Oszillograph

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Ein Oszillograph oder Oszillograf (lat. oscillare „schaukeln“, griech. graphein „schreiben“) wurde für die Anzeige des Zeitverlaufs von elektrischen Spannungen verwendet. Im Gegensatz zu analogen Oszilloskopen kann ein Oszillograph einen zeitlichen Verlauf der Signale aufzeichnen und nicht nur eine optische Momentaufnahme wiedergeben.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts sind Oszillographen in der elektrischen Messtechnik weitgehend durch digitale Oszilloskope ersetzt worden, welche neben diversen Aufzeichnungsfunktion auch über Signalauswerte- und Speicherfunktionen verfügen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Oszillograph und Oszilloskop manchmal noch synonym verwendet.

Herkunft[Bearbeiten]

Schleifenoszillograph der Fa. Max Kohl in Chemnitz 1905 Enthält: Synchronmotor, Bogenlampe, Elektromagnet mit 12-kHz-Meßschleife, Beobachtungsvorrichtung, photographische Trommel, Vorrichtung für versetzte Mehrfachbelichtung.

Die Bezeichnung Oszillograph leitet sich vermutlich von besonders früher verwendeten, mechanischen Verfahren der Aufzeichnung mit einem Messschreiber (kurz Schreiber, auch Schnellschreiber) ab. Diese werden auch heute noch verwendet. Dabei wurde zum Beispiel am Zeiger eines kräftigen Messwerkes (zum Beispiel ein Drehspulmesswerk) ein Stift befestigt. Unter dem Stift wird mit konstanter, jedoch oft wählbarer Geschwindigkeit ein Schreibmedium vorbeigeführt. Dabei wird die aktuelle Zeigerposition auf dem Medium aufgezeichnet, der Anwender erhält so einen Plot oder Schrieb, in dem der Verlauf der Messgröße über die Zeit aufgezeichnet ist. Der Zeiger kann auch elektromotorisch angetrieben sein. Die Motorsteuerung erfolgt dann mit einem potentiometrischen Positionsgeber und einem Komparator.

Varianten[Bearbeiten]

In Museen gibt es auch Schreiber für die Temperatur und die Feuchtigkeit. Auch frühe Flugschreiber funktionierten auf diese Weise und zeichneten die Flughöhe und die Geschwindigkeit auf. Der Papiertransport erfolgt in der Regel mit Getriebemotoren oder Uhrwerken.

Schleifenoszillograph[Bearbeiten]

Für die Aufzeichnung oder die direkte Betrachtung schneller Signale (ca. bis 3 kHz) wurden Anfang des 20. Jahrhunderts sogenannte Schleifenoszillographen nach dem Prinzip eines Galvanometers verwendet, deren Lichtzeiger durch rotierende Prismenspiegel zeitlich abgelenkt und auf einen Schirm oder einen Planfilm gelenkt wurde[1].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Österreichischer Radio Amateur, Jg. IV, Folge 5, 1927 Seite 365

Siehe auch[Bearbeiten]