Freundschaft

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Freundschaft (Begriffsklärung) aufgeführt.

Freundschaft ist ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander,[1] das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet. Eine in einer freundschaftlichen Beziehung stehende Person bezeichnet man als Freund oder Freundin.

Im übertragenen Sinne bezeichnet Freundschaft ein gutes und oft vertraglich geregeltes politisches Verhältnis zwischen Völkern oder Nationen (vgl. beispielsweise „Deutsch-französische Freundschaft“). Das Gegenwort ist die Feindschaft.

Wortgeschichte[Bearbeiten]

Bis ins 16./17. Jh. wurde im Deutschen sprachlich nicht zwischen erworbener und angeborener Freundschaft unterschieden, so dass „Freundschaft“ und „Verwandtschaft“ synonym gebraucht werden konnten. Auch in vielen Dialekten ist die Bedeutung Freund = Verwandter bis in die Gegenwart durchaus üblich, weswegen die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Blutsfreundschaft ebenfalls Verwandtschaft bedeutet.[2]

Das Wort Freund als ‘Vertrauter, jmdm. innerlich verbundener Mensch’ bildete sich vom ahd. friunt im 8. Jahrhundert, mhd. vriunt ‘Freund, Nächster, Geliebte(r), Verwandte(r)’ als Substantivierung wie asächs. friohon, aeng. frēogan, anord. frjā, got. frijōn ‘lieben’, welches zu der unter frei subsumierten Wurzel gehört. Es bezeichnet neben dem durch Sympathie und Vertrauen Verbundenen bis in dem Mundarten der Gegenwart auch den Blutsverwandten. Davon abgeleitet bezeichnet Freundschaft für das ‘Vertrauensverhältnis’, ahd. friuntscaf (8. Jh.), -scaft (11. Jh.), mhd. vriuntschaft, auch ‘Blutsverwandtschaft’.[3]

Meyers Großes Konversations-Lexikon von 1907 bezeichnet Freundschaft als „das auf gegenseitiger Wertschätzung beruhende und von gegenseitigem Vertrauen getragene freigewählte gesellige Verhältnis zwischen Gleichstehenden.“[4]

Der Begriff Spezi bezeichnet süddeutsch, österreichisch umgangssprachlich, seltener schweizerisch umgangssprachlich einen speziellen Freund, laut Duden als „jemand, mit dem man in einem besonderen, engeren freundschaftlich-kameradschaftlichen Verhältnis steht“.[5] In der Bedeutung für ‘besonderer Freund’ wurde er Ende des 18. Jahrhunderts verkürzt aus dem gleichbedeutenden Spezial in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie bereits älter als specialer Freund (erste Hälfte des 18. Jh.) sowie Specialfreund (zweite Hälfte 17. Jh.) verwendet.[6] Zur sprichwörtlichen Speziwirtschaft, siehe auch Nepotismus.

Soziologische Begriffsbestimmung[Bearbeiten]

Kinderfreundschaft
Freundinnen, Gemälde von Jerry Weiss, 2003

Bereits in der Antike spielte Freundschaft eine wesentliche Rolle und wurde von Philosophen aufgegriffen, unter anderem von Aristoteles und Cicero. Aristoteles betonte in seiner „Nikomachischen Ethik“ drei Motive um Freundschaften einzugehen: Freundschaft um des Wesens Willen, des Nutzens Willen und der Lust Willen. Freundschaft ist für ihn eine eigenständige Sozialbeziehung, die in der Gemeinschaft höchst notwendig und nicht mit anderen Bindungen identisch ist. Dabei betont er die Wichtigkeit der Gleichheit der Beteiligten, dass gemeinsames Aufwachsen und Gleichaltrigkeit großen Einfluss auf Freundschaft habe.: „Vollkommene Freundschaft von trefflichen Charakteren, die gleich sind.“ (Ders. 1956: 174). Treffliche seien einander gut, nützlich und angenehm. „Freundschaft hat Werte und Lust zum Ziel und beruht auf Wesensgleichheit“. (Ders. 1956: 174).

Der Soziologe Ferdinand Tönnies stimmt in dem Aspekt der Gleichheit als Basis für Freundschaft mit Aristoteles überein.: „...am ehesten gegeben durch Gleichheit oder Ähnlichkeit des Berufes oder der Kunst.“ (Ders. Orig. 1887, 1926: 15). Er vertritt die Auffassung, das Arbeit einander verbinde und Freundschaften entstehen lasse, und als geistiges Band der Beteiligten bewirke. Freundschaft ist laut Tönnis mentaler Natur und beruht auf Zufall oder freier Wahl. Freundschaft sei als „Gemeinschaft des Geistes“ kategorisiert (Gemeinschaft und Gesellschaft, 1. Buch, § 6).

Georg Simmel beschreibt in „Soziologie der Freundschaft“ die Freundschaft als differenzierte Freundschaft. Im Gegensatz zu Aristoteles sieht er Freundschaft als graduelles Phänomen. Freundschaft fängt für ihn in dem Moment an, in dem sich zwei Menschen kennenlernen, also um ihre gegenseitige Existenz wissen. Von dieser Basis aus können die beiden verschieden weit in die „Sphäre“ des anderen eindringen. Die Tiefe und der Umfang des Eindringens hängen von dem ab, was man preisgeben will; diese Grenze ist in der Freundschaft bekannt – der andere wird sie nicht einfach überschreiten. Einen Sonderfall der Freundschaft sieht Simmel in der Ehe: Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Ehe ihren Charakter gewandelt hat. War bei Montaigne die Ehe noch ein Handel, so ist die Ehe in der Moderne eher von Liebe gekennzeichnet. Wenn die Ehe also eine Liebesbeziehung ist, so wirkt ein freundschaftliches Element.

Siegfried Kracauer (orig. 1917, 1971: 46 f.) beschreibt Freundschaft als das engste geistige Verhältnis, das die loseren Beziehungen der Kameradschaft, Fachgenossenschaft und Bekanntschaft mit einfasst. Er beschreibt die wahrhafte Freundschaft, die für ihn in der Pflege ähnlicher Gesinnungen besteht und gemeinsame Entwicklungen voraussetze. Es müsse eine Übereinstimmung in den Idealen und im Welt- und Menschenbegreifen vorhanden sein. Freundschaft sei auch durch den Wachstum mit- und durcheinander geprägt.: „Während ich überall sonst genötigt bin, mich in tausenden Lebenskreisen zu zersplittern, hier ein Stückchen zu nehmen, dort ein Quentchen zu geben, darf ich ihm so gesammelt und umfänglich nahen, wie ich bin und wie ich mich fühle. Meine Existenz ist ihm voll gegenwärtig, er kennt mein Verhältnis zu den Menschen, und versteht, warum ich so und nicht anders handeln muss, denn noch zu dem widersprechendsten Tun hat er die inneren Verbindungsfäden in Händen.“ (Ders. Orig. 1917, 1971: 47).

Für Robert R. Bell beinhaltet Freundschaft folgende Aspekte: „...friends must be seen as equals by one another. (...) friendship is seen as voluntaristic and highly personal (...) the development of friendship is based on private negotiations and is not imposed through cultural values or norms." (Ders. 1981: 10). Demzufolge sieht auch er die Gleichheit als wichtigen Aspekt in Freundschaften. Freundschaft sei freiwillig und persönlich, und die Entwicklung von Freundschaft basiere auf privaten Verhandlungen und wird nicht von kulturellen Werten oder Normen beeinflusst. Im Wörterbuch der Soziologie wird Freundschaft von Karl-Heinz Hillmann beschrieben als: „...soziologisch schillernder Begriff für eine besonders persönlich gefärbte Form direkter sozialer Beziehungen, die - ohne spezifische Rollenverpflichtung - freiwillig und auf längere, nicht fixierte Dauer eingegangen wird.“ (Ders. 1982: 224).

In Abgrenzung zu anderen sozialen Beziehungen erläutern Argyle & Henderson (1986: 80 f.) Freundschaft als eine Form der menschlichen Beziehungen, die nicht, wie die Ehe, durch eine Zeremonie begründet sei und auch nicht, wie zwischen Arbeitskollegen oder Verwandten, abhängig von irgendwelchen Rollenbezügen. Freundschaft umschließe Menschen, die einander mögen und gern gemeinsam bestimmte Dinge unternehmen. Des weiteren sei Freundschaft freiwillig und ohne klar umrissene Regeln. Für Robert Hays (1988: 391) ist Freundschaft ein flexibler, dynamischer und multidimensionaler Prozess, dessen Struktur und Funktionen je nach beteiligten Individuen, dem Umfeld und dem Entwicklungsstand der Freundschaft variieren.[7]

Ann Elisabeth Auhagen definiert Freundschaft als: „...eine dyadische, persönliche und informelle Sozialbeziehung (...) die Existenz der Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit. (...) Freundschaft besitzt für jeden der Freundinnen/Freunde einen Wert, welcher unterschiedlich starkes Gewicht haben und aus verschiedenen inhaltlichen Elementen zusammengesetzt sein kann.“ (Dies. 1993: 207). Ursula Nötzoldt-Linden definiert Freundschaft als „...eine auf freiwilliger Gegenseitigkeit basierende dyadische, persönliche Beziehung zwischen nicht verwandten, gleichgeschlechtlichen Erwachsenen in einer Zeitspanne“. (Dies. 1994: 29).

Philosophische Begriffsbestimmung[Bearbeiten]

Aristoteles[Bearbeiten]

Für Aristoteles ist die Freundschaft wichtiger Bestandteil einer funktionierenden (Polis-)Gesellschaft. Noch höher als die Gerechtigkeit soll der Staat die Freundschaft schätzen. In der griechischen Polis gab es keine öffentlichen Dienste wie Polizei und Feuerwehr, so war jeder auf das Wohlwollen des anderen angewiesen. Wer in Ämter gewählt werden wollte, musste sich das Wohlwollen der Menschen sichern. Heutzutage würde man eine Reihe der als „Freundschaft“ bezeichneten Verhältnisse nicht mehr unbedingt als Freundschaften bezeichnen. Im Altgriechischen bedeutet das Wort „philia“ allerdings sowohl „Freundschaft“ als auch „Liebe“ und kann folglich auch in diesem weiteren Sinn benutzt werden.

Aristoteles hält Freundschaft nicht für ein graduelles Phänomen, bei dem einem der eine Mensch mehr freund ist als der andere, sondern er kategorisiert die verschiedenen Freundschaften. Als erstes teilt er sie in die „Freundschaft unter Gleichen“ und die „Freundschaft unter Ungleichen“ und schließt gleichzeitig die Freundschaft zu unbeseelten Dingen aus. Aristoteles bezieht sich mit dieser Philia-Systematik auf Platons Dialog Lysis, in dem kategorial souverän und künstlerisch spielend das Problem der selbstlosen Freundschaft entfaltet wird.

Die Freundschaft unter Gleichen gilt für gleichgestellte Bürger. Man ist einander ebenbürtig. Diese Freundschaft unterteilt er weiter in Nutzen-, Lust- und Tugendfreundschaft. Die Nutzenfreundschaft bringt die Menschen zu einem Zweck zusammen. Fällt dieser Zweck weg, ist die Freundschaft gefährdet. Ähnliches gilt für die Lustfreundschaft, die rein affektiv begründet ist. Diese beiden Arten sind akzidentiell und labil. Stabil dagegen ist die Tugend- oder Charakterfreundschaft. Sie ist die Freundschaft um des Freundes willen. Hier kommt Aristoteles’ Mesotes-Lehre ins Spiel, deren Maxime zufolge das Maßhalten der Weg zu einem tugendhaften und erfüllten Leben ist. Sind sich zwei Personen in ihrer Tugendhaftigkeit ähnlich, so ist das die Voraussetzung für die vollkommene Freundschaft. Wie für jegliche Tugend gilt auch für die Freundschaft bei Aristoteles, dass sie durch wiederholtes Handeln zur Gewohnheit werden muss. Man übt die Freundschaft nur im alltäglichen Umgang. Die Teilhabe am Leben des Freundes und damit die räumliche Nähe sind nach Aristoteles für eine Freundschaft unerlässlich.

Die Freundschaft unter Ungleichen bei Aristoteles würde man heute vermutlich eher als Ehrerbietung bezeichnen. Sie beschreibt nicht nur das Verhältnis zwischen den Generationen, sondern auch das Verhältnis des Menschen zum Staat. So muss nach Aristoteles die Asymmetrie der Hierarchie durch einen Mehraufwand von „philia“ seitens des Unterlegenen ausgeglichen werden. Der Sohn muss dem Vater mehr Respekt entgegenbringen als umgekehrt, so wie der Bürger mehr in den Staat investiert, als er unmittelbar zurückbekommt.

Siehe auch: Plotin, Augustinus

Mittelalter[Bearbeiten]

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Die frühmittelalterliche Epik kennt zahlreiche Heldenfreundschaften, so im Rolandslied des 10. Jahrhunderts die Freundschaft zwischen Roland und Olivier.

Die isländische Njála des 13. Jahrhunderts hat die schwergeprüfte Freundschaft zwischen Njáll Þórgeirsson und Gunnar Hámundarson zum Kern.

In der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts treten zahlreiche, zum Teil als sehr eng beschriebene Freundschaftsbeziehungen insbesondere zwischen literarischen Heldenfiguren auf. Beispielhaft hierfür ist die Verbindung zwischen den Protagonisten Iwein und Gawain im Artusroman Iwein von Hartmann von Aue: Die hier wechselnd als „vriundschaft“, „geselleschaft“, „herzeliebe“ und auch „minne“ beschriebene Bindung zwischen Gleichgestellten verpflichtet zu gegenseitiger Hilfe und Beratung. In der Forschung wird deshalb häufiger postuliert, dass das Eingehen einer Freundschaft in der höfischen Literatur Züge eines Vertragsabschlusses aufweise, dessen Aufhebung quasi unmöglich sei. Inwiefern solche Freundschaftsbeschreibungen versteckte homoerotische Züge tragen, ist umstritten, sicher ist allerdings, dass sich in der mittelalterlichen Dichtung ausgeweitete Diskurse über die angemessene Ausprägung, Verbindlichkeit und Relevanz freundschaftlicher Beziehungen finden lassen.

Montaigne[Bearbeiten]

Michel de Montaigne (1533–1592) schrieb in seinem Essay „Über die Freundschaft“ vor allem aus einer privaten Perspektive: Unter dem Eindruck der Wirren der französischen Bürgerkriege erlebte er in seiner Freundschaft mit Étienne de La Boétie bis zu dessen Tod im Alter von nur 33 Jahren ein absolutes Vertrauen. Montaigne geht es nicht wie Aristoteles um die Freundschaft als gesamtgesellschaftliches Phänomen – er will seiner Freundschaft ein Denkmal setzen und hält diese Art Freundschaft für einmalig, oder zumindest für äußerst rar. Er teilt die Freundschaft in grob zwei Kategorien: in seine Freundschaft zu Étienne de La Boétie und die „gewöhnliche Freundschaft“. Diese gewöhnlichen Freundschaften bestünden nur um gegenseitigen Nutzens willen. Sie seien also labil und böten nicht das Vertrauen seiner Freundschaft.

Des Weiteren hält Montaigne Frauen nicht der Freundschaft fähig – ihnen fehlten die geistigen Fähigkeiten, um mit dem Mann mitzuhalten. Er räumt allerdings ein, dass die Freundschaft zu einer Frau – so sie denn doch über die geistigen Fähigkeiten verfügt – noch stärker sein könne, weil sie Geist, Seele und Körper umfasse. Die Lustfreundschaft zwischen Männern, die bei Aristoteles noch eine starke Rolle spielte, lehnt Montaigne schlichtweg ab.

Romantik[Bearbeiten]

Denkmal einer Dichterfreundschaft: Goethe und Schiller in Weimar

In der Romantik spielte die Freundschaft nach einer Zeit des Verlustes traditioneller Bindungen und neuer Unsicherheiten auf Grund von Individualisierungsschüben im vergangenen Jahrhundert eine große Rolle. So wurde auch die gleichgeschlechtliche Freundschaft thematisiert. Berühmt ist die in Briefen gut dokumentierte Beziehung zwischen Clemens Brentano und Achim von Arnim, aber auch der intensive Austausch zwischen Bettina Brentano und Karoline von Günderrode hat Aufsehen erregt. Diese aufklärerischen Impulse der Romantik beschränkten sich allerdings im Wesentlichen auf die kurze Periode der Frühromantik. George L. Mosse vertritt schließlich die Position, dass das ganze 19. Jahrhundert das Bemühen durchzog der Freundschaft diese aufklärerischen Impulse auszutreiben.

Kultur- und literaturwissenschaftliche Begriffsbestimmung[Bearbeiten]

Die Grundlagen für unterschiedliche Freundschaftskonzepte liegen u. a. in literarischen Traditionen und in den realen Lebensbedingungen, die sich von Kultur zu Kultur oft stark unterscheiden. So ist der Freundschaftsbegriff in Deutschland und Frankreich z. B. vom literarischen Freundschaftskult des 18. Jahrhunderts (z. B. dem Göttinger Hain) geprägt, der den Übergang von der Zwangsbindung ans Geburtsmilieu zur freien Wahl des sozialen Umfelds (Freunde, Sexualpartner) nach dem Prinzip der „Seelenverwandtschaft“ markiert. Bei Personen, die räumlich voneinander getrennt leben mussten, war hier das wechselseitige Schreiben von Briefen ein wichtiges Mittel zur Pflege von Freundschaft. In Nordamerika, wo ein solches Konzept der Freundschaft kulturgeschichtlich weniger verwurzelt ist, spielt die extrem hohe räumliche und soziale Mobilität der Bevölkerung – v. a. in den höheren sozialen Schichten – eine Rolle. Die Fähigkeit, in einer neuen Umgebung schnell Kontakte zu schließen und Anschluss zu finden, wird hier als sehr viel wichtiger erachtet als die Pflege „tiefer“ Beziehungen, die in Einwanderungsländern wie den USA weitaus stärker als in Europa der Familie vorbehalten ist.

Die Freunde Harmodios und Aristogeiton versuchten 514 v. Chr., die athenischen Tyrannen Hippias und Hipparchos zu ermorden.
Statuengruppe des Kritios und Nesiotes (römische Kopie).

Beispiele[Bearbeiten]

Literarisch ist die Freundschaft über die Jahrhunderte immer wieder thematisiert worden. Ein Motiv, das seit den Anfängen der Literaturgeschichte besonders traditionsbildend gewirkt hat, ist der Freundschaftsbeweis. Einige klassische Werke zum Thema „Freundschaft“ und „Freundschaftsbeweis“:

Literatur[Bearbeiten]

Philosophie, Ethik

Soziologie

Literaturwissenschaft

  • Natalie Binczek/ Georg Stanitzek (Hg.): Strong ties/Weak ties. Freundschaftssemantik und Netzwerktheorie, Winter, Heidelberg 2010 (Reihe: Beihefte zum Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, H. 55), ISBN 978-3-8253-5559-3
  • Ernst Curtius: Die Freundschaft im Altertum, in: dsb., Alterthum und Gegenwart 1875
  • E. Thaer: Die Freundschaft im deutsche Roman des 18. Jahrhunderts, Diss. Gießen 1915
  • W. Rasch: Die Freundschaft bei Jean Paul, 1929
  • W. Rasch: Freundschaftskult und Freundschaftsdichtung im deutschen Schrifttum des 18. Jahrhunderts vom Ausgang des Barock bis zu Klopstock, (DtVjs Buchreihe 21) 1936
  • H. Dietrich [Hellbach]: Die Freundesliebe in der deutschen Literatur, 1931, Reprint 1996
  • F. Zucker: Freundschaftsbewährung in der neuen attischen Komödie (Sächsische Akademie der Wissenschaften) 1950
  • R. R. Purdy: The Friendship Motif in Middle English Literature 1951
  • H. H. Weil: The Conception of Friendship in German Baroque Literature, (German Life and Letters 13) 1959/60
  • L. Mittner: Freundschaft und Liebe in der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts in: Festschrift H. H. Borcherdt, 1962
  • X. v. Ertzdorff: Höfische Freundschaft, (Der Deutschunterricht 14) 1962
  • H. Wilms: Das Thema der Freundschaft in der deutschen Barocklyrik und seine Herkunft aus der neulateinischen Dichtung des 16. Jahrhunderts, Diss. Kiel 1963
  • Guntram Vogt: Das Thema der Freundschaft in den Romanen der Goethezeit, Phil. Diss. Kiel 1966
  • Elisabeth Frenzel: Freundschaftsbeweis in: Dies., Motive der Weltliteratur 5. Aufl., Kröner, Stuttgart 1999
  • Ulrike Prokop: Die Freundschaft zwischen Katharina Elisabeth Goethe und Bettina Brentano – Aspekte weiblicher Tradition. In: Vorträge aus der Frankfurter Frauenschule. Facetten feministischer Theoriebildung. Materialband 2. Selbstverlag, Frankfurt/Main 1987

