Pheidippides

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Statue des Pheidippides bei Marathon

Pheidippides (altgriechisch: Φειδιππίδης), auch Thersippos, Eukles und Philippides genannt, war nach der Überlieferung von Herodot ein athenischer Bote, der vor der Schlacht von Marathon mit einem - letztlich vergeblichen - Hilfeersuchen nach Sparta lief. In einer wesentlich späteren Überlieferung von Plutarch und Lukian von Samosata wurde der Name auf den legendären Boten übertragen, der am 12. September 490 v. Chr. nach der Schlacht von Marathon nach Athen lief und an Erschöpfung auf dem Areopag verstarb, nachdem er die Nachricht vom Sieg über die Perser übermittelt hatte. Dieser sagenhafte Lauf über etwa 42 km ist das Vorbild für den modernen Marathonlauf.

Herodots Überlieferung (5. Jh. v. Chr.)[Bearbeiten]

Ende August des Jahres 490 vor Christus landeten die Streitkräfte des Achämenidenreichs unter Dareios I. auf dem griechischen Festland bei Marathon mit der Absicht, die Stadtstaaten Griechenlands zu unterwerfen. Der athenische Herrscher Miltiades schickte deshalb einen Botenläufer namens Pheidippides mit einem Hilfegesuch nach Sparta. – Einen solchen Läufer nannte man im antiken Griechenland Hemerodromos (ἡμεροδρόμος).

Der Bote soll die Strecke von ca. 245 km in weniger als zwei Tagen zurückgelegt haben. Die Spartaner teilten ihm jedoch mit, dass sie ihr laufendes Fest Karneia nicht unterbrechen dürften (so ein Orakelspruch) und folglich den Athenern frühestens in sechs Tagen militärischen Beistand leisten könnten. Somit waren die Athener in der Schlacht bei Marathon auf sich alleine gestellt.

Plutarch und Lukian (1. und 2. Jh. n. Chr.)[Bearbeiten]

Erst Plutarch erzählt 500 Jahre nach diesen Ereignissen unter Berufung auf ein verlorengegangenes Werk des Herakleides Pontikos von einem Boten, der nach der Schlacht von Marathon nach Athen gelaufen sei, und nennt diesen Thersippos oder Eukles. Lukian griff diese Geschichte ein Jahrhundert später auf und gibt als Namen für den Läufer „Philippides“ an, was zu der Verschmelzung dieser legendären Gestalt mit dem historisch verbürgten Pheidippides beitrug.

Die Texte dieser beiden relativ späten Autoren bilden die einzigen Überlieferungen vom Marathonläufer. Sie sind jedoch weniger Zeugnisse für die Geschichtlichkeit des Marathonläufers, sondern geben eher Anlass zum Zweifel an seiner Historizität. Daher wird die Frage nach der Geschichtlichkeit des Marathonläufers mit z. T. unterschiedlichen Begründungen heute überwiegend negativ beantwortet.

Zitat[Bearbeiten]

„Der antike Marathon-Läufer ist ein rundum tragischer Held: Er hieß nicht nur nicht Pheidippides, er ist nicht nur nicht von Marathon nach Athen gelaufen, er ist dort nicht nur nicht tot zusammengebrochen, es hat ihn nicht einmal gegeben. Er ist eine Erfindung viel später Geborener.“ (Dieter Eckart, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. Oktober 1987) [1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Zitiert nach der Website von Claudia Dreher: http://www.claudiadreher.de/ge/fss50-1.htm (Version vom 27. März 2008 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt