Personalfreisetzung

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Die Personalfreisetzung umfasst alle „Aktivitäten, die auf die Vermeidung bzw. den Abbau von Überkapazitäten an Führungskräften bzw. Mitarbeitern abzielen“.[1]

Dieser Begriff ist in der Vergangenheit hauptsächlich von Arbeitgebervertretern verwendet worden. Auf Kritik ist er insbesondere deshalb gestoßen, weil er einen Euphemismus darstellt, der die für Arbeitnehmer nachteiligen Folgen von Entlassungen verschleiert. Inzwischen (2005) ist es fast Alltag geworden, dass ein beabsichtigter Personalabbau von Organisationen offensiv und öffentlich bekanntgemacht und konsequent durchgeführt wird.

Die Maßnahmen hierzu werden in der Regel mit Mitteln aus Steuergeldern so sozialverträglich wie möglich gestaltet bzw. wird nach Wegen gesucht, wie bei betriebsbedingten Kündigungen/Entlassungen Härtefälle vermieden werden können. Beispiele hierfür sind die Frühverrentung älterer Arbeitnehmer oder der besondere Schutz von Arbeitnehmern mit Kindern.

Als Beispiel für eine "sprachliche Demütigung" ist Freisetzung (im Sinne von Personalfreisetzung) bei der Wahl zum Unwort des Jahres 1994 zu einem weiteren Unwort des Jahres erklärt worden. Der Begriff Smartsourcing, in dem Zusammenhang, wie er von Josef Ackermann verwendet worden ist, wurde als Kandidat zum Unwort des Jahres für 2005 aufgestellt.

Ursachen[Bearbeiten]

Ursachen für eine Personalfreisetzung bzw. für gezielten Personalabbau können u. a. sein:

  • erwartete (kurzfristige) Steigerung des Unternehmensgewinns
  • konjunkturelle Entwicklung, Absatz- und Produktionsrückgang
  • strukturelle Veränderungen, Standortverlegung, Reorganisation, Betriebsstilllegung, Unternehmenszusammenschluss
  • saisonale Gründe
  • Rationalisierungseffekte z.B. Mechanisierung und Automation
  • Fehleinschätzungen des Managements
  • insbesondere bei börsennotierten Unternehmen oder Übernahmekandidaten angestrebte (kurzfristige) Wertsteigerungen

Personalfreisetzung ist jedoch kein Synonym für betriebsbedingte Kündigung. Alternative Möglichkeiten der Personalfreisetzung stellen innerbetriebliche Versetzung, Maßnahmen der Personalentwicklung (Weiterbildung, Umschulung) sowie Verkürzung der Arbeitszeiten (Urlaubsplanung, Kurzarbeit) dar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literaturhinweise[Bearbeiten]

  • Laurenz Andrzejewski (2008) Trennungskultur und Mitarbeiterbindung - Kündigungen fair und nachhaltig gestalten". Wolters Kluwer Verlag. Köln. ISBN 978-3-472-07291-1
  • Keßler, Heinrich (2005). Personalabbau. Wie Sie Ihr persönliches Humankapital bei drohendem Personalabbau schützen. Norderstedt, Book on Demand. ISBN 3-8334-4079-1
  • Hamer, Wolfgang (2004). Personalabbau / Betriebsbedingte Kündigung. Bund-Verlag, ISBN 3-7663-3580-4
  • Laws, Ralf. Der sozialverträgliche Personalabbau. Hintergründe, Ursachen, Ziele. WEKA-Media, ISBN 3-8276-7113-2
  • Rainer Marr, Karin Stein: Personalabbau in deutschen Unternehmen. Empirische Ergebnisse zu Ursachen, Instrumenten und Folgewirkungen (= Gabler Edition Wissenschaft). Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-8244-7869-2.
  • Frank Müller, Hans B. Schiff, Gerd M. Strauch: Personaltransfer sozial - Mit einem Outplacement den Wandel fair gestalten , Kohlhammer Verlag 2005
  • Stock-Homburg, Ruth (2010), Personalmanagement: Theorien - Instrumente - Konzepte, 2. Auflage. Gabler Verlag. Wiesbaden. ISBN 978-3-8349-1986-1

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Stock-Homburg, R. (2010), S. 288

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Personalfreisetzung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen