Orishas

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Dieser Artikel beschreibt die kubanische Band. Für die gleichnamigen Götter siehe Orisha.
Orishas, 2009

Orishas war eine international erfolgreiche kubanische Hip-Hop-Band, die von 1999 bis 2009 bestand.

Biographie[Bearbeiten]

Die Idee, eine Musikgruppe zu gründen, die moderne Hip-Hop- und Rap-Elemente mit kubanischer Volksmusik wie Son und Bolero vereint, kam dem bekannten Produzenten „DJ Niko“ und dem kubanischen Emigranten Livan „Flaco Pro“. Bei den großen Plattenfirmen und der Musikszene Kubas fand die Idee Anklang, worauf sich die beiden Yotuel „Guerrero“ Manzanares, Hiram „Ruzzo“ Riveri und Roldan Rivero ins Studio holten. Sie nannten sich „Orishas“, nach den gleichnamigen Göttern des Santería-Glaubens, der als Mischung zwischen Katholizismus und afrikanischen Religionen in Kuba weit verbreitet ist. Nach einem Jahr erschien 2000 ihr erstes Album. A lo Cubano machte die Orishas mit 25.000 verkauften CDs zu Stars des spanischsprachigen Hip-Hops. Dank dieses Erfolges konnten sie ihr Debüt auch in anderen Ländern veröffentlichen. 2004 erhielten sie den Latin Grammy als beste Hip-Hop-Band. Sie wurden zusammen mit anderen Musikern von Fidel Castro empfangen. Dies war das erste mal, dass die Regierung öffentlich Hip-Hop unterstützt hat.[1]

Im Dezember 2009 gab die Band nach zehn Jahren des Bestehens ihre Auflösung bekannt. Das letzte Konzert fand am 12. Dezember 2009 in Zürich statt.[2]

Bandmitglieder[Bearbeiten]

Livan „Flaco Pro“[Bearbeiten]

Livan hat die Band mit Hilfe des Produzenten DJ Niko ins Leben gerufen, die Band jedoch inzwischen verlassen.

Die Band umfasst heute nur noch drei Mitglieder: Roldán Gonzalez Rivero, Yotuel Romero Manzanares und Hiram Riveri.

Roldán González Rivero[Bearbeiten]

Roldan ist derjenige in der Band, der die Hip-Hop und Rap-Songs mit seinem weichen Gesang abrundet.

Roldan arbeitete auf Kuba als Professor für klassische Gitarre, war Son-Sänger und Tres-Spieler. Er wanderte nach Frankreich aus, um nach mehr musikalischer Inspiration zu suchen. Dort traf er den Produzenten DJ Niko, der ihn sofort für sein neues Projekt haben wollte. Er lebt in Paris.

Yotuel Omar Romero Manzanares[Bearbeiten]

Yotuel ist einer der beiden Rapper der Band.

Für Yotuel, einem Einwanderer aus Kuba, der schon in Italien, Spanien und Frankreich gelebt hat, war das Rappen nichts Neues, als er zu Orishas stieß. Er war Mitglied der bis dato berühmtesten Hip-Hop-Gruppe Kubas, Amenaza. Er wohnt in Madrid.

Hiram Riverí Medina[Bearbeiten]

Hiram (alias Ruzzo) ist einer der beiden Rapper der Band.

Auch Hiram stammt aus Kuba, wanderte jedoch nach Frankreich aus. Er rappte zusammen mit Yotuel in der kubanischen Band Amenaza. Heute lebt er in Mailand.

Diskographie[Bearbeiten]

  • 2000: A lo Cubano
  • 2002: Emigrante
  • 2005: El Kilo
  • 2007: Antidiótico
  • 2008: Cosita buena

Texte[Bearbeiten]

Die meisten Songtexte der Orishas beziehen sich auf das Geschehen in Kuba, etwa auf die Probleme und die Freuden der Einwohner Kubas. Die Band will von der friedlichen Ferieninsel ablenken und dem Hörer die Welt hinter den weißen Sandstränden zeigen und thematisiert unter anderem (Kinder-)Prostitution (Reina de la calle), Emanzipation (Mujer) und Rassismus (Tumbando y dando). Die Behandlung politischer Themen führte auch zur Zensur ihrer Veröffentlichungen. Die Gruppe behandelt allerdings auch Themen wie Liebe, Sehnsucht und Freundschaft. Ein Zitat: „Ich singe nicht um zu singen, ich singe um nicht zu weinen.“ (No canto por cantar, canto por no llorar.)[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Stephen Foehr: Dancing with Fidel, S. 39
  2. Orishas Biografía. Auf der offiziellen Webseite der Band, abgerufen am 20. September 2013 (spanisch)
  3. Lied ¿qué pasa? letzte Zeilen unter: http://www.hitslyrics.com/o/orishas-lyrics-6185/quepasa-lyrics-240089.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Orishas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien