Pietro Gnocchi

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Pietro Gnocchi (* 27. Februar 1689 in Alfianello bei Brescia; † 9. Dezember 1775 ebenda) war ein italienischer Komponist, Geograph und Historiker des Barock und der Frühklassik.

Leben[Bearbeiten]

Pietro Gnocchi, der einer wohlhabenden Familie entstammte, erhielt seine musikalische Ausbildung vermutlich in Venedig. Nach dem Tode eines jüngeren Bruders unternahm er ausgedehnte Reisen durch Europa, die ihn nach Wien, Ungarn, Böhmen, Sachsen und München führten. 1723 wurde er Kapellmeister am Dom von Brescia und 1733 Organist. Danach war er Musiklehrer in einem Waisenhaus, dem „Orfanelle della Pietà“, und mit 76 Jahren bewarb er sich erneut um eine Kapellmeister- und Organistenstelle am Dom von Brescia, die er bis zu seinem Tod im Alter von 86 Jahren ausübte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Sein musikalisches Schaffen umfasst vor allem sakrale Musik, aber auch weltliche Vokalmusik und einige Instrumentalwerke. Lediglich ein 12 Stücke umfassendes Opus, die Salmi Brevi, wurden gedruckt. Sein in Manuskripten erhaltenes Werk enthält:

  • 60 Messen für 4 bis 8 Stimmen, teilweise mit Instrumentalbegleitung
  • 6 Requien für 2 bis 4 Stimmen
  • 6 Sammlungen Vespern für ein vollständiges Kirchenjahr'
  • 12 vierstimmige Magnificat
  • 6 Miserere für 4 bis 8 Stimmen
  • Motetten, Hymnen und weitere liturgische Musik.

Neben der sakralen Musik, sind einige Instrumentalwerke bekannt.

  • 8 Canzonette scherzose,
  • Ein Konzert für sieben Streicher und B.c.
  • 12 Triosonaten für zwei Violinen und B.c. (1774)

Stilistisch trägt seine Musik venezianische Züge. Er nutzte die Doppelchörigkeit in einer homophonen Textur, einem Stil, welcher der venezianischen Schule des Frühbarock entstammte.

Geschichte[Bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als Musiker war Gnocchi der Verfasser einer 25-bändigen Geschichte über altgriechische Kolonien und schrieb eine Abhandlung über die Gedenktafeln in der Region Brescia. Beide Werke widmete Gnocchi dem Prinzen Faustino Lechi, einem späteren Freund und Gönner.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mariangela Donà, „Gnocchi, Pietro“ in Grove Music Online.