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Freundschaft, duden.de, abgerufen am 16. November 2013
  2. vgl. Grimm, Deutsches Wörterbuch, Band 4, Sp. 163
  3. Freund im Etymologischen Wörterbuch nach Pfeifer im DWDS, abgerufen am 13. November 2013
  4. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 96.
  5. Spezi in duden.de, abgerufen am 13. November 2013
  6. Spezi im Etymologischen Wörterbuch nach Pfeifer, online im DWDS, abgerufen am 13. November 2013
  7. Hays, Robert (1988): Friendship. In: Duck, Steve (Ed.) (1988): Handbook of personal Relationships. Chichester, New York, Brisbane, Toronto, Singapore: John Wiley and Sons, 391-408
  8. dort wiedergegebene Quellen in alphabet. Reihenfolge:
    1. Aelred: Über die geistliche Freundschaft Buch 3, Trier 1978, S. 71–111
    2. Aristoteles: Nikomachische Ethik Ausgabe: Werke, Hg. Grumach, Berlin 1956, Bd. 6, S. 170–177, 179–183, 194–203, 205–212. Das ist in Kapiteln: Buch 8, 1155a3–1157b1 / 1158b1–1159b15 / 1159b25–1160a20 und: Buch 9, 1163b32 1167a20 /1167b5–1168a20 /1169b1–1170b20.
    3. Cicero: Laelius über die Freundschaft Kap. 17–24; 26 –44; 47 (nach: Werke in 3 Bd., Hg. Huchthausen, Berlin 1989, Bd. 3 S. 131–143. Häufig in versch. Verlagen aufgelegt)
    4. Derrida: The Politics of Friendship in: Journal of Philosophy, New York Jg. 85, H. 11 Nov. 1988 ISSN 0022-362X S. 632–644. Hier in dt. Übers. – Kurze Erstfassung seines späteren großen Buches gleichen Titels, das in mehreren Sprachen erschien. Teilabdruck daraus, nämlich das Kap. 7: siehe hier unter Montaigne
    5. Eichler: ZU einer Philosophie der Fr., eigener Beitrag des Hg.
    6. Gadamer, aus: Vereinsamung als Symptom der Selbstentfremdung in: Lob der Theorie Suhrkamp, Frankfurt 1983, S. 133–138
    7. Helvétius: Vom Geist Dt. v. Theodor Lücke. Aufbau, Berlin S. 315–320 (dt. Ausgabe nur im Leihverkehr; frz. Orig. De l'Esprit sowie engl. Übers. On Mind im Handel)
    8. Hume: Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral Übers. Streminger Reclam, Stuttgart 1984, S. 227–235 (häufige Neuaufl. in versch. Verlagen, mit Titelvarianten)
    9. Kant: Eine Vorlesung über Ethik (auch bek. unter dem Titel ... über Moralphilosophie) Hg. Paul Menzer, Pan-Verlag R. Heise, Berlin 1924 (Aus dem Frz. – häufige Neuaufl., auch in Varianten, da Mitschriften)
    10. Kierkegaard: Entweder – Oder. Zweiter Teil in: dsb., Gesammelte Werke. Zweite Abteilung Hg. Emanuel Hirsch. Düsseldorf 1950, S. 337–345
    11. Adolph Freiherr Knigge: Über den Umgang mit Menschen. In: Projekt Gutenberg-DE.
    12. Löwith: Das Individuum in der Rolle des Mitmenschen S. 139–142. Aus: Mensch und Menschenwelt; in dsb.: Sämtliche Schriften Bd. 1, Hg. Stichweh und de Launay. Metzlersche, Stuttgart 1981
    13. Montaigne: Essays, darin: Über die Freundschaft Eichborn, Frankfurt 1998, häufige Aufl., auch in: Derrida & Montaigne, gleicher Titel, Suhrkamp, Frankfurt 2000 ISBN 3-518-22331-3
    14. Nietzsche: Werke in 3 Bänden, Hg. Karl Schlechta, Hanser, München 1966; Nachdruck (dieser in tatsächl. 5 Bänden) Ullstein, Frankfurt 1972. Seitenzahlen nach der Ausg. von 1966
    1. Platon: Lysis Kap. 213 e – 223 b
    2. Sandel, Michael: Kap. 'Freundschaft und Gerechtigkeit in: van den Brink & van Reijien (Hgg): Bürgergesellschaft, Recht und Demokratie Suhrkamp, Frankfurt 1995, S. 204–210 (aus dem Engl. Friendship and Justice 1982)
    3. Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen 1932. Duncker & Humblot, Berlin 1963, S. 26–29, häufige ident. Nachdrucke, zuletzt 1996 ISBN 3-428-08725-9
    4. Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit Ausg. Sämtliche Werke 4: Parerga und Paralipomena Hg. Löhneysen. Cotta, Stuttgart 1963, häufige Reprints, meist WBG, bis 2004; in der ident. Ausgabe Insel-Verlag, Leipzig 1960 (1979) die Seiten 546–549
    5. Shaftesbury (Cooper): Der gesellige Enthusiast. Philosophische Essays; darin der Essay: Die Moralisten. Eine philosophische Rhapsodie Hg. Karl-Heinz Schwabe. Beck, München 1990 S. 80–84 ISBN 3-406-34348-1
    6. Simmel: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung z. B. in: Gesamtausgabe in 24 Bänden Bd. 11. Hg. Otthein Rammstedt, Suhrkamp, Frankfurt 1992 ISBN 3-518-57961-4 (Reihe: stw 811) S. 395–405. (Neuaufl. ebd. 2006: ISBN 3-518-28411-8.- Einzelausgabe: Duncker & Humblot, z. B. 6. Aufl. Berlin 1983 ISBN 3-428-02182-7)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Freundschaft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Freundschaft – Quellen und Volltexte
 Commons: Freundschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien