Hildesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hildesheim
Hildesheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hildesheim hervorgehoben
52.159.9578Koordinaten: 52° 9′ N, 9° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 78 m ü. NHN
Fläche: 92,2 km²
Einwohner: 99.224 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1076 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 31101–31141
Vorwahl: 05121
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 021
Stadtgliederung: 14 Ortschaften i. S. des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); 19 (statistische) Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
31134 Hildesheim
Webpräsenz: www.hildesheim.de
Oberbürgermeister: Ingo Meyer (parteilos)
Lage der Stadt Hildesheim im Landkreis Hildesheim
Landkreis Hildesheim Niedersachsen Landkreis Holzminden Landkreis Northeim Landkreis Goslar Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hameln-Pyrmont Region Hannover Landkreis Peine Landwehr Winzenburg Everode Freden (Leine) Lamspringe Coppengrave Harbarnsen Sehlem Sehlem Neuhof Woltershausen Adenstedt Bockenem Alfeld (Leine) Duingen Sarstedt Algermissen Harsum Giesen Nordstemmen Hildesheim Elze Betheln Gronau Gronau Eime Diekholzen Despetal Diekholzen Schellerten Schellerten Söhlde Bad Salzdetfurth Holle Weenzen Marienhagen Hoyershausen Banteln Rheden Brüggen Eberholzen Sibbesse Westfeld AlmstedtKarte
Über dieses Bild
Marktplatz mit Rolandbrunnen.
Blick von der Andreaskirche nach Norden auf die Innenstadt mit Fußgängerzone (Hoher Weg/Almsstraße).
In der Mitte die Kirche St. Jakobi.

Hildesheim (niederdeutsch Hilmessen) ist eine Große Mittelstadt in Niedersachsen rund 30 km südöstlich der Landeshauptstadt Hannover und eines von neun Oberzentren des Bundeslandes. Die Stadt am Fluss Innerste hat 100.708 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013).[2]

Der Sitz des Bistums Hildesheim war bis 1974 kreisfreie Stadt. In diesem Jahr wurde Hildesheim mit der Gebietsreform in Niedersachsen zur großen selbständigen Stadt und bildet seitdem mit dem Gebiet des ehemaligen Landkreises Hildesheim-Marienburg, seit 1977 erweitert um den ehemaligen Landkreis Alfeld (Leine), den Landkreis Hildesheim, dessen Kreisstadt sie ist. Von 1885 bis 1978 gab es einen eigenen Regierungsbezirk Hildesheim. Der Regionalbeauftragte für das Leine-Weser-Gebiet, das den gesamten 2004 aufgelösten Regierungsbezirk Hannover abdeckt, ist seit 2014 in der Stadt ansässig.[3]

Hildesheim ist Standort von drei Hochschulen, von denen die seit 1989 bestehende Universität Hildesheim die jüngste ist. Die 2003 in eine Stiftungshochschule umgewandelte Bildungsstätte steht in der Tradition der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld, die 1970 nach Hildesheim verlegt wurde. Daneben gibt es die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die auf die 1971 geschaffene Fachhochschule Hildesheim zurückgeht, sowie die Norddeutsche Hochschule für Rechtspflege (von 1979 bis 2007 FHVR).

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Blick auf die Stadt vom Panoramaweg
Ansicht von Westen
Blick nach Südosten über die Stadt.

Lage[Bearbeiten]

Hildesheim liegt an der Grenze von Innerstebergland und Hildesheimer Börde überwiegend am rechten Ufer des Flusses Innerste, einem östlichen Zufluss der Leine. Die Stadt befindet sich nördlich des Hildesheimer Walds und west-nordwestlich des Höhenzugs Vorholz. An den nordwestlichen Stadtrand grenzen die Giesener Berge.

Die Stadtgrenze Hildesheims reicht im Norden und Osten bis auf weniger als 15 km an Hannover und Salzgitter heran sowie bis auf weniger als 30 km an die Stadtgrenze Braunschweigs. Die Entfernungen zu den nächsten Großstädten im Süden und Westen liegen in der Größenordnung 50–100 km (Göttingen in Südniedersachsen sowie Paderborn und Bielefeld in NRW).

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet von Hildesheim sind sieben Naturschutzgebiete ausgewiesen: Am roten Steine, Finkenberg/Lerchenberg, Gallberg, Giesener Teiche, Haseder Busch, Lange Dreisch und Osterberg und Mastberg und Innersteaue.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Hildesheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören sämtlich zum Landkreis Hildesheim:

Harsum, Schellerten, Bad Salzdetfurth, Diekholzen, Despetal und Betheln (Samtgemeinde Gronau (Leine)), Nordstemmen und Giesen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet von Hildesheim bestehen gemäß § 6 der Hauptsatzung der Stadt 14 Ortschaften gemäß § 90 Abs. 1 NKomVG: [5]

sowie die früheren Gemeinden

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtplan um 1750
Stadtbild im 17. Jahrhundert nach Merian-Stich, Modell in der Fußgängerzone
Hildesheim 1729
Mauerabschnitt und Turmfundament der Bernwardsmauer am Domhof (um 1000)

Frühe Geschichte und Name[Bearbeiten]

An der Stelle, wo der uralte West-Ost-Handelsweg Hellweg (heute etwa Bundesstraße 1) die Innerste querte, bestand vermutlich schon in vorfränkischer Zeit eine Siedlung und ein Heiligtum.

Eine frühere Behauptung, Hildesheim habe im Jahr 577 Bennopolis geheißen, ist nicht haltbar, da der Zusatz in einer Pariser Handschrift offensichtlich gefälscht ist. Der Handelsweg, die Benennung nach einem Gründer namens Hildwin,[6] aber auch andere Thesen für den Ursprung des Namens werden genannt.

Dabei ist die Namensentwicklung zu beachten: Der Name Hildesheim (so seit Anfang des 13. Jahrhunderts) ist verkürzt aus Hildinisheim (12. Jahrhundert), Hildeneshem (1022) und Hiltenesheim (1004) hervorgegangen. Er enthält den alten deutschen Personennamen Hildin oder Hildini (zu althochdeutsch hiltia, Kampf).[7] Ursprünglicher Namensträger war möglicherweise die älteste Siedlung im heutigen Stadtgebiet, das Alte Dorf, von der die später gegründete Stadt den Namen übernahm.

Historisch wurde Hildesheim auch beim lateinischen Namen genannt: Hildesia.[8]

Stadtgründung und Frühmittelalter[Bearbeiten]

Ausgrabungen, die direkt nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Hildesheimer Annenfriedhof durchgeführt wurden, weisen darauf hin, dass sich schon im 8. Jahrhundert eine "Missions- oder Taufkapelle" auf dem späteren Hildesheimer Domhügel befand.[9] Wenig später erfolgte der Ausbau Elzes als karolingischer Vorposten im ostfälischen Gebiet, der wohlmöglich zunächst auch als Bistumsstandort vorgesehen war. Elze (etwa 19 Kilometer westlich des heutigen Hildesheim) wurde als Verweis auf die kaiserliche Macht Aula Caesaris, kurz Aulica genannt.[10] Teil dieses Vorpostens des späten 8. Jahrhunderts war auch eine Missionsstation unter dem Patrozinium des Apostels Petrus.[11] Die günstigere Lage Hildesheims gab aber wohl den Ausschlag, so dass das Bistum 815 von Ludwig dem Frommen auf dem Gebiet des heutigen Hildesheim gegegründet wurde. Das Bistum wurde der Gottesmutter Maria geweiht (siehe auch Gründungssage).

Als die ersten Bischöfe des neugegründeten Bistums gelten Gunthar und Rembert. Mit Ebo bestieg im Jahr 845 der ehemalige Erzbischof von Reims den Hildesheimer Bischofsstuhl. Ebo war zwischen die Fronten innerfränkischer Konflikte geraten und muss seine Versetzung nach Hildesheim sicherlich als abwertend empfunden haben. Trotzdem erscheint es wahrscheinlich, dass das junge Hildesheimer Bistum in erheblichem Maß von seinen Kontakten zum fränkischen Reims profitierte. So bezeichnet ein Hildesheimer Verbrüderungsverzeichnis die Reimser Kirche als "Mater in canonica instutione".[12] Unter Bischof Altfrid wurde der erste Dom errichtet. In Bischof Bernward Amtszeit fällt die Erweiterung des Bereichs der Domburg, die sich nun durch die um 1000 errichtete Mauer und 1010 erbaute Michaeliskirche erweiterte. Zwischen Dom und Michaeliskirche lag der "Alte Markt".[13] Die Domburg ist noch heute in der Anlage des Domhofs erkennbar.

Hoch- und Spätmittelalter[Bearbeiten]

Im Zuge der stadtgeschichtlichen Entwicklung wurde die sich vor allem um St. Andreas bildende Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt Hildesheim in den Jahrhunderten nach der Gründung zu einem bedeutenden Gemeinwesen.

Unmittelbar neben der Altstadt entstanden im Jahre 1196 die bischöfliche Dammstadt und wenig später – die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1221 – die dompröpstliche Neustadt. Sowohl Damm- wie Neustadt waren im Gegensatz zur Altstadt planmäßige Gründungen bzw. Ansiedlungen, deren Regelmäßigkeit man verglichen mit der Altstadt noch im Straßenbild erkennen kann. Jede dieser Städte stellte ein in sich geschlossenes Gemeinwesen dar und wählte einen eigenen Rat. [14] Aufgrund der Lage der Dammstadt direkt vor dem Westtor Hildesheim wurde sie von der größeren Stadt als Bedrohung und lästige Konkurrenz wahrgenommen.[15] Gerade deswegen wurde der gesamten Stadt bereits in der Weihnachtsnacht 1332 gewaltsam ein Ende bereitet.[16] Dieses Ereignis ist eng verknüpft mit der Doppelwahl auf den Hildesheimer Bischofssitz von 1331, durch die es zum Konflikt zwischen Heinrich von Braunschweig-Lüneburg, dem Kandidat des Domkapitels, und Erich von Schaumburg, dem päpstlichen Kandidaten, kam. Nachdem die Stadt zuerst Heinrich unterstützt hatte, wechselte der Großteil des Rates im Jahr 1332 auf die Seite Erichs über. Dieser Seitenwechsel war mit Versprechungen Erichs an die Stadt verbunden, die auch die Dammstadt betrafen.[17] Ob die Hildesheimer Bürger oder die Truppen Erichs hauptverantwortlich für den eigentlichen Überfall waren, ist in der Forschung umstritten.[18][19]

Das gewachsene Selbstbewusstsein der Stadt spiegelte sich auch schon beim Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert wider. So ist aus dem Jahr 1298 ein Stadtsiegel mit der Umschrift Sigillum Burgensium de Hildensem (Siegel der Bürger von Hildesheim) überliefert. Nur zwei Jahre später gaben sich die Hildesheimer Bürger auch ein eigenes Stadtrecht. Dies offenbart die bischöflichen Ohnmacht und war Zeichen, dass der Bischof einen Großteil seiner Macht über die Altstadt de facto abgeben hatte.[20] Zu diesem Zeitpunkt war die topographische Entwicklung der Stadt bereits abgeschlossen. Ihre Grenzen waren abgesteckt und sie war im Wesentlichen befestigt. Die wechselhaften Beziehungen zwischen dem rechtmäßigen Stadtherren, dem Bischof, und seinen sich immer weiter emanzipierenden Untertanen, den Bürgern und ihrem Rat, stellten auch bis zum Ausgang des Mittelalters eine Konstante der Stadtgeschichte da.[21]

Auch nach außen hin knüpfte Hildesheim Kontakte, vor allem zu anderen Städten aus der unmittelbaren Umgebung. Diese Verbindungen sollten zum einen den autonomen Status der Stadt absichern, als auch den regionalen Handel fördern.[22] Sicherlich eingeschränkter ist die überregionale Vernetzung der Stadt einzuschätzen.[23] Dennoch nahmen im Jahr 1367 Vertreter Hildesheims am Kölner Städtetag teil und unterstrichen damit die Teilhabe Hildesheimer Kaufleute an hansischen Privilegien.[24]

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach jahrhundertelangen Streitigkeiten, auf deren Höhepunkt sich Alt- und Neustadt zeitweise sogar bewaffnet gegenüberstanden, wurde erst im späten 16. Jahrhundert eine Union mit einem Samtrath als übergeordnete Instanz geschaffen und in der Folge wenigstens die innere Mauer niedergelegt. Nach zweijähriger Verhandlung wurde der Unionsvertrag am 15. August 1583 unterzeichnet.[25] Endgültig zu einer Stadt vereinigt wurden Alt- und Neustadt aber erst 1806 unter preußischer Herrschaft.[26]

1523 verlor das Fürstentum Hildesheim als Folge der sogenannten Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) große Teile seiner Gebiete (Rückgewinnung erst 1643) und somit auch Macht in der Region. 1542 fand die Reformation durch den Mitstreiter Martin Luthers, Johannes Bugenhagen, Einzug in die Stadt. „Die ganze Regierung der Stadt Hildesheim“ unterzeichnete 1580 die lutherische Konkordienformel von 1577.[27] Doch bestand das Bistum Hildesheim sowohl als katholische Diözese wie als Reichsfürstentum weiter, und der Dom sowie die Klosterkirchen (St. Michael nur teilweise) blieben katholisch. 1796/97 fand in Hildesheim der Hildesheimer Kongress der norddeutschen Reichsstände statt.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Historischer Stadtplan von 1910

Das Hochstift Hildesheim wurde 1803 mit dem Reichsdeputationshauptschluss wie alle geistlichen Territorien säkularisiert und das Bistum (Diözese) Hildesheim 1824 neu umschrieben. Städte und Stiftsgebiet kamen vorübergehend unter die Herrschaft des Königreichs Preußen. Erst jetzt wurden Alt- und Neustadt zu einer Stadt vereinigt. Noch bevor die eingeleiteten Reformen abgeschlossen waren, gelangte mit dem Frieden von Tilsit 1807 das nunmehr weltliche Fürstbistum Hildesheim an das Königreich Westphalen. Im Departement der Oker war die Stadt Sitz der Unterpräfektur des Distrikts Hildesheim. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 mit der Niederlage Napoleon Bonapartes wurde das Distrikt Hildesheim dem Königreich Hannover zugeteilt und 1815 Sitz eines Amtes, das ab 1823 zur neu gebildeten Landdrostei Hildesheim gehörte. Die Stadt selbst genoss darin jedoch von Anfang an eine gewisse Selbständigkeit. Das Amt Hildesheim wurde mehrfach verändert, unter anderem wurden 1852 Gemeinden dem benachbarten Amt Marienburg zugeschlagen, dessen Sitz sich ebenfalls in Hildesheim befand. 1859 wurden dem Amt Hildesheim 16 Gemeinden des aufgelösten Amtes Ruthe zugeordnet.

Nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde das Königreich Hannover zur Provinz Hannover im Königreich Preußen und Hildesheim war wieder preußische Stadt.

Die vierte große Cholera-Pandemie (1863-1876) befiel 1867 die Stadt. 1869 wurde die ehemalige Klosterkirche St. Paulus zur städtischen Festhalle ausgebaut. 1885 erhielt Hildesheim den Status einer kreisfreien Stadt und wurde Sitz des aus dem Amt Hildesheim hervorgegangenen Landkreises Hildesheim sowie des aus der Landdrostei Hildesheim hervorgegangenen Regierungsbezirks Hildesheim. Der Landkreis Hildesheim machte in der Folgezeit mehrmals Veränderungen durch.

20. Jahrhundert bis Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Hildesheim Rathaus um 1900
Hildesheimer Rathaus 2012

Am Hildesheimer Domhof wurde Europas erste vollautomatisch betriebene elektromechanische Ortsvermittlungsstelle von der Deutschen Reichspost am 10. Juli 1908 in Betrieb genommen. Die Selbstwähleinrichtung mit Hebdrehwählern nach dem Patent von Almon Strowger war anfangs für 900 Anschlüsse ausgelegt.

Ab Ende der 1930er Jahre wurde im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht in einem zum Stadtteil Neuhof gehörenden Gebiet im Hildesheimer Wald das heutige Werk der Robert Bosch GmbH gebaut. Die unter dem Tarnnamen „ELFI“ (Elektro- und Feinmechanische Industrie GmbH) geschaffene Firma stellte unter Leitung von Bosch Starter, Lichtmaschinen, Magnetzünder und Schwungkraftanlasser für große Lkw- und Panzermotoren der Wehrmacht her. (siehe auch Neuhof - ELFI-Werk). Von Ende 1942 bis April 1952 firmierte der Betrieb als „Trillke-Werke GmbH“. Im Zweiten Weltkrieg wurde Anfang 1945 das durch die Schlacht um Ostpommern gefährdete Werk Küstrin der Bosch-Tochter Blaupunkt zu Trillke verlegt, wo nach Kriegsende zunächst mit der Reparatur von Rundfunkgeräten begonnen wurde.[28] Die im Krieg unzerstörten Trillke-Werke bzw. Bosch/Blaupunkt waren ein wichtiger Zulieferer der Autoindustrie in der „Wirtschaftswunder­zeit“ der 1950er Jahre und wurden zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt.

Nur wenige Tage vor dem Einmarsch der 9. US-Armee in Hildesheim und knapp sieben Wochen vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, wurde bei dem Luftangriff vom 22. März 1945 von britischen (RAF) und kanadischen Luftstreitkräften (RCAF) die als „Nürnberg des Nordens“ bezeichnete Hildesheimer Altstadt fast vollständig zerstört. Von den 1500 Fachwerkhäusern blieben lediglich 200 erhalten, während die kriegswichtigen „Trillke-Werke“ im Hildesheimer Wald keine Schäden erlitten. Die historische Altstadt wurde zu 90 Prozent im Feuersturm vernichtet.

Der Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs forderte in Hildesheim insgesamt 1511 Opfer, davon 824 am 22. März 1945.[29] Andere Quellen geben eine Gesamtzahl von 1736[30] und für den 22. März 1945 eine solche von ≥1006[31] Opfern an.

Von den 1939 insgesamt vorhandenen 6934 Wohnhäusern wurden 1977 (28,5 %) vollkommen zerstört. Stark beschädigt wurden 975 (14,1 %), erheblich beschädigt 350 (5,1 %) und 1772 (25,5 %) wurden leicht beschädigt. 1860 Wohnhäuser (26,8 %) blieben unversehrt. Von den 72.495 Einwohnern (Stand: 17. Mai 1939) wurden 34.000 (46 %) obdachlos. Die Industrieanlagen wurden zu 50 Prozent, Handwerksbetriebe zu 66 Prozent und öffentliche Gebäude zu 80 Prozent zerstört. Der Zerstörungsgrad der Stadt betrug 40 Prozent.

Nachkriegszeit bis zur deutschen Einheit[Bearbeiten]

Im Jahr 1948 begann der Wiederaufbau der Stadt und ihrer Baudenkmäler. So wurde der historische Markt mit dem Knochenhaueramtshaus in den Jahren 1984 bis 1989 originalgetreu wiedererrichtet. Das Umgestülpter Zuckerhut genannte und 1945 völlig zerstörte Fachwerkhaus am Andreasplatz wurde, 500 Jahre nach seiner Errichtung, 2009/2010 wieder aufgebaut.

Im Jahr 1946 wurde der 1885 entstandene Kreis Marienburg in Hannover mit dem Landkreis Hildesheim zum Landkreis Hildesheim-Marienburg vereinigt.

Im Jahr 1970 wurde Hildesheim Hochschulstadt, als die Abteilung Hildesheim der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen und 1971 die Fachhochschule Hildesheim (Königliche Baugewerkschule Hildesheim, gegründet 1900) ihren Betrieb in Hildesheim aufnahmen. Die Eingemeindungen der 1970er Jahre führten zum Anstieg der Einwohnerzahl, so dass 1974 die Großstadtgrenze von 100.000 Einwohnern erreicht wurde.

Im Rahmen der Kreisreform 1974 Niedersachsen wurden die bislang kreisfreie Stadt Hildesheim und der Landkreis Hildesheim-Marienburg am 1. März 1974 zum Landkreis Hildesheim vereinigt, der am 1. August 1977 um den bisherigen Landkreis Alfeld (Leine) vergrößert wurde. Am 1. Februar 1978 erfolgte schließlich die Auflösung des Regierungsbezirks Hildesheim.

Nach 1990[Bearbeiten]

Bis zur Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen Ende 2004 gehörte der Landkreis Hildesheim und mit ihm die Stadt Hildesheim zum Regierungsbezirk Hannover.

2005: Auszeichnung in Silber beim kommunalen Blumenschmuckwettbewerb 'Unsere Stadt blüht auf'.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Hildesheim eingegliedert:

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach Angaben der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 ergeben sich die folgenden Anteile (gerundet): 16 % der Hildesheimer Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt, 17 % sind im Alter von 18-29 Jahren, 26 % zählen zur Altersklasse 30-49 Jahre, 19 % sind zwischen 50-64 Jahre alt und 22 % sind 65 und älter. Frauen sind mit 53 % in der Mehrzahl[33]

23 % der Einwohner haben einen Migrationshintergrund. Die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen 92 % der Einwohner.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Wuchs die Bevölkerungszahl von Hildesheim im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit auf Grund zahlreicher Kriege, Seuchen und Hungersnöte nur langsam, erhöhte sich mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert die Einwohnerzahl rasch. Hatte die Stadt 1803 erst 11.000 Einwohner, waren es um 1900 mit 43.000 Menschen bereits fast viermal so viel. Im Mai 1939 lebten 72.495 Personen in der Stadt; am 1. Mai 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war diese Zahl auf 39.492 gefallen - ein Rückgang um knapp 46 %. 1950 hatte die Zahl den Vorkriegsstand wieder erreicht.

Am 1. März 1974 überschritt die Einwohnerzahl im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen durch die Eingemeindung mehrerer Orte die Grenze von 100.000, wodurch Hildesheim zur Großstadt wurde. Gleichzeitig erreichte die Bevölkerungszahl mit 107.629 Personen ihren historischen Höchststand. Laut Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik (seit März 2008 LSKN) lebten 102.654 Menschen Ende September 2005 mit Hauptwohnsitz in der Stadt. Mit knapp unter 100.000 Einwohnern bei der EU-Volkszählung 2011 verlor Hildesheim 2013 den Großstadtstatus.[34] Die Stadtverwaltung gibt mit Stand 31. Dezember 2013 eine Einwohnerzahl von 100.708 Personen an.[35]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1270 5.000
1400 6.000
1450 8.000
1500 9.000
1648 5.500
1803 11.108
1817 11.585
1825 12.630
3. Dezember 1849 ¹ 14.651
3. Dezember 1855 ¹ 15.923
3. Dezember 1858 ¹ 16.300
3. Dezember 1861 ¹ 17.100
3. Dezember 1864 ¹ 17.988
3. Dezember 1867 ¹ 19.580
1. Dezember 1871 ¹ 20.801
Jahr Einwohner
1. Dezember 1875 ¹ 22.581
1. Dezember 1880 ¹ 25.900
1. Dezember 1885 ¹ 29.386
1. Dezember 1890 ¹ 33.481
2. Dezember 1895 ¹ 38.977
1. Dezember 1900 ¹ 42.973
1. Dezember 1905 ¹ 47.061
1. Dezember 1910 ¹ 50.239
1. Dezember 1916 ¹ 47.364
5. Dezember 1917 ¹ 46.164
8. Oktober 1919 ¹ 53.499
16. Juni 1925 ¹ 58.181
16. Juni 1933 ¹ 62.519
17. Mai 1939 ¹ 72.495
31. Dezember 1945 58.982
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 58.973
13. September 1950 ¹ 72.292
25. September 1956 ¹ 84.695
6. Juni 1961 ¹ 96.341
31. Dezember 1965 99.001
27. Mai 1970 ¹ 93.800
31. Dezember 1975 105.290
31. Dezember 1980 102.619
31. Dezember 1985 100.864
25. Mai 1987 ¹ 103.449
31. Dezember 1990 105.291
31. Dezember 1995 106.101
31. Dezember 2000 103.909
30. September 2005 102.654
31. Dezember 2007 103.593
Jahr Einwohner
31. Dezember 2010 102.794
9. Mai 2011 ¹ 99.554
31. Dezember 2011 99.267
31. Dezember 2012 99.224
1. Oktober 2013 100.439

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten]

Im Jahre 815 wurde die sächsische Bevölkerung des Gebietes christianisiert und das Bistum Hildesheim gegründet. Ab etwa 1000 (ottonische Reichsreform) waren die Bischöfe zugleich Reichsfürsten über das Hochstift Hildesheim. Dessen Gebiet war jedoch sehr viel kleiner als die kirchliche Diözese, die weit in die Lüneburger Heide reichte. Während die Altstadt zum Archidiakonat St. Andreas gehörte, war die Neustadt wohl seit dem 12. Jahrhundert einem besonderen Archidiakonat unter dem Dompropst unterstellt. Außerdem gab es ein Archidiakonat St. Nikolai, zu dem die Dammstadt gehörte. Ab 1300 verlor der Bischof große Teile seiner landesherrlichen Gewalt über die Altstadt, da sich die Bürger ein eigenes Stadtrecht gaben. Hildesheim wurde jedoch nie freie Reichsstadt.

Gegen die Reformation hatte sich der Rat der Altstadt unter Bürgermeister Hans Wildefüer lange gewehrt. Nach dessen Tod wurde 1542 der Mitstreiter Martin Luthers, Johannes Bugenhagen, nach Hildesheim gerufen, der eine lutherische Kirchenordnung einführte, der auch die Neustadt folgte. Danach waren St. Andreas, St. Lamberti und St. Georgii sowie die Klosterkirchen St. Michaelis, St. Pauli und St. Martini lutherisch, während der Dom, die Stiftskirche Heiligkreuz und die Klöster St. Godehard und St. Magdalenen katholisch blieben. Der katholische Bischofssitz Hildesheim ging nicht unter, sondern besteht, neben Osnabrück, als einziger in Norddeutschland seit seiner Gründung ununterbrochen fort. Durch den Dom mit seinem Personal, die zahlreichen Klöster sowie den Bevölkerungsaustausch mit den umliegenden, katholisch gebliebenen Stiftsdörfern war die Bevölkerung etwa zu einem Drittel katholisch.

Für die lutherische Bevölkerung sah sich der Rat der Altstadt als Inhaber des landesherrlichen Kirchenregiments und „oberster Bischof“ der Stadt (einschließlich der Neustadt) und setzte als Verwaltungsbehörde ein Konsistorium mit einem Stadtsuperintendenten ein.

Das Hochstift Hildesheim wurde 1803 säkularisiert. Erst jetzt wurden auch die Benediktinerklöster St. Michael und St. Godehard, das Mauritiusstifts, das Sültekloster und andere verbliebene Ordensniederlassungen aufgelöst und ihr Grund- und Gebäudebestand der Klosterkammer zugeführt. Die lutherischen Kirchengemeinden der Stadt gehören seitdem zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Stadt wurde Sitz eines Landessuperintendenten. Dessen Amtsbezirk wird heute als Sprengel bezeichnet, der aus mehreren Kirchenkreisen besteht. Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt Hildesheim gehören heute zum Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt. Innerhalb der Landeskirche gibt es auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.

Die Grenzen des katholischen Bistums Hildesheim wurden 1824 neu festgelegt. Bis 1930 gehörte es zur Kirchenprovinz Köln, dann zum Erzbistum Paderborn und 1995 wurde es der neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg (Erzbistum Hamburg) zugeordnet. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Hildesheim, das aus fünf Seelsorgeeinheiten besteht.

Daneben gibt es auch eine Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde in Hildesheim, die zur Evangelisch-reformierten Kirche gehört.

In der Ortschaft Himmelsthür hat das für Deutschland zuständige Bistum der Serbisch-Orthodoxen Kirche seinen Sitz, dort befindet sich auch die Bischofskirche der Entschlafung der Gottesmutter mit dem Kloster der Allheiligen Gottesgebärerin.

Zu den freikirchlichen Gemeinden gehören eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie Christengemeinde, eine Freie evangelische Gemeinde, eine Gemeinde Christi, eine Pfingstgemeinde und eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche, sowie die Zeugen Jehovas in Hildesheim vertreten.

In Hildesheim sind nach dem Zensus 2011 39,1% evangelische Christen, 28,4% römisch-katholische Christen und 32,5% Konfessionslose und Angehörige anderer Religionen.[36]

Judentum[Bearbeiten]

Seit dem hohen Mittelalter gab es in Hildesheim eine jüdische Gemeinde, die seit 1849 eine repräsentative Synagoge am Lappenberg besaß. Diese wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Im Zuge der nationalsozialistischen Rassenpolitik wurde die gesamte jüdische Bevölkerung Hildesheims deportiert und fast ausnahmslos in Vernichtungslagern umgebracht. An der Stelle der alten Synagoge steht heute ein Gedenkstein. Erst 1997 konnte eine neue Gemeinde gegründet werden, zu der heute 113 Mitglieder in gut dreißig Familien zählen. Eine Aufarbeitung der Geschichte Hildesheims während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde von der Universität Hannover durchgeführt.[37]

Politik[Bearbeiten]

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Stadtlogo

An der Spitze der Stadt stand anfangs der bischöfliche Stadtvogt, doch befragte die Bürgerschaft schon seit dem 12. Jahrhundert den „burgenses“ oder „Besten“, also eine Art Bürgermeister. Ein Rat ist seit 1236 nachweisbar. Dieser hatte 36 Mitglieder, von denen je 12 jährlich in der Ausübung der Verwaltung wechselten. Ab 1345 ist ein „Bürgermeister“ bezeugt. 1639 wurde die Zahl der Ratsmitglieder auf 9, ab 1703 sogar auf 6 reduziert. Mit dem Übergang der Stadt an Preußen endete der jährliche Wechsel im Rat. Bis dahin war die Verwaltung der Altstadt und der Neustadt ziemlich ähnlich. Lediglich die Zahl der Räte war unterschiedlich. 1803 wurden Alt- und Neustadt endgültig verschmolzen und die nunmehr vereinigte Stadt von einem Magistrat geleitet. Diesem gehörten ein Stadtdirektor als Leiter, 1 Polizeibürgermeister, 2 Polizeisenatoren, 1 Syndikus und 1 Großkämmerer an. Von 1808 bis 1813 galt die französisch-westfälische „Maireverfassung“. 1815 führte das Königreich Hannover eine neue Stadtverfassung mit einem administrativen Magistrat und einem Justizmagistrat ein, die später mehrmals verändert, im Grundsatz aber bis 1933 beibehalten wurde.[38] Mit der Bildung des Stadtkreises Hildesheim 1885 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadtoberhaupt von der NSDAP eingesetzt.

Rat[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 11. September 2011 ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Rat der Stadt Hildesheim
Fraktion/Gruppe CDU SPD GRÜNE Unabhängige FDP/PIRATEN* parteilos** fraktionslos*** Gesamt
Sitze 14 14 9 3 2 2 2 46

* Gruppe     ** Fraktion     *** weder einer Gruppe noch einer Fraktion angehörig

Oberbürgermeister und Verwaltung[Bearbeiten]

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone nach britischem Vorbild die Norddeutsche Ratsverfassung ein. Nach deren Abschaffung fand 2005 erstmals eine Direktwahl des Oberbürgermeisters statt. Aus der Stichwahl am 2. Oktober 2005 ging Kurt Machens als Sieger hervor. Er trat am 1. Februar 2006 sein Amt an. Am 22. September 2013 wurde Ingo Meyer zum Oberbürgermeister gewählt, der die Amtsgeschäfte am 1. Februar 2014 übernahm.

