Peploskore

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Peploskore
Farbliche Rekonstruktion von Vinzenz Brinkmann
Bewehrte Göttin,
aber keine Peploskore
(nach Brinkmann)

Die „Peploskore“ genannte Statue eines Mädchens ist eines der bekanntesten Beispiele der archaischen Kunst der griechischen Antike. Die 117 cm hohe Statue aus weißem Marmor entstand etwa 530 v. Chr. und stand ursprünglich bunt bemalt auf der Athener Akropolis.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Bezeichnung der Figur geht auf das schwere Wollgewand zurück, das das dargestellte Mädchen – griechisch κόρη („Kore“) – trägt, den dorischen Peplos, der zur Entstehungszeit der Marmorstatue eigentlich nicht mehr modern war. Darunter trägt das Mädchen einen dünnen Chiton, der an den Ärmeln und am Rocksaum noch hervorlugt. Bohrlöcher am Kopf und den Schultern weisen darauf hin, dass die Statue mit einem Kopfschmuck – vermutlich einem Kranz – und Schulterfibeln aus Bronze versehen war. Der linke Arm war ebenfalls separat gearbeitet, ist jedoch verloren.

Die Peploskore wird dem Rampin-Meister zugeschrieben, der nach einem stilistisch eng verwandten Kopf benannt ist, welcher sich in der Sammlung Rampin befand und nun im Louvre zu sehen ist. Die Statue wurde westlich des Erechtheions auf der Akropolis gefunden und befindet sich heute im Athener Akropolismuseum.

Nach Meinung von Brinkmann stellt dieser Statuentyp kein gewöhnliches Mädchen, sondern eine Göttin dar.[1] Das Haltungsschema entspreche in keiner Weise dem der spätarchaischen Koren, „die ihr linkes Bein vorsetzen, mit der linken Hand ihren Rock raffen und mit dem angewinkelten rechten Arm eine Frucht halten.“[2] Die Bohrungen im gesenkten rechten Arm und angewinkelten linken Arm wiesen eher auf das Halten von Pfeil und Bogen[3] oder auf Schild und Helm hin. Weitere Bohrungen auf der Kalotte deuten auf einen locker aufgesetzten Helm oder einen Kranz hin.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Boardman: Griechische Plastik. Die archaische Zeit. Zabern, Mainz 1991, ISBN 3-8053-0346-7, S. 78, Tafel 115 und 129.
  • Katerina Karakasi: Archaische Koren. Hirmer, München 2001, ISBN 3-7774-8840-2
  • Brunhilde Sismondo Ridgway: The Peplos Kore, Acropolis 679. In: Journal of the Walters Art Gallery, 36, 1977, S. 49-61, ISSN 0083-7156.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peploskore – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vinzenz Brinkmann: Mädchen oder Göttin? Das Rätsel der ›Peploskore‹ von der Athener Akropolis, in: Vinzenz Brinkmann und Raimund Wünsche (Hrsg.): Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, München 2003, S. 53–60.
  2. ebd., S. 56
  3. Bekränzte Frauenstatue mit Pfeil und Bogen