Orangebrauner Schattenkolibri

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Orangebrauner Schattenkolibri
Orangebrauner Schattenkolibri

Orangebrauner Schattenkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Schattenkolibris (Phaethornis)
Art: Orangebrauner Schattenkolibri
Wissenschaftlicher Name
Phaethornis koepckeae
Weske & Terborgh, 1977

Der Orangebraune Schattenkolibri (Phaethornis koepckeae) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Er ist endemisch in Peru. Der Bestand wird von der IUCN als gering gefährdet (near threatened) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Orangebraune Schattenkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 14 bis 15 cm, wobei der gerade Schnabel ca 35 mm ausmacht.[1] Der Oberkopf ist schwärzlich mit grünlichem Glanz, wobei die schwarzen Ränder an den Federn einen schuppigen Effekt erzeugen. Der Nacken schimmert grünlich bronzen, welches am Rücken in ein glänzendes Schwarz übergeht. Der Bürzel ist ebenfalls schwarz mit einer leichten rötlichbraunen Tönung. Die rötlichbraunen Oberschwanzdecken weisen subterminal zwei bis drei schwarze Bänder auf. Zügel und Ohrdecken sind schwärzlich mit einem weißrötlichen Strich hinter den Augen. Ein weiß-gelblichbrauner Strich führt von der Basis des Schnabels unter den Bereich der Ohren. Das Kinn und die Kehle sind weiß und an den Seiten von gelblichbraungrauen Wangenstreifen gesäumt. Die Nackenseiten sind gräulichbraun. Das helle Rotbraun der Brust wird seitlich dunkler und geht nach hinten Richtung Bauch, Flanken und Unterschwanzdecken abgestuft in ein sattes rötliches Gelbbraun über. Die Schwungfedern und Oberflügeldecken glänzen schwärzlich, während die Armschwingen grünlich Bronze strahlen. Die zentralen Schwungfedern sind überwiegend grün, werden aber nach hinten grau abgestuft und weisen schließlich weiße Spitzen auf. Die vier seitlichen Schwungfedern glänzen dunkelgrün, was nach hinten in einen gelblichbraunen bis rötlichbraunen Fleck an der Fahne übergeht. Der Schnabel ist überwiegend schwarz, wobei ca. zwei Drittel des Unterschnabels orangerot sind. Die Iris ist dunkelbraun und die Farbe der Beine ist fleischfarben. Es besteht kein Sexualdimorphismus .[2]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Orangebraunen Schattenkolibris

Diese Art ist an einzelnen, verstreuten Orten relativ häufig verbreitet. Hier kommt sie in begrenzten Bereichen an abgelegenen Bergkämmen am Fuße der Osthänge der Anden in Höhen zwischen 450 und 1300 Metern vor. Sie hält sich in den unteren Straten feuchter Bergwälder auf.[1] Der Ornithologe John Patton O'Neill berichtete von Vorkommen im Tal des Marañón im nördlichen Teil Perus ca. 600 Kilometer nordwestlich des ersten Fundorts in den abgelegenen Bergen von Sira.[3] Gelegentlich wurden Orangebraune Schattenkolibris auch in typischen Wäldern der Tiefebene bis hin zu den moosüberwachsenen Nebelwäldern gesichtet. Die Wälder im typischen Habitat des Kolibris in den Bergen von Sira sind dominiert von Ingwergewächsen (Costus, Renealmia), Pfeilwurzgewächsen (Calathea) und Bananengewächsen (Helikonien). [4]

Verhalten[Bearbeiten]

Über das Verhalten dieses Kolibris ist im Augenblick nicht viel bekannt.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Es ist nicht viel über das Brutverhalten dieser Art bekannt. Die Biologin und Professorin Helen Jane Brockmann fotografierte am 23. Juli 1971 ein Nest in den Bergen von Sira. Das kleine, kegelförmige Nest befand sich nahe der Spitze an einem Wedel eines Scheibenblumengewächses, ca 1,20 Meter über dem Boden.[5]

Lautäußerungen[Bearbeiten]

Der Ruf besteht aus einer eindringlichen, lebhaften Serie kurzer Rufe, die wie b'zee, b'zee, b'zee klingen. Dazu kommt ein ansteigendes tchwee oder tchwing, sowie eine abnehmende, beschleunigte Serie von hohen Tönen.[1]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Holotypus wurde am 2. Juli 1969 in 860 Metern Höhe von John Seddon Weske und John Whittle Terborgh in den Bergen von Sira im Departamento de Huánuco gesammelt. Bis zu seiner Erstbeschreibung lagerte es im American Museum of Natural History[2] Der Begriff „Phaethornis“ leitet sich aus den griechischen Worten „phaethōn Φαέθων“ für „der Leuchtende, der Strahlende“ und „órnis, όρνις“ für „Vogel“ ab.[6] Das Artepitheton „koepckeae“ ehrt die Ornithologin Maria Koepcke, die an den ersten beiden Expeditionen in den Bergen von Sira teilnahm und vier weitere Bälge dieser Art präparierte.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  John Seddon Weske, John Whittle Terborgh: Phaethornis koepckeae, a New Species of Hummingbird from Perú. In: The Condor. Bd. 79, Nr. 2, 1977, S. 143-147 (online (PDF; 467 KB), abgerufen am 10. April 2013).
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Phaethornis koepckeae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Thomas Scott Schulenberg u.a., S. 216
  2. a b c John Seddon Weske, S. 143
  3. John Seddon Weske, S. 143/144
  4. John Seddon Weske, S.144
  5. John Seddon Weske, S.145
  6. James A. Jobling, S. 301