Neben dem Oberbürgermeister gehören drei Wahlbeamte der Verwaltungsleitung an: Antje Kuhne (Stadträtin für Finanzen/FDP), Kay Brummer (Stadtrat Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt/CDU) und Dirk Schröder (Stadtrat für Jugend, Soziales, Schulen, Sport und Kultur/SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Hildesheim besteht aus Schild mit Oberwappen:

Blasonierung: „Geteilt, oben in Silber wachsend ein schwarzer goldgekrönter, goldbewehrter und schwarzgezungter Reichsadler, unten von Gold und Rot geviert. Auf dem gold-rot bewulsteten Stechhelm mit gold-roten Decken eine wachsende goldhaarige, blauäugige Jungfrau (die Hildesia) in natürlichen Farben mit gold-rot quadriertem Kleid, in beiden Händen vor dem Vierungspunkt des Gewandes einen rot-silber gevierten Kranz aus acht heraldischen Rosen haltend, dabei die goldenen Kleidecken im Kranz sowie die rechte Kragenhälfte in Silber, um das Haupt ein rot-silbernes Band, hinter dem Haupt links besteckt mit einer schräglinken roten und goldenen Straußenfeder.“

Das Wappen wurde der Stadt 1528 von Kaiser Karl V. verliehen. Das Wappenprivileg befindet sich im Stadtarchiv.[39] Die Stadtflagge ist gelb-rot.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Hildesheim unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Blason ville fr Angoulême (Charente).svg Angoulême, Frankreich, seit 1965
Flag of Egypt.svg El Minia, Ägypten, seit 1979
Flag of the United Kingdom.svg Weston-super-Mare, Vereinigtes Königreich, seit 1983
Flag of Indonesia.svg Padang, Indonesien, seit 1988
Coat of arms of Halle (Saale).svg Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, seit 1990
Coat of Arms of Gelendzhik (Krasnodar krai).png Gelendschik, Russische Föderation, seit 1992
Escut Somerset.png North Somerset, Vereinigtes Königreich, seit 1997
Pavia-Stemma.png Pavia, Italien, seit 2000

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der um 1960 gebaute Hauptbahnhof.

Straße[Bearbeiten]

Durch das östliche Stadtgebiet von Hildesheim führt die Bundesautobahn A 7 Flensburg–Hannover–Würzburg–Füssen. Ferner führen folgende Bundesstraßen durch die Stadt: B 1, B 6, B 243 und B 494.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Hildesheimer Hauptbahnhof ist ICE-Halt und verfügt über ein Terminal zur Verladung von Fahrzeugen auf Autoreisezüge.[40] Hildesheim liegt an folgenden Bahnstrecken:

Die Bahnlinien nach Bad Gandersheim, Seesen, Salzgitter und Peine wurden seit den 1970er Jahren stillgelegt. Der frühere Ostbahnhof ist heute nur noch Haltepunkt.

Seit dem 14. Dezember 2008 besteht über Sarstedt bzw. über Sehnde eine Anbindung an das Netz der S-Bahn Hannover.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Zwischen dem 7. August 1905 und dem 22. März 1945 verkehrten in der Stadt neben der durch die ÜSTRA betriebenen Überlandlinie „Rote Elf“ die Straßenbahnen der Städtischen Straßenbahn. Über Sarstedt bestand eine Straßenbahnverbindung nach Hannover. Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien die Stadtverkehr Hildesheim GmbH. Die Regionalverkehr Hildesheim GmbH betreibt die meisten regionalen Buslinien ins Umland von Hildesheim. Am 26. Oktober 2012 startete in Hildesheim erstmals der „nachtsbus“. Der nachtsbus fährt freitags und samstags auf neun Linien ins Umland.

Binnenschifffahrt[Bearbeiten]

Über den Stichkanal Hildesheim ist Hildesheim an den Mittellandkanal angebunden. Die Stadt verfügt über einen Hafen samt Industriegebiet.

Luftfahrt[Bearbeiten]

Hildesheim besitzt einen Flugplatz, der hauptsächlich von Privatflugzeugen angeflogen wird. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Langenhagen bei Hannover.

Unternehmen[Bearbeiten]

Die wichtigsten Unternehmen sind Bosch, Blaupunkt, Eickhoff-Stahlbau und KSM Castings GmbH (früher Kloth-Senking Metallgießerei); außerdem ist auch der Weltmarktführer und Tragschrauberhersteller AutoGyro am Hildesheimer Flugplatz angesiedelt. Des Weiteren befindet sich die Hessisch-Niedersächsische Getränke GmbH & Co. KG (HNG; gehört zum Coca-Cola Konzern), sowie seit März 2009 die Rewe Foodservice mit ihrem Logistik- und Frischezentrum im Gewerbegebiet (Glockensteinfeld).

Die zehn größten Unternehmen nach Bilanzsumme sind:[41]

Medien[Bearbeiten]

Bereits im 17. Jahrhundert erschien in Hildesheim mit der Hildesheimer Relation eine der ersten Zeitungen in Deutschland. Diese Zeitung soll nach unbelegten Literaturangaben von 1617 bis 1632 bestanden haben, nachgewiesen sind aber nur die Jahrgänge 1619 und 1620. Am 24. Juni 1705 folgt dann mit dem Hildesheimer Relations-Courier eine weitere Zeitung, die unter dem Namen Hildesheimer Allgemeine Zeitung noch heute erscheint. Sie ist damit die älteste Tageszeitung in Deutschland. Sie befindet sich seit 1807 im Besitz des Gerstenberg Verlags.

Aus Hildesheim sendet der lokale, nichtkommerzielle Bürgerfunk Radio Tonkuhle, und seit 2006 existieren die Internetfernsehprogramme Online-TV Hildesheim[42], Hildesheim TV[43] und das Hildesheimer Bürgerfernsehen e.V.[44]

Wochenblatt[Bearbeiten]

Seit über 30 Jahren erscheint der Kehrwieder am Sonntag mit einer Auflage von über 135.000 Exemplaren und ist somit die größte Wochenzeitung im Raum Hildesheim.

Seit 2003 erscheint zweimal im Monat: „Ihre neue Zeitung – Der Hildesheimer“. Dazu gibt es den Huckup, der früher jede Woche donnerstags, seit einigen Jahren aber mittwochs erscheint.

Am 16. Februar 2008 wurde zum ersten Mal der 14-täglich erscheinende Hildesheimer Bote herausgebracht, dessen Auflage 101.000 Exemplare beträgt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Hildesheim haben folgende überregional bedeutsame öffentliche Einrichtungen ihren Sitz:

Bildung[Bearbeiten]

Militär[Bearbeiten]

Hildesheim war bis 1919 Garnison für das 3. Hannoversche Infanterie-Regiment 79 der preußischen Armee.

Seit Juni 1926 hatte Hildesheim einen kleinen Verkehrslandeplatz. Ab 1933 wurde dieser zu einem Fliegerhorst ausgebaut und war bis 1939 eine Aufklärerfliegerschule der Luftwaffe der Wehrmacht und von 1934 bis 1944 auch Sitz der Fliegerbildschule der Luftwaffe. Weitere Einheiten wurden im Verlauf des Zweiten Weltkriegs nach Hildesheim verlegt, u. a. die IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 „Edelweiß“, die II./Zerstörergeschwader 26 und die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 200 und Fallschirmjägereinheiten.

Die Kasernen der Stadt wurden zunächst von den britischen Streitkräften und ab April 1962 auch von der Bundeswehr mit der Heeresfliegerstaffel 1 (bis 1979) wieder genutzt. 1979 nutzte die British Army das Gelände der abgezogenen Heeresflieger der Bundeswehr und stationierte dort das 1. Regiment des Army Air Corps mit Panzerabwehrhubschraubern. Angrenzend stationierte das deutsche Heer das Sanitätsbataillon 1 (später Sanitätsregiment 1) in der Oberstabsarzt-Dr.-Julius-Schoeps-Kaserne.

Am 1. Oktober 1993 verließ der letzte britische Soldat Hildesheim. Zuletzt waren in Hildesheim das 1st Royal Tank Regiment und das 1st RGT Army Air Corps stationiert. Die Stadt war bis 31. Dezember 2007 noch Sitz des Stabes der Panzergrenadierbrigade 1 der Bundeswehr in der Mackensen-Kaserne die zur 1. Panzerdivision in Hannover gehörte. In der Ledebur-Kaserne unterhielt das Heer ein Kraftfahrausbildungszentrum, früher das Panzergrenadierbataillon 11, die Panzerjägerkompanie 10 und andere Brigadeeinheiten. In der Gallwitz-Kaserne war bis zur Auflösung 1992 das Panzerbataillon 14 untergebracht. 1992 wurde das Sanitätsbataillon 1 vom Flugplatzgelände in die Gallwitz-Kaserne verlagert, diese wurde gleichzeitig in Oberstabsarzt-Dr.-Julius-Schoeps-Kaserne umbenannt. Zudem war die Stadt Sitz eines Kreiswehrersatzamtes (KWEA) in der Waterloo-Kaserne. Im Zuge der Transformation der Streitkräfte der Bundeswehr wurden die Panzergrenadierbrigade 1 und das Kraftfahrausbildungszentrum Hildesheim zum 31. Dezember 2007 mit zuletzt 410 Dienstposten aufgelöst. Damit endete Hildesheims 300-jährige Tradition als Garnisonsstadt. Weitere militärische Anlagen der Bundeswehr in Hildesheim waren der Standortübungsplatz Osterberg bei Himmelsthür, die Standortmunitionsniederlage Emmerke und die Standortschießanlage Giesen. Auch diese Liegenschaften sind nunmehr aufgegeben. Die Standortmunitionsniederlage Emmerke wird seit August 2007 komplett renaturiert, u. a. werden die Wach- und Funktionsgebäude abgerissen. Die Ledebur-Kaserne wurde ebenfalls abgerissen. An ihrer Stelle wurde das neue Klinikum Hildesheim erbaut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Knochenhaueramtshaus auf dem Marktplatz in Hildesheim um 1900
Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz in Hildesheim

Theater[Bearbeiten]

Das Stadttheater Hildesheim ist ein Drei-Sparten-Haus. Seit der Saison 2007/08 wurde die Landesbühne Hannover darin eingegliedert und heißt nun Theater für Niedersachsen (TFN). Das TFN ist im Land Niedersachsen an unterschiedlichen Spielorten präsent.

Das Theaterhaus Hildesheim ist die Spielstätte der überregional bekannten freien Theaterszene Hildesheims.

Das Theaterpädagogische Zentrum Hildesheim (tpz) wurde im Jahr 2009 mit dem Bundespreis „MIXED UP! – Kultur macht Schule“ für hervorragende Projekte mit/in Schulen ausgezeichnet.

Museen[Bearbeiten]

  • Das Dommuseum Hildesheim zeigt den Domschatz und weitere bedeutende Werke kirchlicher Kunst.
  • Das Neisser Heimatmuseum besitzt neben anderen sehenswerten Werken eine Sammlung von Textilien, Grafiken, Keramiken und Landkarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
  • Das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim ist durch seine ausgezeichnete alt-ägyptische Sammlung weltweit bekannt. Es besitzt auch eine schöne Alt-Peru-Sammlung sowie bedeutende völkerkundliche und naturwissenschaftliche Objekte. Das groß angelegte neue Hauptgebäude (Architekt Gerd Lindemann) wurde 2000 fertiggestellt. Daneben dient die ehemalige Martinikirche als Ausstellungsraum.
  • Das Stadtgeschichtliche Museum im Knochenhaueramtshaus dokumentiert die Epochen der Stadtgeschichte.

Bibliotheken[Bearbeiten]

  • Die Dombibliothek Hildesheim ist eine öffentliche wissenschaftliche Bibliothek. Sie beherbergt eine der bedeutendsten Büchersammlungen Norddeutschlands. Als einzige Bibliothek in Niedersachsen stammt sie aus dem Mittelalter und mit ihrer mehr als 1200-jährigen Geschichte ist sie zugleich die älteste Bibliothek Norddeutschlands.
  • Zu den Altbeständen der Wissenschaftlichen Bibliothek des Stadtarchivs zählt als geschlossene Sammlung (rund 4000 Bände) die sogenannte Andreasbibliothek mit Werken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sowie mehr als 200 Inkunabeln.

Kunst[Bearbeiten]

  • Galerie im Stammelbach-Speicher. Förderverein für bildende Künstlerinnen und Künstler in der Region Hildesheim e. V.

Bauwerke und Kunstdenkmäler[Bearbeiten]

Zeugnisse von mehr als eintausend Jahren architektonischen Schaffens sind in Hildesheim anzutreffen. Da im Zentrum der Stadt die kaum beachtete Architektur der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg vorherrscht, zeigen sich die erhaltenen historischen Bauten lediglich als Inseln; so die bescheidene Jakobikirche in der Hauptgeschäftsstraße, Steinbauten am Marktplatz und die Bürgerkirche St. Andreas, deren hoch aufragender Turm den Mittelpunkt der Stadt weithin sichtbar markiert. Erst außerhalb der zentralen Einkaufszone und nahe der nordwestlichen und südlichen mittelalterlichen Stadtbefestigung häufen sich Baudenkmäler älterer Zeit. Dort stehen der Mariendom, die Michaeliskirche und andere bedeutende Sakralbauten sowie bürgerliche Bauten von beachtenswerter Qualität.

Der Dom und die Michaeliskirche stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Historischer Marktplatz[Bearbeiten]

Fotomontage: Marktplatz mit Rathaus, Tempelhaus, Wedekindhaus, Lüntzelhaus, Bäckeramtshaus
Hildesheim, Marktplatz mit Rathaus und sog. Rolandbrunnen, 2008

Der Marktplatz wurde nach dem Alten Markt und dem Andreasplatz erst relativ spät zum Handels- und Lebenszentrum der Stadt. Dort stellten sich in der Frühen Neuzeit Bürgerschaft und Gilden in repräsentativen Bauten dar. Als einzige von diesen Gebäuden überstanden das Rathaus und das Tempelhaus den verheerenden Bombenhagel im März 1945, wenn auch erheblich beschädigt. Weitgehend unbeschädigt blieb nur der als Rolandbrunnen bekannte Marktbrunnen. Der Wiederaufbau der Nachkriegszeit brachte einerseits mit der Stadtsparkasse von Diez Brandi 1949 eine zurückhaltend zeitgenössische Formensprache hervor, die den historischen Kontext berücksichtigte, andererseits entstand 1962/63 mit dem Hotel Rose von Dieter Oesterlen ein dezidiert funktionalistisches Gebäude. An seinem kriegszerstörten Vorgängerbau, dem Knochenhaueramtshaus entzündete sich eine Debatte über den Wiederaufbau. Mehrere Bürgerinitiativen forderten in den 1980er Jahren eine Rekonstruktion des Marktplatzes und zogen die Stadtverwaltung auf ihre Seite. Nach Abriss der Nachkriegsbauten wurden in wenigen Jahren die drei an das Rathaus anschließenden Platzseiten mit Rekonstruktionen neu bebaut; neben dem Knochenhaueramtshaus und dem benachbarten Bäckeramtshaus auch das Wedekindhaus. Der seither Historischer Marktplatz genannte Platz wurde zum touristischen Mittelpunkt der Stadt.

Dom[Bearbeiten]

Mariendom zu Hildesheim, Nord-West-Ansicht

Der erste Dombau entstand im 9. Jahrhundert unter Bischof Altfrid. Alle Nachfolgebauten erheben sich auf dessen Fundamenten. Nach der Kriegszerstörung durch den großen Luftangriff am 22. März 1945 wurde die Barockisierung des Doms aufgegeben und eine Wiedererrichtung in angenommenen frühromanischen Formen durchgeführt. Weltberühmt sind die Bronzegüsse aus der Zeit des Bischofs Bernward (993–1022): Bernwardstür mit Darstellungen aus der Heilsgeschichte und Christussäule mit Darstellungen der Taten Christi. Weitere Schätze sind der Heziloleuchter (romanische Leuchterkrone in der Vierung, „himmlisches Jerusalem“) und der spätromanische Bronzetaufbrunnen. Den Lettner, der sich jetzt in der St.-Antonius-Kirche befindet, schuf der Bildhauer Johann Brabender aus Münster (Westfalen). Berühmt ist außerdem der „tausendjährige“ Hildesheimer Rosenstock an der Domapsis, der den Feuersturm des Zweiten Weltkriegs überstanden hat und das Wahrzeichen Hildesheims ist. Der Dom selbst war so stark zerstört, dass er nach Abschluss des Wiederaufbaus am 26. März 1960 durch den damaligen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen neu konsekriert werden musste. Der Hildesheimer Dom ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO.

Lambertikirche[Bearbeiten]

Die von 1474 bis 1488 als Pfarrkirche der Neustadt erbaute Lambertikirche ist eine spätgotische Hallenkirche und die einzige Hallenkirche der Stadt. Sie wurde 1542 evangelisch. Am 22. Februar 1945 wurden der Chor, das Querschiff, das Dach und die Fenster durch Sprengbomben erheblich beschädigt. Bei einem weiteren Luftangriff am 22. März 1945 brannte sie vollständig aus, nur die Umfassungsmauern und der Unterbau des Turmes blieben stehen. Sie wurde in den Nachkriegsjahren wieder aufgebaut, zunächst ohne den früheren Turmhelm. Im Jahr 2007 erhielt der Turm einen neuen Helm.

Michaeliskirche[Bearbeiten]

Ottonische Kirche St. Michael in Hildesheim – Weltkulturerbe UNESCO (vom Kirchturm der Andreaskirche aus fotografiert)

Bischof Bernward begann den Bau der Michaeliskirche zu Beginn des 11. Jahrhunderts als seine Grabeskirche; sie wurde unter Bischof Godehard fertiggestellt. Das vorromanische („ottonische“) Baukonzept verbindet den Gedanken der „Gottesstadt“ mit einer geometrisch-quadratischen Raumgliederung. Die Michaelskirche gilt als frühester durchgängig im Gebundenen System errichteter Kirchenbau. Im 12. Jahrhundert wurden bis auf zwei alle Langhaussäulen erneuert und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts der Westchor erweitert sowie die Langhausdecke (Stammbaum Christi) bemalt.[45] Neben dieser Deckenmalerei als bedeutendes Ausstattungsstück blieb der nördliche Teil der spätromanischen Chorschranke erhalten. Bemerkenswert ist, dass die Krypta von St. Michael trotz der Umweihung von einer katholischen Kirche in eine evangelische noch immer katholisch geweiht ist. Nach zahlreichen Veränderungen im Lauf der Jahrhunderte wurde St. Michael nach der Kriegszerstörung in der ursprünglichen Gestalt wieder aufgebaut und mit den Glasfenstern von Charles Crodel vollendet. Sie ist eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt und kann somit als städtisches Wahrzeichen bezeichnet werden. Sie ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO und dient der Stadt als Werbemotiv auf den braunen Hinweisschildern an der Autobahn 7, da sie sich durch ihre prägnante Form leichter einprägt als der Hildesheimer Dom. Im Jahr 2010 wurde in Hildesheim das 1000-jährige Jubiläum gefeiert.

Das Motiv der Michaeliskirche wird im Jahr 2014 auf die Rückseite deutscher Zwei-Euro-Münzen geprägt und vertritt im Rahmen der Gedenkmünzen-Serie (2006–2021) das Bundesland Niedersachsen.

Godehardikirche[Bearbeiten]

St.-Godehard-Basilika

Die St.-Godehard-Basilika wurde im 12. Jahrhundert nach der Heiligsprechung des Benediktinerabts und späteren Hildesheimer Bischofs Godehard (Gotthard) als benediktinische Klosterkirche im hochromanischen Stil erbaut und ist ohne wesentliche Veränderungen erhalten geblieben. Die Ausmalung und Ausstattung stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Die Godehardikirche wurde im Zweiten Weltkrieg zwar bei Luftangriffen am 13. Februar 1945, 22. Februar 1945 und m 22. März 1945 vor allem im Bereich des nördlichen Seitenschiffes beschädigt, die Schäden konnten jedoch bereits 1945 wieder behoben werden, so dass die Kirche im selben Jahr wieder für Gottesdienste zur Verfügung stand. Sie war die einzige Kirche im Zentrum von Hildesheim, die von größeren Zerstörungen verschont blieb. Teile des Klausurbereichs (Ostflügel mit Kapitelsaal, Südflügel mit spätmittelalterlichen gewölbten Kellerräumen) sind erhalten, jedoch wurden die südlichen Raumteile bei einer Umbaumaßnahme in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Substanz beeinträchtigt. Die Kirche wurde 1963 zur päpstlichen Basilika minor erhoben. Gegenüber der Godehardikirche ist die romanische Nikolaikapelle sehenswert, eine ehemalige Pfarrkirche, die nach 1803 in ein Wohnhaus umgewandelt wurde.

