Pastourelle

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Die Pastourelle, gelegentlich auch als Pastorelle bezeichnet (das Wort kommt letztlich von lat. pastora, „Hirtin“), ist eine formal schlichte Gattung, die gegen 1150 in der altokzitanischen Lyrik entstand und in andere europäische Literaturen des Mittelalters übernommen wurde. Thema der Pastourelle ist das unverhoffte Zusammentreffen eines Ritters mit einer Hirtin in freier Natur. In der Urversion der Gattung endete die Begegnung mit der Hingabe des jungen Mädchens an den sozial höherstehenden werbenden Mann, doch wurden rasch auch andere Varianten verfasst, insbesondere naturgemäß solche, in denen der Mann nicht an sein Ziel gelangt.

Die älteste überlieferte Pastourelle stammt von dem okzitanischen Dichter Marcabru (L'autrier jost’una sebissa); die Blütezeit der Gattung lag im 13. Jahrhundert. Die spätere pastorale Dichtung der Renaissance und des Barock geht nicht auf sie zurück, sondern hat antike Wurzeln.

Musik[Bearbeiten]

In der Musik des Barock kommt die Bezeichnung „Pastorella“ nicht selten bei Instrumental- beziehungsweise Orchestermusik vor. Zum Beispiel bei Johann David Heinichen, Kapellmeister des Dresdener Hofs: Er ahmt in seinem Concerto C-Dur (Seibel 211) im zweiten Satz unter dem Titel „Pastorell“ eine ländliche Dudelsackmusik mit Streichern und Oboen naturgetreu nach.[1] Damit wird der Mode des ländlichen Fête galante gefrönt, parallel zur Schäferlyrik in der Dichtkunst, zum Schäferspiel auf der Bühne Pastorale und zur Malerei Antoine Watteaus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CD Johann David Heinichen. Dresden Concerti. Musica Antiqua Köln. Reinhard Göbel. Archiv Produktion.