Pecunia non olet

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„Pecunia non olet“ (zu deutsch: Geld stinkt nicht) ist eine lateinische Redewendung.

Urin, insbesondere „gefaulter“, wurde über Jahrtausende als Mittel für die Ledergerbung und als Wäschereinigungsmittel eingesetzt. So wurden in Rom an belebten Straßen amphorenartige Latrinen aufgestellt, um den Urin einzusammeln, der von den Gerbern und Wäschern benötigt wurde.

Um die leeren Staatskassen zu füllen, erhob Kaiser Vespasian auf diese öffentlichen Toiletten eine spezielle Latrinensteuer. Sueton überliefert, dass Vespasian die Steuer vor seinem Sohn Titus rechtfertigte, indem er ihm Geld aus den ersten Einnahmen unter die Nase gehalten und gefragt habe, ob der Geruch ihn störe (sciscitans num odore offenderetur). Als dieser verneinte, habe er geantwortet: „Atqui ex lotio est“[1] (Und doch ist es vom Urin![2]).

Die Redewendung hat sich bis heute gehalten, um den Besitz oder Erwerb von Geld aus unsauberen Einnahmequellen zu rechtfertigen. Die öffentlichen Toiletten in Paris heißen noch heute „Vespasienne“. Auch in Italien werden die öffentlichen Toiletten „Vespasiani“ genannt.

In Deutschland erregte seit 2002 die „Pecunia-non-olet-Affäre“ in Hildesheim bundesweite Aufmerksamkeit.

2005 brachte Goldsieber ein gleichnamiges Gesellschaftsspiel heraus, das aber die hier gemeinten Amphoren mit wasserführenden Latrinen verwechselt, in denen naturgemäß kein Ammoniak, d.h. Urin, gesammelt werden konnte.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Sueton, Vespasian 23.
  2. Übersetzung Adolf Stahr 1857 books.google.de S. 454
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