Andreaskirche[Bearbeiten]

St.-Andreas-Kirche, höchster Kirchturm Niedersachsens

Die St.-Andreas-Kirche, heute evangelisch-lutherisch, ist eine Markt- und Bürgerkirche im gotischen Stil. Sie wurde um 1140 als romanische Basilika erbaut, die teilweise im Mauerwerk des Turms erhalten ist. Seit etwa 1200 war sie Stiftskirche. Der gotische Bau wurde von 1389 bis 1504 errichtet. In der Andreaskirche führte Johannes Bugenhagen am 1. September 1542 die Reformation in Hildesheim ein. Der Turm wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf 114,5 Meter erhöht. Er ist seitdem der höchste Kirchturm Niedersachsens und gehört zu den höchsten Kirchtürmen der Welt. Im Zweiten Weltkrieg wurde mehrere Fenster der Kirche bei einem Luftangriff am 22. Februar 1945 beschädigt; beim schwersten Luftangriff auf Hildesheim am 22. März 1945 wurde sie durch Spreng- und Brandbomben zerstört. Lediglich Außenmauern und Turm blieben stehen. Der Wiederaufbau war 1965 vollendet. In der Basilika befindet sich eine der größten und schönsten Orgeln Norddeutschlands mit 63 Registern und 4734 Pfeifen, die in dem mächtigen Kirchenraum ein ungewöhnliches Klangvolumen entfaltet.

Jakobikirche[Bearbeiten]

Mit dem Bau von St. Jakobi, einer einschiffigen gotischen Kirche, wurde 1503 begonnen, der Turm wurde 1514 fertig gestellt. Sie erhebt sich an der Almsstraße, Ecke Jakobistraße, die bereits 1204 unter diesem Namen erwähnt wurde; damals befand sich dort eine Kapelle gleichen Namens. Im Zweiten Weltkrieg wurden Dach und Fenster der Jakobikirche am 22. Februar 1945 erheblich beschädigt und am 22. März 1945 brannte sie vollständig aus. Nur die Umfassungsmauern und der Turm blieben erhalten. Der Wiederaufbau begann im Sommer 1948 und war bereits 1949 vollendet.

St. Magdalenen[Bearbeiten]

St. Magdalenen

Die Magdalenenkirche, eine frühgotische ehemalige Klosterkirche am Innersteufer, ist vor allem wegen des Silberschreins des heiligen Bernward und des Elffenaltars (um 1520) bedeutend. Mit dem Bau begann man 1234 im romanischen Stil, er wurde jedoch 1456 im Stil der Gotik nach Osten hin erweitert. Der westliche Teil der Kirche ist demnach der älteste. 1721 sowie bei einer erneuten Vergrößerung der Kirche 1797 erfolgte eine Umgestaltung im Barockstil. Das Kloster wurde 1810 säkularisiert. Am 22. März 1945 wurde die Magdalenenkirche durch Brandbomben zerstört, nur die Umfassungsmauern und die beiden Seitentürme im Westen blieben stehen. Alle Kunstwerke waren jedoch vorher aus der Kirche entfernt worden, so dass sie unversehrt erhalten blieben. 1960/61 wurde die Magdalenenkirche im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut, daher besitzt sie verschiedene Fensterbauten aus allen drei Stilen. Nicht weit entfernt befindet sich der barocke Magdalenengarten, einer der ältesten historischen Gärten Niedersachsens, der im 13. Jahrhundert als Klostergarten des Magdalenenklosters angelegt und 1720 bis 1725 zu einem barocken Schmuckgarten umgestaltet wurde.

St. Mauritius[Bearbeiten]

Die ehemalige Stiftskirche St. Mauritius wurde 1058 bis 1072 als frühromanische Basilika errichtet und ist ohne wesentliche Veränderungen erhalten geblieben. Das Innere ist barockisiert. Bemerkenswert sind die Krypta und der Kreuzgang.

Kaiserhaus[Bearbeiten]

Kaiserhaus
Wernersches Haus (1606) nach der Renovierung von 2011
Nikolaikapelle.

Das Kaiserhaus wurde 1587 als erstes steinernes Haus in Hildesheim durch den Rechtsgelehrten Caspar Borcholt erbaut. Nach der Zerstörung im Krieg vom 22. März 1945 wurde die Fassade 1997 zu einem modernen Bau restauriert. Es war einst eines der prächtigsten Wohnhäuser der historischen Fachwerkstadt.

Die Figuren auf der reichgeschmückten Fassade des Renaissancebaus am Alten Markt symbolisieren die vier Weltepochen: von links die assyrisch-babylonische, die persische, die griechische und die römische Epoche. Die Bilder im Erker stellen die Jahreszeiten dar. Seinen Namen hat das Haus von den Medaillons mit Darstellungen römischer Kaiser.

Das Kaiserhaus ist der Gründungssitz des Hornemann Instituts, eines Zentrums zur Erhaltung des Weltkulturerbes.

Kehrwiederturm[Bearbeiten]

Der 30 Meter hohe, aus Bruchsteinen erbaute Kehrwiederturm steht in der Keßlerstraße. Er ist der letzte von ursprünglich vier erhaltenen Wehrtürmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Fachwerkhäuser[Bearbeiten]

Vor allem in der Hildesheimer Neustadt, aber auch auf dem Moritzberg ist eine Reihe von alten Fachwerkhäusern erhalten geblieben (Keßlerstraße, Knollenstraße, Lappenberg, Am Kehrwieder, Brühl, Hinterer Brühl, Gelber Stern, Godehardsplatz; Bergstraße, Dingworthstraße, Godehardistraße, Elzer Straße). Besonders sehenswert sind das 1548 erbaute Waffenschmiedehaus (Gelber Stern 21) und das Wernersche Haus von 1606 (Godehardsplatz), beide sind mit Schnitzereien reich verziert. Die Dompropstei steht in der Keßlerstraße. Bei den Fachwerkhäusern am Marktplatz und bei dem Umgestülpten Zuckerhut am Andreasplatz handelt es sich um Rekonstruktionen.

Bismarckturm[Bearbeiten]

Hildesheim besitzt einen 1905 erbauten Bismarckturm vom Typus Götterdämmerung. Er steht am Beginn des Galgenbergs östlich der Innenstadt und bietet von seiner Aussichtsplattform aus einen weiten Blick auf Hildesheim und das Umland.

Burg Steuerwald[Bearbeiten]

Im Norden der Stadt ist im Stadtteil Steuerwald die ehemalige bischöfliche Schutz- und Trutzburg Burg Steuerwald sehenswert, die 1310 bis 1313 erbaut wurde. Gut erhalten sind der Palas, der 26 Meter hohe und weithin sichtbare Bergfried von 1325 und die ursprünglich romanische, 1310 erbaute und 1507 in gotischem Stil umgestaltete Magdalenenkapelle. Auch ein Teil des Burggrabens und der Burgmauer ist noch zu sehen. Auf dem Innenhof der mittelalterlichen Burganlage findet jedes Jahr das vom Verein Hildesheim Sinti veranstaltete traditionelle Django-Reinhardt-Festival statt.[46]

Denkmäler[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der ehemalige Marienfriedhof und der ehemalige Johannisfriedhof sind heute Parkanlagen. Beide verfügen noch über eine größere Zahl historischer Grabmonumente.

Das ehemalige Zisterzienserkloster Marienrode ist seit 1985 mit Benediktinerinnen besiedelt. Die Kloster- und Gemeindekirche St. Michael ist eine spätgotische Basilika.

Musik[Bearbeiten]

Bislang in einer Stadtvilla am Rand des Zentrums und in über 20 Nebenstellen untergebracht, hat die Musikschule ab 1. Dezember 2005 ihr Domizil in der ehemaligen Waterloo-Kaserne 24 A gefunden. Rund 1800 Schülerinnen und Schüler werden von etwa 65 Instrumentallehrkräften unterrichtet. Die Altersspanne reicht hierbei von den „Musikspielen für die Jüngsten“ (für 1½-jährige) bis zur 98-jährigen Schülerin im „Musiktreff für Erwachsene“.

Das einzige feste Panflötenensemble Deutschlands ist in Hildesheim beheimatet. Als Ensemble-Angebot der Musikschule Hildesheim e. V. besteht das Panflötenensemble SYRINX seit 2003 mit derzeit 16 Mitgliedern.

Im Michaeliskloster ist heute das „Evangelische Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers untergebracht, in dem Seminare und Schulungen zu Liturgie sowie zu klassischer und moderner Kirchenmusik stattfinden; außerdem das Posaunenwerk der Landeskirche.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Januar/Februar: Jugend musiziert Wettbewerb auf regionaler Ebene
  • Januar bis Februar: Eiszeit Hildesheim. Eisbahn und Ski-Hütten Dorf hinter dem Historischen Rathaus (Altstadt, Platz an der Lilie)
  • Februar: Jugend forscht Regionalwettbewerb
  • Februar/März: Regional-Messe seit 2003 jährlich: Schöner bauen besser wohnen – Die Fach-Messe[47]
  • März/April: Regelmäßige Musizierwochenenden für Erwachsene in der Musikschule
  • April: Panflötentage in der Musikschule
  • April: Akkuschrauberrennen der HAWK
  • Mai: Hildesheimer Automeile
  • Mai/Juni (an Pfingsten): Jazz-Festival Jazztime
  • Mai: Prosanova-Festival. Ein mehrtägiges Festival für junge deutschsprachige Literatur
  • Juni: Magdalenenfest. Ein zweitägiges Rosenfest in der Barocken Gartenanlage mit Show, Kunst, Kultur, Mode und kulinarischen Genüssen (Altstadt, am Welterbe St. Michaelis)
  • Juni bis September: Jo-Beach. Drinks, Musik, Sonnenliegen, Palmen und Strand direkt am Hohnsensee bis spätabends.
  • Juni bis September: City-Beach Hildesheim. Strand, Palmen, Drinks und Live-Musik hinter dem Historischen Rathaus (Platz An der Lilie)
  • Juni: Hildesheimer Schützen- und Volksfest
  • Juni bis August: Sommerliche Kirchenmusik in St. Michael
  • Juni bis August: Hildesheimer Marktplatz-Musiktage (jeweils freitags und samstags ab 19 Uhr Open-Air-Livemusik auf dem Historischen Marktplatz, Altstadt)
  • Juli: Django Reinhardt Festival Hildesheim, zweitägiges Open-Air-Festival auf Burg Steuerwald
  • Juli: UNI-Mittsommernacht: Musik- und Kulturfest der Universität Hildesheim auf dem Gelände der mittelalterlichen Domäne Marienburg in Hildesheim
  • Sommerferien: Paddelkurse für Anfänger und Fortgeschrittene im Kanu- und Umweltzentrum der Schulen
  • Sommerferien: An jedem Sonntag um 18 Uhr Orgelkonzert im Mariendom
  • August: M’era Luna Festival
  • August/September: Pflasterzauber, Straßenmusik- und Straßenkunstfestival
  • September: Technorama, Oldtimer-Messe
  • September: Bauernmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag
  • Oktober: Herbstzeit – Älterwerden erleben, jährliche Regional-Messe seit 2006
  • Oktober: Light-Night-Shopping
  • November: Musikschulwoche
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt (Altstadt, Historischer Marktplatz und Platz An der Lilie)
  • Juni/Juli: Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb, jedes gerade Jahr. Bundesweit einmaliges Lyrik-Festival in einer historischen Parkanlage wenige Schritte östlich vom Hauptbahnhof
  • Juni/Juli: Hildesheimer Wallungen, jedes ungerade Jahr. Ein dreitägiges Kunst/Kultur/Theater/Musikfestival entlang der historischen Wallanlagen sowie von Teilen der Altstadt


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In folgenden Artikeln sind Personen aufgeführt, die mit Hildesheim in Verbindung stehen:

Sport[Bearbeiten]

Hildesheim war vor und nach dem Zweiten Weltkrieg überregional vor allem durch den Fußball bekannt. In den letzten Jahrzehnten haben jedoch Schwimmer, Handballer und Volleyballer den Fußballern den Rang abgelaufen.

