Nutsche

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Büchnertrichter mit eingelegtem runden Filterpapier auf einer Saugflasche mit angeschlossenem Vakuumschlauch
Büchnertrichter ohne eingelegtes Filterpapier
Nutsche (Querschnitt)
Dampfbeheizbare Nutsche (Querschnitt)

Eine Nutsche (auch Büchnertrichter) [1] ist ein Filter zur mechanischen Trennung einer Suspension (auch Saug- oder Vakuumfiltration genannt). Die Nutsche hat im Gegensatz zu einem Trichter einen flachen Boden mit kleinen Öffnungen, die von einem Filterpapier abgedeckt werden. Die Suspension wird auf das Filterpapier in die Nutsche gegeben und hinterlässt den Feststoff als Filterkuchen auf dem Filterpapier. Die Flüssigkeit, die man Filtrat nennt, gelangt in das Auffanggefäß unter der Nutsche. Der dazu nötige Unterdruck wird meistens mithilfe einer Membranpumpe oder einer Wasserstrahlpumpe erzeugt.

Neben Nutschen mit Filterpapier gibt es Nutschen mit einem Glassinterboden, sogenannte Fritten. Mit diesen Nutschen können sehr kleine Teilchen aus einer Suspension filtriert werden. Diese Trennverfahren werden auch in der Kleinproduktion verwendet. Weitere Nutschtechniken sind Drucknutschen, in denen – statt von unten zu saugen – von oben mit Gaszufuhr ein Überdruck erzeugt wird.

Soll eine Lösung filtriert werden, können manche Nutschen auch beheizt werden, damit der gelöste Stoff nicht ausfällt. Diese Methode wird meist bei Klarfiltrationen von Lösungen angewendet. Ebenso können Nutschen auch tiefgekühlt werden (bis zu −78 °C mit Trockeneis) um eine Zersetzung des Analyten zu vermeiden. In Großproduktionen werden auch Nutschen mit einem Rührwerk eingesetzt. Diese speziellen Nutschen kommen hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn das Produkt gewaschen werden muss. Durch das Rühren kann eine größere Berührung zwischen Produkteteilchen und Waschflüssigkeit erreicht werden, was den Waschvorgang um einiges wirtschaftlicher macht.

Der Büchner-Trichter ist ein Trichter in zylindrischer Form mit eingearbeiteter Siebplatte. Entwickelt wurde der Trichter vom deutschen Chemiker Ernst Büchner.

Er wird in Verbindung mit einer Saugflasche im chemischen Labor zur Vakuumfiltration von Feststoffen verwendet. Dazu wird - ähnlich wie beim Kaffeefilter - ein Filterpapier eingelegt, das danach mit dem Feststoff entnommen werden kann. Im modernen Laboratorium wird er zunehmend von Glasfilterfritten verdrängt, die ohne Filtrierpapiereinlage auskommen.


Siehe auch: Filtration

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz G. O. Becker, Werner Berger, Günter Domschke, Egon Fanghänel, Jürgen Faust, Mechthild Fischer, Fritjof Gentz, Karl Gewald, Reiner Gluch, Roland Mayer, Klaus Müller, Dietrich Pavel, Hermann Schmidt, Karl Schollberg, Klaus Schwetlick, Erika Seiler und Günter Zeppenfeld: Organikum, Johann Ambrosius Barth Verlag, 1993, 19. Auflage, S. 30−32, ISBN 3-335-00343-8.