Omonia-Platz

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Omonia-Platz 1959
Das „Bagkeion“ (links) und das „Megas Alexandros“ (rechts), beide von Ziller
Nächtlicher Blick über den Platz
Die U-Bahn-Station von 1930

Der Omonia-Platz (griechisch Πλατεία Ομονοίας, Platía Omonias; von griechisch ομόνοια, Omonia, „Einheit“) ist ein Platz in Athen. Er markiert einen Eckpunkt des sogenannten Handelsdreiecks im Zentrum Athens, dort beginnen die Straßen Stadiou und Panepistimiou. Die Station Omonia der Metro Athen unter dem Platz ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt der Stadt; bis zum Bau der Linien 2 und 3 bildete sie den einzigen Halt der U-Bahn im Zentrum Athens.

Obwohl der Kreisverkehr zurückgebaut wurde und der Platz nun besser für Fußgänger zugänglich ist, hat er seine Bedeutung als Treffpunkt Athens, die er für einige Jahrzehnte vom Syntagma-Platz übernommen hatte, weitestgehend eingebüßt. Er gilt nun als Eingang der multikulturellen Stadtteile, die direkt angrenzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei seiner Anlage (1833) sollte er Otto-Platz heißen; nach König Otto wurde aber letztendlich eine Straße am Syntagma-Platz benannt. Es gab Pläne, auf dem Platz ein Denkmal zum 25-Jährigen Thronjubiläum aufzustellen, auch der Bau einer Kathedrale stand in Diskussion. Bis 1890 endete die heutige die Piräus-Bahn dort, nach deren Erweiterung stadtauswärts wurde die alte Trasse in den Untergrund verlegt und zur U-Bahn Piräus-Athen. Bis heute befinden sich dort zwei ehemalige Hotels des bekannten Architekten Ernst Ziller („Bagkeion“, „Megas Alexandros“), die jedoch beide trotz Renovierung leer stehen; lediglich in den Erdgeschossen sind kleine Läden vermietet.

Der Platz wurde in Literatur und Musik oft gewürdigt. Das Gemälde mit dem Café Neon von Yannis Tsarouchis ist ein prominentes Beispiel der Kunst der 1930er Jahre. Die U-Bahn-Station war die erste Griechenlands mit Rolltreppen. Der Bahnsteig der Linie 1 wurde renoviert und präsentiert sich im Zustand der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nur die Beleuchtung ist aus Sicherheitsgründen verändert.

Spätestens mit der besseren Erschließung der Stadt durch weitere U-Bahn-Stationen verlor ab ca. 2000 der Platz allmählich an Bedeutung. Eine umfassende Sanierung (Aufstellung der Skulptur von George Zongolopoulos) und seine Absperrung schädigte den Einzelhandel sehr. Nur einen Häuserblock entfernt befand sich bis 1998 das Kaufhaus Minion. Am Platz selbst steht das Kaufhaus Hondos-Center. Viele Gebäude stehen leer, verstärkt wird die Situation durch die Vereinnahmung des Platzes durch Immigranten, die in nahegelegenen Gebäuden illegal wohnen oder sich hier aufhalten.

Die Kriminalitätsrate ist für Athener Verhältnisse hoch, tagsüber gilt aber der Platz als sicher und wird von tausenden Berufspendlern benutzt. Der Bürgermeister von Athen, Giorgos Kaminis, hat kürzlich davor gewarnt, dass sich, falls der Staat nicht eingreife, der Omonia-Platz in eine „Kriegszone ähnlich der in Beirut während der 1970er Jahre“ verwandeln werde.[1] In deutschen Medien wird der Zustand des Platzes der Wirtschaftskrise zugerechnet, während in griechischen Medien jedoch auch ein Zusammenhang mit dem verstärkten Zuzug von Immigranten in die angrenzenden Stadtteile hergestellt wird.

Trivia[Bearbeiten]

Anders als der Syntagma- und der Kotzia-Platz, an denen politische Großkundgebungen stattfinden, hat sich eingebürgert, am Omonia-Platz sportliche Veranstaltungen zu feiern, beispielsweise den Gewinn der Basketball-EM 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Süddeutsche-Online vom 13. Januar 2012 Flüchtlinge in Bulgarien - Kriminalisierte Immigranten

37.98408423.728344Koordinaten: 37° 59′ 2,7″ N, 23° 43′ 42″ O