Volleyball[Bearbeiten]

In der Saison 2008/2009 war Hildesheim durch die Spielgemeinschaft TSV Giesen/48 Hildesheim in der Volleyball-Bundesliga vertreten. Nach dem Zusammenschluss der beiden Zweitligisten TSV Giesen und MTV 48 Hildesheim schaffte das Team in der Saison 2007/08 den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Die Heimspiele der Volleyballer fanden in der Halle 39 in Hildesheim statt. Am Ende der Spielzeit konnte die erste Spielklasse jedoch nicht gehalten werden.

In der Saison 2009/2010 belegte das Team in der 2. Bundesliga-Nord den zweiten Tabellenplatz.
Die Saison 2010/2011 war eine mehr als erfolgreiche Saison für die Hildesheimer Volleyballer. Mit einem Rekord von 44:0 Punkten wurde in der 2. Bundesliga die Meisterschaft und somit der Aufstieg in die 1. Bundesliga eingefahren.
Mitten in der Sommerpause verzichtet jedoch der Verein, aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg ins deutsche Oberhaus. Ein Grund mag der gleichzeitige Aufstieg der Eintracht Handballer gewesen sein, sodass für die TSV/48 Volleyballer einfach nicht mehr genügend Sponsoren zur Verfügung standen. Leider fiel die Mannschaft nach diesem Rückzug fast komplett auseinander.

Die Zweitligasaison 2011/12 verlief überraschend positiv, das neuformierte Team beendete die Saison auf dem 4. Tabellenplatz. In der Sommerpause verließen jedoch abermals wichtige Spieler den Verein, so dass für die Saison 2012/13 wieder einmal ein fast neues Team aufgebaut werden musste, welches die Saison jedoch im gesicherten Mittelfeld abschloss.

Schwimmen[Bearbeiten]

Die Schwimmerinnen des VfV Hildesheim starteten im Jahre 2009 in der 1. Bundesliga. Nach einer Saison musste das junge Team jedoch in die 2. Bundesliga absteigen.

Einige Jahre schwammen auch die Damen der inzwischen aufgelösten EVI Hildesheim (SG Hildesheim) in der 1. Bundesliga.

Handball[Bearbeiten]

Die Handballer von Eintracht Hildesheim spielen in der 2. Bundesliga.

Die Einträchtler schafften zuletzt 2011 den Sprung in die 1. Bundesliga, die mit dem letzten Tabellenplatz und dem direkten Wiederabstieg beendet wurde. Den Sprung ins deutsche Oberhaus gelang den Handballer außerdem in den Jahren 2000 und 2006, sowie 1968 in die zweigleisige 1. Liga. Die Spielzeiten wurden jeweils als Tabellenletzter mit dem direkten Wiederabstieg beendet.

Nach dem Abstieg 2007 in die 2. Bundesliga spielten die Handballer in der Saison 2007/08 um den direkten Wiederaufstieg, der jedoch kurz vor Ende der Saison verspielt wurde.

Nach einer sehr durchwachsenen Spielzeit wurde zur Saison 2010/2011 kräftig in den Aufbau einer neuen Mannschaft investiert, die um die vorderen Plätze mitspielen sollte. Als einer der Aufstiegsfavoriten gestartet, konnte Ende der Saison der Aufstieg in die 1. Bundesliga gefeiert werden. Die Erstliga-Saison 2011/12 verlief wenig erfolgreich, die Hildesheimer standen frühzeitig als Absteiger fest und fanden sich zur Saison 2012/13 in der eingleisigen 2. Liga wieder.

Für die Saison 2012/13 wurde ein Platz unter den ersten fünf Mannschaften angestrebt, mit der Hoffnung, vielleicht einen Aufstiegsplatz erreichen zu können. Nach der Hinrunde waren diese Vorstellungen jedoch nicht mehr realistisch, der Verein hatte sich vom Abstieg noch nicht erholt und große Mühe, sich von den Abstiegsplätzen fernzuhalten. Am Ende der Spielzeit wurde ein enttäuschender 13. Platz belegt.

Für die Saison 2013/14 hatte das Management als Saisonziel den Nichtabstieg ausgegeben und dieses Ziel schließlich erreicht.

Eintracht Hildesheim bestreitet die Heimspiele in der Rex-Brauns-Sporthalle an der Schützenwiese. Die Halle wurde von einem Sponsor umgebaut und erweitert, die Namensrechte hat sich die Sparkasse Hildesheim gesichert, worauf die Halle den neuen Namen Sparkassen-Arena bekam.

Fußball[Bearbeiten]

Viele Jahre war Hildesheim eine Fußballhochburg. Der heimische VfV Hildesheim kam nach dem Zweiten Weltkrieg auf insgesamt sechs Erstligajahre. Nach der Saison 2002/03 fusionierte die Fußballabteilung des VfV mit Borussia Hildesheim zum VfV 06 Hildesheim. In der ersten Saison als VfV 06 verfehlte der Club die Qualifikation zur eingleisigen Oberliga Nord deutlich und musste in die 5. Liga, die damalige Niedersachsenliga absteigen.

Nach der Saison 2008 wurde die Niedersachsenliga in Fußball-Oberliga Niedersachsen umbenannt. Der VfV 06 qualifizierte sich in der Saison 2009/10 für die eingleisige Oberliga-Niedersachsen, wo bis 2009/2010 auch der SV Bavenstedt spielte. Neben der A- und B-Jugend des VfV ist auch der Nachwuchs des JSG Achtum-Einum-Bavenstedt sehr erfolgreich in den jeweiligen Ligen.
Erfolgreich ist der Frauenfußball des PSV GW Hildesheim. Die 1. Damen spielten von der Saison 2009/10 bis zur Saison 2013/14 in der Oberliga Niedersachsen, der vierthöchsten Liga.

Randsportarten[Bearbeiten]

Auch Vereine für Randsportarten aus Hildesheim erzielten Erfolge. Zum Beispiel spielte der Zweitligist Hellas 1899 Hildesheim von 2006 bis 2008 in der 1. Bundesliga der Wasserballer (DWL) und der RTC Merkur Hildesheim war jahrelang im Radball erfolgreich. Die Hildesheim Invaders, 1990/91 schon eine Saison in der 1. Bundesliga und spielten 2009, 2012 und seit 2014 in der 2. Bundesliga im American Football. Des Weiteren waren die Steeldarter von Thorny Roses DC Hildesheim zwischen 2005 und 2008 in der Steeldart-Bundesliga vertreten.

Breitensport[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 wurde die Stadt Hildesheim im bundesweiten Wettbewerb „MissionOlympic“ als eine von 28 bewegungs- und sportaktivsten Städten Deutschlands nominiert.

Seit 2003 veranstaltet der Verein OlympiaCamp alljährlich das „OlympiaCamp“, im Jahr 2009 nahmen 570 Kinder daran teil und konnten 17 unterschiedliche Sportarten ausprobieren. Für sein vorbildliches Engagement wurde das OlympiaCamp im Jahr 2009 mit dem Preis 'Deutschland – Land der Ideen' ausgezeichnet.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Hildesheimer Silberfund[Bearbeiten]

Der Hildesheimer Silberfund von 1868 (heute ausgestellt in der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin) gehört zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen auf deutschem Boden. Einige Historiker bewerten ihn sogar als Hinweis auf die Varusschlacht (9 n. Chr.).

Niedersächsischer Familienpreis 2009[Bearbeiten]

Die Stadt Hildesheim wurde im November 2009 vom Land Niedersachsen als eine der familienfreundlichsten Städte des Landes ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Peppermint-Pavillon in Hannover statt. Der Preis wurde an Oberbürgermeister Kurt Machens und Stadtrat Dirk Schröder übergeben. (vgl. www.ms.niedersachsen.de)

Das Himmelsthürer Weihnachtspostamt[Bearbeiten]

Im Postamt des Hildesheimer Stadtteils Himmelsthür (damals noch selbständige Gemeinde) wurde 1967 das erste Weihnachtspostamt Deutschlands eingerichtet. Tausende Kinder schreiben bis heute in jedem Jahr Briefe „an den Weihnachtsmann in Himmelsthür, 31137 Hildesheim“ und erhalten nach einigen Tagen eine Antwort. Mit dem Himmelsthürer Weihnachtsstempel entwertete Weihnachtssonderbriefmarken sind weltweit Sammlerobjekte für Philatelisten. Ungeachtet der weltweiten Bekanntheit und trotz erheblicher Proteste von Kommunalpolitikern und der Stadtteilbewohner wurde die Himmelsthürer Postfiliale („das himmlische Postamt“) durch die Deutsche Post AG geschlossen. Kinderbriefe an den Himmelsthürer Weihnachtsmann werden aber weiterhin beantwortet.

