Pigadia
Pigadia (griechisch Πιγάδια (n. pl.)), oder Karpathos Stadt, ist die Hauptstadt der griechischen Insel Karpathos. Sie hat etwa 3.000 Einwohner und erstreckt sich auf einer weiten Fläche entlang der Vronti-Bucht im südöstlichen Teil der Insel.
[Bearbeiten] Geschichte
Das Gebiet des heutigen Pigádia war bereits während der minoischen Zeit und später durch mykenische Griechen besiedelt.
Als Stadt wurde Pigádia um 1000 v. Chr. durch dorische Einwanderer gegründet. Damals wurde die Stadt Poseidion genannt, dies zu Ehren der Meeresgottes Poseidon. Wegen ständiger Piratenüberfälle, vor allem ausgehend von den Sarazenen, wurde die Stadt im Mittelalter aufgegeben, die Bewohner zogen sich ins Landesinnere zurück und gründeten dort neue Siedlungen.
Einige Jahrhunderte später wurde die Stadt wieder aufgebaut und die Bewohner nannten sie Póssi. Im Jahr 1892 wurde die Stadt vom türkischen Gouverneur der Insel (Kapathos unterstand der Herrschaft des Osmanisches Reichs) zur Hauptstadt ernannt.
Da der Name Póssi jedoch zu sehr dem griechischen Wort „Pótis“ (dt. „Säufer“) ähnelte, erhielt die Stadt, in Anlehnung an das grosse Wasserreichtum, den neuen Namen “Pigádia“, ausgehend vom Wort „Ta Pigádia” (dt. „die Brunnen”). Offiziell wird die Stadt heute “Kárpathos-Stadt” genannt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Tourismus
Der Tourismus entwickelte sich auf Karpathos und insbesondere in dessen Hauptstadt Pigadia sich seit der Eröffnung des internationalen Flughafens im Jahr 1987 zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Pigádia zählt um die 4.500 Fremdenbetten, beherbergt somit etwa die Hälfte aller Karpathos-Touristen.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Auf einer Felsformation direkt an der Küste befand sich einst eine mykenische Burgmauer, später ein dorischer Athena-Tempel. Wer heute zur einstigen Arkopolis hinaufsteigt, findet eine tolle Aussicht, jedoch keine Ruinen mehr.
- Auf dem von Weg von der Strandpromenade hinauf zur Akropolis befindet sich der malerische Friedhof mit der Nikolauskirche. Nur wenig oberhalb des Friedhofs steht die Panormítis-Kirche.
- Die Agii Apóstoli ist die einstige Hauptkirche von Pigádia. Sie enthält Wandmalereien des aus Olympos stammenden Künstler Manólis Filippákis.
- Die erst in den 90-er-Jahren erbaute Evangelísta Kirche liegt direkt oberhalb der Hafenpromenade und ist somit auch vom Meer aus von weitem erkennbar.
- Das Gebäude einer ehemaligen italienischen Villa, dessen Baustil deutlich von anderen Gebäuden abweicht, beherbergt heute Büros und Einrichtungen der lokalen Verwaltung und der Gerichtsbarkeit. In dessen linken Gebäudeflügel befindet sich ein archäologisches Museum mit einer Sammlung von in Karpathos gefundenen archäologischen Gegenständen aus verschiedener Epochen. In der Gabelung des Hauptgebäudes und des Ostflügel (dient als Gerichtsaal) steht die Tribüne eines kleinen Freilichttheater.
- Etwa 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt entlang der Küstenstrasse nach Apéri stehen die Ruinen der Basilika Agia Fotini. Die Basilika wurde im 5. oder 6. Jahrhundert zu Ehren der Märtyrerin Fotini auf den Ruinen eines früher erstellten antiken Tempels erbaut.
35.507527.213611111111Koordinaten: 35° 30′ N, 27° 13′ O