Patenbrigade
Eine Patenbrigade war in der DDR eine Brigade oder ein vergleichbares Kollektiv, meist von Industriearbeitern oder aus Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, das eine Patenschaft über Schulklassen und Kindergartengruppen, im Einzelfall aber auch über NVA-Einheiten übernahm.
Der Sinn der Patenschaft bestand in einem Einblick in die Arbeitswelt in den Betrieben, Begleitung bei der Herausbildung von Berufswünschen, praktische Unterstützung bei Bau- und Renovierungsmaßnahmen, Übernahme von Transporten (Ferienlager, Klassenfahrten), personelle Unterstützung und vieles mehr, oft über einen großen Teil der Schulzeit hinweg. Damit sollte die Verbundenheit zur Arbeiterklasse gestärkt und zur Entwicklung einer sozialistischen Persönlichkeit bei den Kindern beigetragen werden. In der Praxis war die Intensität der Patenbeziehungen unterschiedlich. Patenschaften wurden auch von Kulturschaffenden übernommen, damit die Künstler die Verbindung zur Arbeiterschaft nicht verlieren sollten. Rückblickend charakterisierte beispielsweise der Opernsänger Gunther Emmerlich das Verhältnis zwischen Paten"kindern" und Paten wie folgt:[1]
„Die haben Interesse an der Oper zur Schau gestellt und wir haben Interesse an den Verpackungsmaschinen zur Schau gestellt.“