Periode (Musik)

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Einfaches Beispiel einer musikalischen Periode

In der Musiktheorie, spezieller in der sogenannten musikalischen Formenlehre, bezeichnet der Begriff der Periode eine Struktureinheit eines musikalischen Satzes.

Als ein universelles musikalisches Konzept, bzw. Prinzip ist die Periode durch eine Abgeschlossenheit, d. h. durch eine Schlusswirkung, also durch einen Schluss gekennzeichnet (vgl. etym. englisch period). Damit wird sie begrifflich vom Episodischen (hier nicht im Sinne einer musikalischen Episode im engeren Sinne, sondern im unbeschlossen Offenen, z. B. beim Bach'schen Fugenthema) abgegrenzt, steht diesem konzeptuell gegenteilig gegenüber.

Generell bezeichnet die Periodik auch alles Zyklische (vgl. Periodizität (Mathematik) und spezieller die Schwingungsperiode). Periodik ebenso wie Episodik können zyklisch auftreten, nur dass der definierte, und daher überhaupt thematisierbare und gestaltbare Schluss, eine finalgerichtete Ästhetik motiviert, wohingegen das Fugenthema nur impulsartig erscheint (Fugenkopf) und sich dann in Fortspinnungen der Fuge 'fransig' verliert. Die Zyklizität wird bei der Periode deutlicher wahrnehmbar, da auf den Schluss, und daher auch auf den Anfangspunkt, hingearbeitet wird.

Neben diesem allgemeinen Perioden-Begriff galt den Theoretikern des 19. und frühen 20. Jhrh. zudem speziell im Kontext Wiener Klassischer Ästhetik eine engere Bedeutung des Periodenbegriffs, die speziell auf binäre (zweiwertige) musikalische Konzepte angewendet wird. Allerdings sollte diese Theorie als Erklärungsmodell bereits historischer Musikliteratur dienen, kann also durchaus nicht a priori der Geisteswelt der damit analysierten Komponisten unterstellt werden:
Die zwei Hälften der 'Periode' werden dort als Vordersatz und Nachsatz bezeichnet. Zwar schließen beide Teile rhythmisch (Endungslängung), ein Ganzes konzipiert die 'Periode' aber, indem der 'Vordersatz' harmonisch offen endet (dominantisch oder subdominantisch) und erst der 'Nachsatz' tonikal.

In dieser Theorie-Ästhetik wird die 'Periode' idealtypisch als ein achttaktiges Konzept vorgestellt, wobei je vier Takte auf Vorder- und Nachsatz entfallen, die sich oft aber nicht immer wiederum in jeweils 2+2 Takte gliedern mögen. 'Perioden' können hier aber auch als vier- oder sechzehntaktig gedacht werden. Auch Abweichungen von der symmetrischen Norm werden versuchsweise in dieses Konzept eingeschlossen. Eine Periode soll dort z. B. auch sieben- oder neun- statt achttaktig ausfallen können.

Zusammen mit dem konzeptuell verwandten sogenannten Satz (s. u.: ebenfalls ein ästhetisch-theoretischer Spezialbegriff, nicht zu verwechseln mit dem allgemeinen Begriff des Satzes) wird die 'Periode' in der Klassik und Romantik als ein sehr verbreitetes Modell zur Bildung syntaktischer Einheiten erklärt.

Der Satz[Bearbeiten]

Der Begriff 'Satz' in der Bedeutung als syntaktische Einheit wurde von Erwin Ratz als Gegenstück zur Periode vorgeschlagen und ist in diesem Zusammenhang trotz der problematischen doppelten Belegung des Begriffes gebräuchlich. Seine Bedeutung ist noch autoritärer ästhetisierend (also kein objektiv-theoretischer Begriff im heutigen Sinne) als jener der sogenannten 'Periode' (Spezialbegriff, s. o.). Nur umso mehr muss dieser Begriff heute in seinem historischen Kontext (Betrachtung der Wiener Klassik im 19 Jhrh.) beurteilt werden.

Im Gegensatz zur 'Periode' kehrt im 'Satz' die erste 'Phrase' (eine heute ebenfalls veralteter Begriff, der aus Hugo Riemanns Rhythmustheorie stammt) des 'Vordersatzes' bereits unmittelbar in der zweiten 'Phrase' des 'Vordersatzes' (identisch oder verändert, zum Beispiel sequenzierend) wieder, wird danach entweder entwickelt oder durch neues Material kontrastiert und am Ende (z. B. durch einen Halbschluss) offen gehalten. Den idealtypischen (2+2)+(2+2) Takten der 'Periode' (in der Form A – B – A' – C) stehen im Satz also 2+2+4 Takte (in der Form A – A' – B) gegenüber.

Der 'Satz' sei im Gegensatz zur 'Periode' meist durch einen vorwärtstreibenden, entwickelnden Charakter gekennzeichnet.

Der 'Satz' sei aus dem barocken Fortspinnungstypus hervorgegangen.

Weblinks[Bearbeiten]