Periode (Musik)

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Einfaches Beispiel einer musikalischen Periode

In der musikalischen Formenlehre und der Komposition bezeichnet der Begriff Periode eine Struktureinheit in Ablauf und Gliederung eines Musikstücks. Die Periode ist zweiteilig und besteht aus einem Vordersatz und einem Nachsatz gleicher Länge (Stichwort: Symmetrie). Der Vordersatz endet offen (häufig auf der Dominante), der Nachsatz endet abschließend (meist auf der Tonika).

Idealtypisch hat die Periode eine Länge von acht Takten, wobei je vier Takte auf Vorder- und Nachsatz entfallen, die sich oft (nicht immer!) wiederum in jeweils 2+2 Takte gliedern. Perioden können aber auch vier- oder sechzehntaktig sein. Auch Abweichungen von der symmetrischen Norm kommen durchaus vor. Eine Periode kann im Einzelfall beispielsweise auch sieben- oder neun- statt achttaktig ausfallen.

Zusammen mit dem ihr verwandten so genannten Satz (siehe unten) bildet die Periode in der Klassik und Romantik das vorherrschende Modell zur Bildung syntaktischer Einheiten.

Der Satz[Bearbeiten]

Der Begriff „Satz“ in der Bedeutung als syntaktische Einheit wurde von Erwin Ratz als Gegenstück zur Periode eingeführt und ist in diesem Zusammenhang trotz der problematischen Mehrfachbelegung des Begriffes gebräuchlich. Im Gegensatz zur Periode kehrt im Satz die erste Phrase des Vordersatzes bereits unmittelbar in der zweiten Phrase des Vordersatzes (identisch oder verändert, zum Beispiel sequenziert) wieder, wird danach entweder entwickelt oder durch neues Material kontrastiert und oft am Ende (z. B. durch einen Halbschluss) offen gehalten. Den idealtypischen (2+2)+(2+2) Takten der Periode (in der Form A – B – A' – C) stehen im Satz also 2+2+4 Takte (in der Form A – A' – B) gegenüber. Der Satz ist im Gegensatz zur Periode meistens durch einen vorwärtstreibenden, entwickelnden Charakter gekennzeichnet. Der Satz ist aus dem barocken Fortspinnungstypus hervorgegangen.

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