Palagonit

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Palagonitrücken Einhyrningur in Südisland
Hyaloklastit, ein palagonitisches Gestein, unter dem Mikroskop

Palagonit ist ein gelblich-braunes Gesteinsglas, das aus basaltischer Lava entstanden ist. Es ist nach dem Ort Palagonia auf Sizilien benannt.[1]

Im Unterschied zu Obsidian, einem weiteren Gesteinsglas, enthält der Palagonit mehr gebundenes Wasser, das im Verlauf der Abkühlung in wasserreicher Umgebung aufgenommen wurde. Darüber hinaus wird das zweiwertige Eisen oxidiert, so dass der Anteil an dreiwertigen Eisen steigt und die Gesteinsfarbe bräunlich wird.

Insbesondere auf Island ist der Palagonit verbreitet, da durch die Eruption von Magmen im engen Kontakt zu und unter Eis genügend Wasser zur Verfügung steht. Die Bildung von Palagonit wird Palagonitisierung genannt. Eine Entstehung nur im engen Kontakt mit Eis ist mittlerweile widerlegt. Bisher hatte man angenommen, dass Palagonit nur unter Eis entsteht und die Umwandlung von Asche zu Palagonit sehr lange dauert. Die vulkanische Insel Surtsey vor Island aber hat gezeigt, dass die Hitze die Asche in kurzer Zeit zu Palagonit-Gestein zusammenschmilzt ohne den Kontakt mit Eis.[2]

Nutzung[Bearbeiten]

Zwischen den Orten Pelm und Essingen gibt es Vorkommen von Palagonit am Gyppenberg, das zur Anfertigung von Backofensteinen verwendet wurde. Palagonit „besitzt in hohem Grade die Bereitschaft zu Ionenaustausch und wird deshalb zur Herstellung von Wasserfiltern verwendet“.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. a b Wilhelm Meyer: Geologie der Eifel, Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1986, ISBN 3-510-65127-8, zitiert nach Thea Merkelbach: Backofensteinbrüche im Kreis Daun Online verfügbar auf www.jahrbuch-vulkaneifel.de, abgerufen am 20. September 2009.
  2. : Zeitgeschichten auf Spiegel Online: Insel-Geburt vor 50 Jahren- Eiland aus Feuer und Asche; http://einestages.spiegel.de/s/tb/29723/50-jahre-surtsey-die-geburt-einer-insel.html