Parodiemesse

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Die Parodiemesse ist eine Nebengattung der Messe, bei der ein mehrstimmiger Satz, wie beispielsweise eine geistliche Motette oder ein weltliches Chanson, parodiert wird.

Parodieverfahren[Bearbeiten]

Der Satz der einer Parodiemesse zugrunde liegt kann auf verschiedene Arten parodiert werden:

  • die gesamte Vorlage wird ohne Veränderung übernommen;
  • die Vorlage wird übernommen und durch weitere Stimmen ergänzt;
  • nicht alle Stimmen der Vorlage werden übernommen und die restlichen frei dazu komponiert;
  • die Vorlage wird um frei komponierte Einschübe ergänzt;
  • nur der Anfang der Vorlage wird verwendet - wodurch ein musikalischer Zyklus entstehen kann -.

Ursprung[Bearbeiten]

Bereits bei den schon früher existierenden Cantus-firmus-Messen mit Fremdtenor und Chansonmessen wurden vorhandene Kompositionen parodiert. Dabei beschränkte sich die Parodie jedoch auf eine Stimme. Die Diskant-Tenormesse erweiterte das Parodieverfahren auf zwei Stimmen, wobei die Vorlagen schon einem mehrstimmigen Satz entstammen könnten. Bei der Parodiemesse wird als logische Weiterführung schließlich der ganze Satz parodiert.

Blütezeit und Verbot[Bearbeiten]

Die Parodiemesse ist eine typische Gattung der Renaissance. Aus den Vorläufergattungen des 15. Jahrhunderts entstanden, hatte die Parodiemesse ihre Blütezeit in der zweiten Epoche des Zeitalters der Franko-Flamen in den zahlreichen Vertonungen des weltlichen Liedes L’homme armé. Durch das Tridentiner Konzil wurde die Parodiemesse und alle anderen Parodien weltlicher Melodien in geistlicher Musik verboten. Allerdings wurde dieses Verbot nur begrenzt beachtet.

Siehe auch[Bearbeiten]