Literatur[Bearbeiten]

Literatur zur Geschichte der Stadt[Bearbeiten]

  • Urkundenbuch der Stadt Hildesheim. Gerstenberg, Hildesheim 1881 - 1901 (Digitalisat).
  • Hermann Seeland: Zerstörung und Untergang Alt-Hildesheims. Hildesheim 1947.
  • Menno Aden: Hildesheim lebt. Zerstörung und Wiederaufbau. Eine Chronik. Gerstenberg, Hildesheim 1994, ISBN 3-8067-8551-1.
  • Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim. 2 Bände. Lax, Hildesheim und Leipzig 1922–1924 (unveränderter Nachdruck: Lax, Hildesheim 1994–1997, ISBN 3-8269-6306-7 und, ISBN 3-8269-6307-5).
  • Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Neustadt Hildesheim. Lax, Hildesheim/ Leipzig 1937 (unveränderter Nachdruck: Lax, Hildesheim 1997, ISBN 3-8269-6305-9).
  • Manfred Overesch: Der Augenblick und die Geschichte. Hildesheim am 22. März 1945. Olms, Hildesheim 2005, ISBN 3-487-12753-9.
  • Manfred Overesch: Hildesheim 1945–2000, Neue Großstadt auf alten Mauern. Olms, Hildesheim 2006, ISBN 3-487-13266-4.
  • Herbert Reyer: Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim. 2. Auflage. Lax, Hildesheim 2002, ISBN 3-8269-6300-8.
  • Sven Abromeit (Hrsg.): Hildesheim in den 1970ern. Gerstenberg, Hildesheim 2008, ISBN 978-3-8067-8716-0.
  • Gerhard Meier-Hilbert: Die Hildesheimer Oststadt - geographische Strukturen eines Stadtteils. In: Hildesheimer Jahrbuch 82. Gerstenberg, Hildesheim 2010, S. 179–227.
  •  Manfred Overesch: Bosch in Hildesheim 1937–1945. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-36754-4. (eingeschränkte Vorschau bei Google Books)

Literatur zur modernen Architekturgeschichte[Bearbeiten]

  • Michael Falser: Die Rekonstruktion des Hildesheimer Marktplatzes. In: Ders.: Zwischen Identität und Authentizität. Zur politischen Geschichte der Denkmalpflege in Deutschland. Thelem Verlag, Dresden 2008, ISBN 978-3-939888-41-3, S. 137–152.

Literatur zu religiösen Gemeinschaften[Bearbeiten]

  • Peter Aufgebauer: Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Hildesheim 1984.
  • Nicolaus C. Heutger: Aus Hildesheims Kirchengeschichte. Lax, Hildesheim 1984, ISBN 3-7848-4027-2.
  • Christian Plath: Konfessionskampf und fremde Besatzung. Stadt und Hochstift Hildesheim im Zeitalter der Gegenreformation und des Dreißigjährigen Krieges (ca. 1580 - 1660). Hildesheim 2005, ISBN 3-931987-12-4.

Literatur zu Natur und Landschaft[Bearbeiten]

  • Werner Müller: Flora von Hildesheim. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 3. Hildesheim 2001.
  • Heinrich Hofmeister: Naturraum Innerstetal. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 4. Hildesheim 2003.
  • Hildesheimer und Kalenberger Börde. Natur und Landschaft im Landkreis Hildesheim. (Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 5). Hildesheim 2005, ISBN 3-8067-8547-3.
  • Gerhard Meier-Hilbert: Geographische Strukturen: Das natürliche Potenzial. In: Friedrich Brinkmann (Hrsg.): Hildesheim: Stadt und Raum zwischen Börde und Bergland. (= Schriftenreihe der Niedersächs. Landeszentr. für Polit. Bildung: Niedersachsen - vom Grenzland zum Land in der Mitte, Band 5). Gerstenberg, Hildesheim 2001, ISBN 3-8067-8584-8, S. 7–41.

Literatur zu Hildesheimer Sagen[Bearbeiten]

  • Karl Seifart: Sagen aus Stadt und Stift Hildesheim. Hildesheimer Heimatbücher 1. Heft, herausgegeben von H. Blume. Hildesheim 1913.
  • Hermann Blume (Hrsg.): Von Tückeboten, Lüchtenkeerls und weißen Frauen. Sagen und Erzählungen aus dem Hildesheimer Land. Gesammelt und zusammengestellt von Hermann Blume. Bearbeitet von August Böttcher. Hildesheim 1986, ISBN 3-8067-8101-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikinews: Hildesheim – in den Nachrichten
 Commons: Hildesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Hildesheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hildesheim – Reiseführer
 Wikisource: Hildesheim – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungsbestand zum 31.12.2013. Stadt Hildesheim, abgerufen am 2. August 2014.
  3. Webseite der Landesregierung
  4. Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Hildesheim
  5. Hauptsatzung (abgerufen am 24. September 2012 um 11:00 Uhr; PDF; 70 kB)
  6. Nicht ohne Wahrscheinlichkeit ist die Benennung nach Abt Hilduin von Saint-Denis: In seinem Kommentar zur „Fundatio“ und in Ergänzung einer schon früher geäußerten Annahme hat sich Berges auch um den Nachweis bemüht, den Namen ‚Hildesheim’, der zweifellos auf die Form ‚Hilduinesheim’ zurückgeht, auf den bekannten Abt Hilduin von St. Denis, den Berater und (seit 818) Erzkanzler Ludwigs des Frommen, zurückzuführen. In der Tat ist wohl der mit dem Stammwort -heim verbundene Personenname fränkisch, und W. Berges hat darüber hinaus eine Reihe von Beispielen fränkischer Ortsbenennungen nach noch lebenden Personen beibringen können. So hat sein Vorschlag einige Wahrscheinlichkeit für sich, zumal darüber hinaus die Möglichkeit bestände, daß auch die in der erwähnten Fraternitätsliste des Hildesheimer Domkapitelsgedenkbuchs (…) unmittelbar auf die mater Reims folgende Verbrüderung mit einer (ecclesia) Parisiensis in Francia auf die Verbindung mit Hilduin zurückgehen könnte. Und daß Hilduin und Gunthar möglicherweise miteinander verwandt waren, wird nicht völlig ausgeschlossen werden können. Hans Goetting: Germania Sacra, Neue Folge 20, Berlin 1984, S. 40.. Berges gibt auch die Möglichkeit zu bedenken, dass der in der Gründungslegende erwähnte capellarius Ludwigs des Frommen dieser Hilduin gewesen sein könne (ebd., Anm. 22).
  7. Brockhaus-Auszug zu Hildesheim.
  8. Lateinische Stadtnamen (Lexicum nominum geographicorum latinorum)
  9. Herbert Reyer, Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim (Hildesheim, 1999), S. 4.
  10. Hildesheim. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 530.
  11. Helmut von Jan, "Geschichtlicher Überblick über die Bischofs- und Hansestadt Hildesheim", Alt-Hildesheim - Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim, 42 (1971), S. 1.
  12. Helmut von Jan, "Geschichtlicher Überblick über die Bischofs- und Hansestadt Hildesheim", Alt-Hildesheim - Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim, 42 (1971), S. 2.
  13. Herbert Reyer, "Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim", (Hildesheim, 1999), S. 6-10.
  14. Phillipe Dollinger, "Die Hanse", (Stuttgart, 1989), S.32
  15. Herbert Reyer, "Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim", (Hildesheim, 1999), S. 26.
  16. Reyer, S. 35/36
  17. Manfred Mehl, Die Münzen des Bistums Hildesheim - Teil 1: Vom Beginn der Prägung bis zum Jahr 1435 (Hildesheim, 1995), S. 259.
  18. Herbert Reyer, "Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim", (Hildesheim, 1999), S. 26.
  19. Andrea Germer: Geschichte der Stadt Hildesheim bis 1945. In: Hildesheim - Stadt und Raum zwischen Börde und Bergland. Didaktisch-methodische Hinweise, hrsg. von der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung (NLPB), Hannover 2001, S. 70-95, herunterladbar als PDF-Dokument (abgerufen am 6. Juli 2014).
  20. Herbert Reyer, "Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim", (Hildesheim, 1999), S. 14-18.
  21. Herbert Reyer, ""Von weitem weit herrlicher... als Hannover!" - Hildesheims Bedeutungswandel von der mittelalterlichen Metropole zur Kreisstadt von heute", in Michael Gehler (Hrsg.), Die Macht der Städte - Von der Antike bis zur Gegenwart (Hildesheim, 2011), S. 379-407.S. 389-392.
  22. Herbert Reyer, "Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim", (Hildesheim, 1999), S. 33-37.
  23. Herbert Reyer, "Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim", (Hildesheim, 1999), S. 38.
  24. Johannes Heinrich Gebauer, Geschichte des Handels und des Kaufmannstandes in der Stadt Hildesheim (Bremen-Horn, 1950), S.33-34
  25. http://www.hildesheim.de/pics/download/1_1257242710/dok_037_unionsvertrag_1583_text.pdf (abgerufen am 4. Juli 2014).
  26. Helmut von Jan, "Geschichtlicher Überblick über die Bischofs- und Hansestadt Hildesheim", Alt-Hildesheim - Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim, 42 (1971), S. 4.
  27. Vgl. BSLK, S. 766; vgl. S. 17.
  28.  Overesch: Bosch in Hildesheim. 2008.
  29.  Overesch: Bosch in Hildesheim. 2008, S. 290.
  30.  Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. 2. Auflage. Propyläen, Berlin 2002, ISBN 3-549-07165-5, S. 215.
  31.  Menno Aden: Hildesheim lebt. Gerstenberg, Hildesheim 1994, ISBN 3-8067-8551-1.
  32. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 204.
  33. https://ergebnisse.zensus2011.de/#StaticContent:032540021021,FAMSTND_18,m,
  34. Verwaltungsgeschichte. In: Stadt Hildesheim. Hildesheim Marketing GmbH, abgerufen am 24. März 2014.
  35. Bevölkerungsbestand zum 31.12.2013. In: Stadt Hildesheim. Hildesheim Marketing GmbH, abgerufen am 24. März 2014.
  36. https://ergebnisse.zensus2011.de/#StaticContent:032540021021,BEV_1_4_1_7,RELIGION_18,table
  37. – Aspekte der Stadtgeschichte.
  38. Mit neuer Stadtverfassung in die hannoversche Zeit (PDF; 27 kB).
  39. zur Geschichte des Wappens.
  40. Terminalbeschreibung DB Autozug Terminal Hildesheim
  41. Größte 50 Firmen in Hildesheim. Busni.de. Abgerufen am 27. Februar 2014.
  42. http://www.online-tv-hi.de/
  43. Hildesheim TV
  44. www.hildesheim.tv.
  45. Johannes Sommer datiert in seinem Buch 1999, ISBN 3-7845-7410-6 die Westchor-Erweiterung und die Deckenmalerei in die Jahre gegen 1200 und begründet dies hauptsächlich damit, dass es nach dem 1204 resignierten Abt Theoderich II. im Kloster keine Persönlichkeit mehr gab, die zu solchen Leistungen fähig gewesen wäre.
  46. DJANGO REINHARDT FESTIVAL 2012. Verein Hildesheimer Sinti e.V., abgerufen am 19. Juni 2012.
  47. www.hildesheim-messe.de.