli (Hrsg.): Comparative genetics in monkeys, apes and man. Academic Press, 1971, S. 273-308.